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Archäologie Online Newsletter 09/2026

08.05.2026

 

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Nachrichten

Bronzezeitliche Türme auf Sardinien dienten in der Eisenzeit als religiöse Kultstätten
Nuraghe Barru auf Sardinien

Die in der Bronzezeit vor mehr als 3.200 Jahren auf Sardinien errichteten Nuraghen, charakteristische massive Steintürme, wurden mitunter einige Jahrhunderte später weiterhin zu sozialen und spirituellen Zwecken genutzt, als sich zu Beginn der Eisenzeit neue religiöse Praktiken auf der Insel entwickelten. Funde wie ein Votivschwert und Zeremonialgefäße aus der zentralsüdlich auf Sardinien gelegenen Fundstätte Nuraghe Barru belegen, dass der bronzezeitliche Bau bis in die Eisenzeit genutzt wurde.

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Neue Hinweise auf soziale Organisation früher Gesellschaften
Doris Mischka

Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben neue Hinweise darauf gefunden, wie große Siedlungen in der Urgeschichte organisiert waren. Im Zentrum steht ein besonderer Gebäudetyp: sogenannte Megastrukturen. Grabungen in Rumänien zeigen, dass dieser Bautyp auch in kleineren Siedlungen vertreten ist. Damit liefern die Megastrukturen neue Erkenntnisse darüber, wie Gemeinschaften mit tausenden Menschen ohne erkennbare Hierarchien funktionieren konnten.

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Forschungsgrabung im Bereich eines ehemaligen Konzentrations-Außenlagers und weiterer Zwangsarbeitslager bei Genthin
Funde aus KZ-Außenlager Genthin

Nahe Genthin finden sich Belege für verschiedene Formen von Zwangsarbeit und Internierungslagern im Kontext der Munitionsproduktion während des Zweiten Weltkriegs. Um die Silva-Metallwerke herum entstand hier ab 1940 eine ganze Lagerlandschaft, in der 1945 mehrere tausend Personen, darunter vor allem Frauen, unter schlimmsten Bedingungen interniert waren und in der Fabrik zu Arbeiten in der Munitionsproduktion gezwungen wurden. Im Rahmen einer Forschungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt konnten im März 2026 an vier Barackenstandorten Einblicke in die Baustruktur der Lagerareale gewonnen und zahlreiche Spuren des Häftlingslebens gesichert werden.

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Archäologische Untersuchungen auf dem Gelände des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers »Mangold« in Leipzig
Gesamtaufnahme der Ausgrabung

Archäologen untersuchen bis Mai 2026 das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager »Mangold« in Leipzig – letzte Chance, Spuren der Geschichte zu sichern.

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Spuren des ersten Truppenlagers Vindonissas
Vorgelagerter Spitzgraben im Profil

Im Vorfeld einer grossen Wohnüberbauung in Windisch führt die Kantonsarchäologie seit Mitte August 2025 eine Rettungsgrabung durch. Die Überreste zeugen vom frühesten Truppenlager in Vindonissa und dessen Befestigungssystem. Unter den zahlreichen Funden ist auch eine Seltenheit zu verzeichnen: ein verkohltes römisches Brot.

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Zoonotische Krankheitserreger in der Bronzezeit
Anne Kathrine W. Runge im MPI-Reinraum

Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Tierkrankheiten beim Menschen

In einer aktuellen Studie untersuchte ein internationales Forschungsteam zoonotische Krankheitserreger in der eurasischen Bronzezeit, einer Epoche intensiver Migration und der Einführung der Weidewirtschaft. Dazu wurden 346 Proben (vorzugsweise von domestizierten Tieren) aus 34 Fundstätten analysiert, um DNA-Spuren prähistorischer Infektionen nachzuweisen. Die Forschenden konnte dabei Erreger wie Streptococcus lutetiensis und Erysipelothrix rhusiopathiae identifizierten.

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Pelzherstellung in der Jungsteinzeit. Rund 7.000 Jahre alte Grube mit Überresten von Bibern bei Alsleben entdeckt
Biberknochen und Feuersteinartefakt

Im Vorfeld des Baus der Gleichstromverbindung SuedOstLink fanden im Salzlandkreis in enger Abstimmung mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz archäologische Untersuchungen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt statt. Eine bereits 2024 bei Alsleben im Block geborgene Grube aus der frühen Jungsteinzeit gibt nun ihre Geheimnisse preis: Der Befund enthält Überreste von mindestens 12 Bibern, die wohl wegen ihres Pelzes gejagt wurden.

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Genomdaten aus Süddeutschland beleuchten die Entstehung mitteleuropäischer Gesellschaften
Silberblechbeschläge an Schädel einer jungen Frau

Eine internationale Studie mit bayerischen Funden zeigt: Die Bevölkerung Süddeutschlands entwickelte sich nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches durch die schrittweise Vermischung unterschiedlicher Gruppen und regionale Mobilität – nicht durch einzelne große Wanderungsbewegungen. Die Studie erschien nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature.

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Kurz notiert

Startschuss für die 3D-Dokumentation der Bremer Weserlastkähne
Bremer Weserlastkahn

Die Bremer Weserlastkähne aus dem 17. Jahrhundert, maritimes Kulturgut, das im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven lagert, werden digital erfasst. Zwei Stiftungen sichern die Finanzierung.

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Forschung sichtbar machen
Plan der montanarchäologischen Befunde am Altenberg bei Müsen

Ausgraben, dokumentieren, vermitteln und forschen - das machen die Archäologie-Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Auf ihre Forschung will die westfälische Institution für Bodendenkmalpflege jetzt mit einem neuen Bereich im ihrem Internet-Auftritt aufmerksam machen.

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3D-Vermessung von Deutschlands ältestem Kloster
Drohnenvermessung im Kloster Tholey

Die Benediktinerabtei Tholey, eines der ältesten Klöster Deutschlands, hat in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Saarland eine Bestandsaufnahme ihrer Kirche und Klausurgebäude beauftragt. Die messtechnische Dokumentation führt in Teilen die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) durch. Ihr Labor für 3D-Umwelterfassung und Fernerkundung leistet somit mithilfe modernster Technik und Expertise einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von Kulturgütern.

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Studierende der Hochschule Osnabrück entwickeln interaktive Runen-Station für das Varusschlacht-Museum
interaktive Touchscreen-Station im Varusschlacht-Museum in Bramsche

Zwei Media & Interaction Design-Studierende haben eine Touchscreen-Anwendung für die Sonderausstellung „VERLORENE KRIEGER – Germanen zwischen Macht und Mythos“ in einem Kooperationsprojekt mit dem Museum und Park Kalkriese entwickelt.

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Sorbische Kulturdenkmale online
Screenshot Sorbische Kulturdenkmale

Neue Sammlung im sorabistischen Wissensportal SORABICON des Sorbischen Instituts präsentiert materielle Zeugnisse der sorbischen Geschichte und Kultur im öffentlichen Raum in der der Ober- und Niederlausitz.

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Neue Einträge im Guide

  • Boardgame Historian - Geschichte und Gesellschaft in analogen Spielen
    Der wissenschaftliche Blog „Boardgame Historian” befasst sich aus geschichts- und kulturwissenschaftlicher Perspektive mit analogen Spielen, also Brettspielen, Kartenspielen und Rollenspielen. Die Beiträge beleuchten historische Darstellungen in Spielen, etwa zum Kolonialismus, zum Mittelalter oder zur Antike, und fragen nach den damit vermittelten Geschichtsbildern. Daneben werden Forschungsprojekte, Dissertationsvorhaben und Interviews mit Spieleautorinnen und -autoren vorgestellt.
  • Writing Through Time
    Die Seite »Writing Through Time« präsentiert ein Forschungsprojekt zur Entwicklung handschriftlicher Schriftsysteme. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche materiellen, körperlichen, kognitiven, kulturellen und evolutionären Kräfte Schriftformen über lange Zeit verändern. Die Homepage verbindet historische Manuskriptanalyse mit experimentellen und computergestützten Methoden und gibt damit Einblick in einen interdisziplinären Zugang zur Schriftgeschichte. Ergänzt wird dies durch Projektinformationen und Hinweise zur wissenschaftlichen Einordnung des Vorhabens.
  • Sorbische Kulturdenkmale - Sorabicon
    Die im Wissensportal SORABICON des Sorbischen Instituts veröffentlichte Sammlung „Sorbische Kulturdenkmale” dokumentiert Objekte im öffentlichen Raum der Ober- und Niederlausitz, die sich durch einen Bezug zur sorbischen Kultur, Sprache und Geschichte auszeichnen und an einem fixen Standort zu finden sind. Erfasst werden Denkmäler, Gedenkorte, Grabmäler, Wegkreuze, Bildstöcke, sorbische Inschriften sowie Werke der bildenden Kunst. Die Daten entstammen einem seit den 2000er-Jahren laufenden Forschungsprojekt des Instituts und werden im Sorbischen Kulturregister verwaltet. Das multimediale Informationsangebot wird sukzessive erweitert.
  • Forschung bei der LWL-Archäologie
    Auf ihrer Homepage präsentiert die LWL-Archäologie für Westfalen künftig ausgewählte größere Forschungsprojekte von überregionaler Bedeutung. Den Anfang macht das Projekt »Mittelalterliche Montanregion Almerich« im Siegerland. Die Homepage wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert.
 
 
 

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