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| Internationales Grabungsteam findet Nachweise für frühmenschliche Besiedlungen in der arabischen Wüste Die Expansion des modernen Menschen aus Afrika verlief vermutlich anders, als bislang gedacht: Entgegen bisheriger Annahmen war Südostarabien während des späten Pleistozäns wiederholt von Menschen besiedelt. Einem internationalen Forschungsteam unter Beteiligung der Universitäten Jena, Freiburg und Tübingen sowie der Oxford Brookes University (England) gelang in einer Kooperation mit der Sharjah Archaeology Authority der Nachweis menschlicher Besiedlung bei Ausgrabungen am Buhais Rockshelter im Emirat Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate). Wie der Projektleiter Dr. Knut Bretzke von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sagt, lassen die Funde verschiedene Besiedlungsphasen erkennen: Vor etwa 125.000 Jahren, vor 59.000, 35.000 und 16.000 Jahren. |
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| Die letzten Neandertaler in Europa teilten einen weitgehend einheitlichen Genpool, und es gab einen umfassenden Umbruch in ihrer Bevölkerung vor ihrem endgültigen Verschwinden vor rund 40.000 Jahren. Das ergab eine Studie, in der neue DNA-Daten untersucht und mit archäologischen Nachweisen kombiniert wurde. In der Studie zeichnete ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Cosimo Posth vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen die dramatische genetische Geschichte der europäischen Neandertaler nach. |
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| Die Vorfahren der heutigen Haushunde begleiteten den Menschen schon lange - vermutlich bereits, bevor die ersten Nomaden sesshaft wurden. Wann genau die Domestizierung vom Wolf zum Hund begann, blieb jedoch bislang im Dunkeln. Ein internationales Team unter der Leitung der LMU München, des Natural History Museum in London und der University of Oxford hat nun einen entscheidenden Durchbruch erzielt: Durch Analysen alter DNA entdeckten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die ältesten genetischen Belege von Hunden. Ihre im Fachjournal Nature veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass Hunde bereits Jahrtausende früher domestiziert wurden als bisher geglaubt. |
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| Im Zug der Erweiterung eines Kieswerks in Ottendorf-Okrilla (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) fanden in enger Abstimmung mit dem Investor seit August letzten Jahres archäologische Ausgrabungen statt, die nun kurz vor ihrem Ende stehen. Ein siebenköpfiges Team hat unter der Leitung von Dr. des. Matthias Conrad eine Fläche von insgesamt 7,2 ha untersuchen können. |
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| Im Zuge der Renovierungsarbeiten am Bolongaropalast in Höchst wurden im anliegenden Palastgarten Ausgrabungen vorgenommen. Dabei stießen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege auf beeindruckende Funde: Unter dem Bolongaropalast liegen die Reste einer einzigartigen römischen Fundstelle, genauer gesagt: das Lager der ersten Römer in Frankfurt am Main. |
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| Zu Jahresbeginn haben Raubgrabungen im Nordosten der Wallanlage auf dem Burgberg bei Iserlohn-Oestrich (Märkischer Kreis) größere Schäden verursacht. Im Bereich einer der Erdwälle war ein großer Graben in Form eines "L" angelegt worden. Das berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). |
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| Forschende der Universität Köln, Oxford, Lüttich sowie der kanadischen Cape Breton University haben für eine neue Studie Birkenpech mit Methoden hergestellt, die schon Neandertaler nutzen, um dessen antibakterielles Potenzial zu analysieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits Neandertaler das Birkenpech neben der Werkzeugherstellung auch für medizinische Zwecke genutzt haben könnten. |
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| Seit 2025 steht das Grabmal Kaiser Ottos I. im Magdeburger Dom im Mittelpunkt eines umfangreichen Dokumentations- und Konservierungsprojektes. Nach der Öffnung des Grabes widmet sich eine multidisziplinäre Forschergruppe der Untersuchung der sterblichen Überreste aus der Grablege. Besonders bedeutend sind die Ergebnisse archäogenetischer Analysen, die belegen, dass es sich bei den sterblichen Überresten aus dem Magdeburger Grabmal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die Gebeine Kaiser Ottos I. handelt. |
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| Fossile Zähne können erstaunlich viele Informationen bewahren, weil Zahnschmelz langsam wächst und Schicht für Schicht Daten über die Umwelt speichert. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Allianz der Rhein-Main-Universitäten konnte jetzt die Lebensgeschichte vier Europäischer Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus) anhand der Analyse ihrer Zähne rekonstruieren. Die Elefanten – deutlich größer als heutige Arten – waren die größten Landsäugetiere des prähistorischen Europas und lebten während der letzten Warmzeit vor rund 125.000 Jahren. Eine Studie von 2023 hatte gezeigt, dass sie zur Jagdbeute von Neandertalern gehörten. |
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| Spuren aus einer unerwartet frühen Epoche kamen kürzlich bei Grabungen im Innenhof von Schloss Hohenaschau (Lkr. Rosenheim) zum Vorschein: Direkt auf dem mächtigen Kalkfelsen über dem Priental wurde Keramik entdeckt, die bis in die Bronzezeit (ab etwa 2300 v. Chr.) zurückreicht. |
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| Vor rund 15 Millionen Jahren durch einen Asteroideneinschlag entstanden, ist das Nördlinger Ries eine ganz besondere geologische Landschaft. Auch siedlungsgeschichtlich ist die Region hochinteressant. Dies veranschaulicht die jüngst erschienene erste Publikation zu den interdisziplinären Arbeiten zwischen Ipf und dem Kartäusertal am Westrand des Ries mit archäologischen, archäobotanischen und naturwissenschaftlichen Abschlussarbeiten, die an der Goethe-Universität und an der Universität Tübingen entstanden sind. |
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| Im Mai 1934 wurde bei Ausschachtungsarbeiten im Kurpark von Bad Dürrenberg ein Grab aus der Zeit um 7000 vor Christus (Mittelsteinzeit) entdeckt. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass es sich bei der ausgesprochen reich und mit einem Säugling in den Armen bestatteten Frau um die spirituelle Anführerin ihrer Gruppe, eine Schamanin, handelt. Die neue Sonderausstellung ›Die Schamanin‹ im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) widmet sich vom 27. März bis zum 1. November 2026 dieser besonderen Frau und ihrer Zeit. |
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| Forschende des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie (MPI-GEA) haben gemeinsam mit einem internationalen Konsortium eine neue Open-Science-Rechenplattform entwickelt, um die Vielfalt des historischen Urbanismus zu untersuchen und systematisch mit heutigen Städten zu vergleichen. |
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| Die von deutschen Partnern im Projekt KulturGutRetter entwickelte Cultural Heritage Response Unit (CHRU) ist seit Ende Februar 2026 offiziell im EU-Katastrophenschutzverfahren registriert und damit als einsatzbereit gemeldet. Im Fall von Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen kann Deutschland nach einem internationalen Hilfsersuchen bei der Notversorgung von bedrohtem Kulturerbe weltweit Hilfe leisten. |
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| ÖAW entwickelt Altgriechisch-KI "Apollo" mit Mistral und Reply Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) arbeitet gemeinsam mit den KI-Unternehmen Mistral AI und Sail Reply an der Entwicklung eines Large Language Modells (LLM) für Altgriechisch: Apollo, benannt nach dem griechischen Gott des Lichts und Schutzgott der Künste und Wissenschaften, wird die Forschung an altgriechischen Texten vorantreiben. Das Modell wird fortschrittliche Textsuche und automatischen Lückenschluss in Hunderttausenden von bislang unerschlossenen Papyri und Inschriften unterstützen, sodass die präzise Erfassung von Inhalten in Stunden statt in Jahren möglich wird. Die ÖAW und ihre Partner leisten damit Pionierarbeit, denn LLMs befassten sich bislang noch nicht mit einer sich im Laufe der Zeit wandelnden historischen Sprache und der Rekonstruktion stark beschädigter antiker Texte. |
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| Ein 6.000 Jahre altes Gletscherarchiv auf der Weißseespitze schmilzt rasant: Seit 2019 halbierte sich die Eismenge. Forschende warnen vor dem Verlust wertvoller Klimadaten – ein Wettlauf gegen die Zeit, um das Eis zu retten. |
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| Mit einer feierlichen Preisverleihung in der VGH Stiftung in Hannover werden am 11. Mai zum vierten Mal die Studienpreise für Denkmalpflege und Archäologie vergeben. Die beiden Fördervereine des NLD, die Gesellschaft für Denkmalpflege in Niedersachsen e.V. und der Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V., haben sie gemeinsam mit der Architektenkammer Niedersachsen, den Freunden der Archäologie im Braunschweiger Land e.V. und dem Niedersächsische Landesverein für Urgeschichte e.V. sowie in Kooperation mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH Stiftung ins Leben gerufen, um herausragende Studienarbeiten in den jeweiligen Bereichen auszuzeichnen. Fachjurys aus Wissenschaft und Amtsdenkmalpflege haben über die Preisvergaben entschieden. |
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Wie wird aus Erz eine Klinge, die Jahrhunderte überdauert? Florian Messner nimmt mit in die Werkstätten des Mittelalters: vom Rennofen über das Verschweißen mehrerer Stahlpartien bis zur gezielten Härtung für den Kampf gegen neue Rüstungen. Werkstattzeichen verraten Handelsnetze quer durch Europa – und moderne Analysen wie Röntgen und CT entschlüsseln Herstellung, Datierung und Herkunft. Technik, Transfer und Forschung greifen ineinander und zeichnen ein überraschend dynamisches Bild mittelalterlicher Innovation. | |
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- URBank
URBank ist eine offene Datenbank, die archäologische, historische und Umweltdaten verbindet, um die Entwicklung von Städten über 5.500 Jahre Menschheitsgeschichte erforschen und verstehen zu können. Die Datenbank ist in der Entstehung.
- Projekt "Climate Change and Early Humans in the North" (CCEHN)
CCEHN (Climate Change and Early Humans in the North) ist ein niedersächsisches Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Archäologie, Geologie, Klimatologie und alter DNA. Es untersucht, wie frühe Menschen und Neandertaler im Norden von Klimaveränderungen beeinflusst wurden.
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