Die Archäologen der Zukunft werden jubeln, wenn sie in einigen Jahrtausenden den Spaten in Brüssel am Boulevard Leopold III in die Erde stoßen. Denn die Ruinen, die sie dort finden werden, waren einst das Hauptquartier des mächtigsten Militärbundes um die zweite Jahrtausendwende: der Nato. Ein Fund ähnlicher Tragweite gelang diesen Sommer dem Archäologen Hans Lohmann von der Bochumer Ruhr-Universität. Er entdeckte auf den entlegenen Höhen des Mykale-Gebirges an der kleinasiatischen Westküste die Überreste des Panionions – des zentralen Heiligtums des Ionischen Bundes, gebaut im 6. Jahrhundert vor Christus. Damals war das kleinasiatische Bündnis zwölf ionischer Städte die letzte Bastion der griechischen Welt gegen die Bedrohung des immer mächtiger werdenden Perserreichs.