- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
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- 1.1: Thema.
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- 9: FAQ.
Von A bis Z

Etappen des zivilisatorischen Prozesses
Durch die Auswertung zahlreicher Siedlungsgrabungen beginnt sich heute nicht nur die Geschichte einzelner Siedlungsplätze im Detail abzuzeichnen, es lassen sich auch allgemeine Entwicklungslinien auf technischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Ebene erkennen. Dies gilt zumindest für den schon besser untersuchten südwestdeutsch- schweizerisch- ostfranzösischen Raum.
So kann man im Verlauf des Jung- und Endneolithikums eine zunehmende Befestigung der Siedlungen mit Zäunen und Palisaden feststellen. Während im Jungneolithikum die Siedlungen im Turnus weniger Jahre und Jahrzehnte einer großen Mobilität unterlagen, kam es im Endneolithikum zumindest zeitweise zu stabileren, bis zu einem Jahrhundert aufrechterhaltenen Strukturen. Nach dem dominanten Anbau von Nacktweizen im Jungneolithikum werden im Endneolithikum vermehrt primitive Nacktweizen und Gerste kultiviert.

- Die verschiedenen Siedlungsfunde im Federseemoor: 1 Riedschachen, 2 Aichbühl, 3 Taubried, 4 Henauhof, 5 Dullenried, 6 Wasserburg, 7 Siedlung Forschner, 8 Ahlen-Ahwiesen, 9 Ödenahlen, 10 Hartöschle, 11 Stockwiesen, 12 Achwiesen, 13 Grundwiesen, 14 Flosswiesen, 15 Täschenwiesen, 16 Torwiesen, 17 Bachwiesen, 18 Bruckgraben, 19 Bohlenweg, Bad Buchau - Wuhrstraße. (Karte: LDA Baden-Württemberg)
Die Haustierhaltung - im mediterran bestimmten Bereich mehr von Schaf und Ziege, im donauländisch beeinflußten Raum mehr vom Hausrind gekennzeichnet - wandelt sich im Endneolithikum in beiden Bereichen zugunsten einer stärker hervortretenden Schweinehaltung. Im Endneolithikum beobachtet man am Lac Chalain Spuren des Einsatzes von Zugtieren, gleichzeitig treten von den Seen der Westschweiz bis zum Federsee die ersten Radfunde auf. Damit zeichnen sich neue Produktions- und Transportmethoden ab, und es gibt Hinweise darauf, daß man um 3000 v.Chr. vom Hackbau zum eigentlichen Ackerbau mit dem von Rindern gezogenen Hakenpflug überging.
Zwischen Endneolithikum und Bronzezeit muß sich ein weiterer, entscheidender Wandel der Landwirtschaft vollzogen haben. Nun dominieren Dinkelweizen, Hirse und zunehmend Hülsenfrüchte den Anbau. Im Unkrautbesatz der Ernten mehren sich Belege für Wintergetreide und für eine Verarmung der Böden. Die gerodeten oder durch Waldweidebetrieb geöffneten Flächen werden so stabil, daß sich Grünland zu bilden beginnt. Die technischen Möglichkeiten der Metallzeit machen sich auch im Hausbau bemerkbar, es kommt zu zimmermännisch bebeilten und gefügten Holzkonstruktionen. Siedlungsstrukturen und Grabfunde verraten jetzt eine soziale Differenzierung der Gesellschaft in arm und reich.
Die Besiedlung an den Ufern der großen Seen ist zumindest in einigen Perioden erstaunlich dicht. Zeitgleiche Siedlungen sind im Jungneolithikum oft nur 2-5 km, im Endneolithikum an manchen Seeufern nur 100 m voneinander entfernt. Dabei lebten in einer Siedlung häufig weit mehr als 100 Menschen. Sie beeinflußten die natürliche Vegetation, damit aber auch die Böden und den Wasserhaushalt des Siedelgebietes in erheblichem Maße.
