- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 1.1: Thema.
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- 9: FAQ.
Von A bis Z

Die Entdeckung der Ufer- und Moorsiedlungen in den zirkumalpinen Seen war eine Sternstunde der archäologischen Forschung. Ferdinand Keller, der Vorsitzende der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, hatte nämlich angesichts der ersten Funde 1854 erkannt, daß er Reste von Siedlungen vor sich hatte. Er interpretierte sie als auf Plattformen errichtete Pfahlbaudörfer und brachte erstmals eine lebendige Vorstellung vom Leben jungsteinzeitlicher und bronzezeitlicher Siedlungsgemeinschaften in den bis dahin trockenen Fundstoff Mitteleuropas.
Zuvor hatte sich die Archäologie vor allem mit den klassischen Quellen des griechischen und römischen Altertums beschäftigt. Die noch in den Kinderschuhen steckende Erforschung der Vorgeschichte nördlich der Alpen war zunächst nur auf die Welt der Toten, auf Grabhügel und Megalithgräber gestoßen.
Nun kamen -unter Wasser vom Luftsauerstoff abgeschlossen und in erstaunlicher Frische konserviert- Haushaltsgegenstände, Geräte für Holzbearbeitung, Wald- und Landwirtschaft, Waffen, Jagd- und Fischereigerät, Schmuck und Kleidungsstücke zum Vorschein; fertige Produkte, Halbfabrikate und Bearbeitungsabfälle, die im Siedlungsalltag verloren gegangen, weggeworfen oder bei Brandkatastrophen untergegangen waren. Vor allem fanden sich in den Kulturschichten ganze Lagen von Kultur- und Sammelpflanzen, Knochen von Haus- und Wildtieren, die Einblick in Nahrungsgewohnheiten und Wirtschaft der Siedler gewährten.
Eine Welle vielerorts erfolgreicher Suche in den zahlreichen Seen und Feuchtgebieten des Alpenvorlandes setzte daraufhin ein. Das 'Pfahlbaufieber' griff in Italien auf die Poebene über, wo man in den 'Terramaren' zu graben begann, und auch in weiter Ferne, in Norddeutschland, Schweden und Schottland suchte und fand man archäologische Fundstätten in offenen und verlandeten Gewässern. Schon bald aber hob sich durch Gemeinsamkeiten im Fundgut und zeitliche Einordnung deutlich ein "Pfahlbaukreis" rund um die Alpen ab.

