- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
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- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
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- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
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- 1.1.13: Syrien.
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- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
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Von A bis Z

Die überaus deutliche Dominanz der Hechtknochen im Spektrum der Fischfauna legt nahe, daß die Anlage im Bruckgraben auf den Hechtfang spezialisiert war. Diese Spezialisierung bedeutet aber, daß sie nur saisonal in Betrieb war, da Hechte in größeren Mengen nur im Frühjahr anzutreffen sind, wenn sie zum Ablaichen flachere Gewässerabschnitte aufsuchen. Vergleichbar zur Laichzeit betriebener Hechtfang ist bis ins beginnende 20. Jh. etwa am Bodensee belegt. Bemerkenswerterweise ist im Spektrum der Hechtreste vom Bruckgraben fast ausschließlich der Kopfbereich vertreten, auch die größeren und robusteren Teile des postcranialen Skelettes, wie etwa die Wirbel, fehlen weitgehend.

- Plan des Reusensystems 5 mit den jeweils am Ende der Reusen errichteten Hütten. (Plan: J. Köninger)
Anhand des Gesamtbefundes ließe sich also die Funktion der Anlage im Bruckgraben wie folgt beschreiben: Die im Frühjahr zur Laich in die Federbachmündung und in südlich der Anlage gelegene flache Buchtabschnitte ziehenden Hechte wurden durch die Leitwerksysteme abgefangen und unter die Behausungen geführt, wo sie in Reusen oder Netzen gefangen und aus dem Wasser gezogen werden konnten. Der gefundene zweizinkige Spieß aus einer Haselstange diente hierbei vielleicht zum Stechen der Hechte.
Andernfalls sollten auch Hechtwirbel in angemessener Zahl unter den Fischresten vorhanden sein. Lediglich die Hechtköpfe, sozusagen der Abfall wurde gelegentlich angebraten, wie dies angesengte Fragmente des Kopfskeletts belegen. Die "Filetstücke" wurden demnach von der Fangstation in die eigentliche Siedlung gebracht und dort vermutlich haltbar gemacht. Die Fangmenge aus der "industrieartig" anmutenden Fanganlage dürfte den Eigenbedarf der Fischer bei weitem überstiegen haben und es ist daher zu vermuten, daß die Hechte vom Bruckgraben zumindest in die nähere Umgebung verhandelt wurden.
Jahrringanalysen an den Hölzern vom Bruckgraben, die A. Billamboz am Dendrochronologischen Labor in Hemmenhofen durchführte, ergaben Fälldaten mit Waldkante zwischen 730 und 621 v. Chr. Durch die Schlagdatenverteilung ist es wahrscheinlich, daß die einzelnen Fangsysteme gleichzeitig betrieben wurden. Insgesamt dürfte die über 100 Jahre lang genutzt Fischfanganlage ein fester Bestandteil des früheisenzeitlichen Siedlungsmusters zwischen Federsee und oberer Donau gewesen sein.


