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Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

2.5.2001
Ansicht der Pfahlbauten von Unteruhldingen aus der Luft. (Foto: Museum Unteruhldingen)
Ansicht der Pfahlbauten von Unteruhldingen aus der Luft. (Foto: Museum Unteruhldingen)

Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, gegründet 1922, liegt am Nordufer des Bodensees am Rande des Naturschutzgebietes "Seefelder Aachniederung" und umfasst gegenwärtig im Freilichtmuseum 15 Pfahlbaurekonstruktionen der Stein- und Bronzezeit (4.000 - 850 v.Chr.). Die Pfahlbauten befinden sich gegenüber der Blumeninsel Mainau in unmittelbarer Nähe zur Meersburg, dem Affenberg und weiteren 120 Attraktionen und Museen am Bodensee, die im Sommerhalbjahr inzwischen gemeinsam mit einer All-inclusive-Karte (Bodensee-Erlebniskarte) erschlossen werden können.

Der Baubestand im archäologischen Freilichtmuseum orientiert sich an den Ausgrabungen in der Bodenseeregion. Hierzu zählen auch die Landschaften des benachbarten Federseemoors in Oberschwaben, die Zuflusstäler und die Randhöhen des eiszeitlich gebildeten Bodenseebeckens. Dieser Raum ist archäologisch aufgrund der Feuchterhaltung von Kulturresten in Seen und Mooren ein reichhaltiges Resservoir von einzigartigen Funden, die in Unteruhldingen in Original und in der Form von getreuen Nachbildungen zu besichtigen sind. 13 Pfahlbauhäuser mit Inneneinrichtung entstanden 1922 - 1940, ein "Hornstaadhaus" nach neueren Ausgrabungen 1996, ein "Arbonhaus" 1998. 5 neue Häuser der Spätbronzezeit nach Vorbildern einer Ufersiedlung in Unteruhldingen werden z. Z. im Rahmen eines EU-Projektes "Archeolive" errichtet. Sie sollen im März 2002 eröffnet werden. Die Häuser sind nach archäologischen Hinweisen aus Moor- und Unterwassergrabungen erbaut und eingerichtet und können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Ein Aktionsprogramm, Schwerpunktführungen, Museumsfeste und Schülerprojekte ergänzen das Angebot.

Blick auf die Pfahlbauten von Unteruhldingen mit dem neuen "Hornstaad-Haus" im Vordergrund. (Foto: Museum Unteruhldingen)
Blick auf die Pfahlbauten von Unteruhldingen mit dem neuen "Hornstaad-Haus" im Vordergrund. (Foto: Museum Unteruhldingen)

Ein 20.000 Liter fassendes Taucheraquarium, Modelle zur Vor- und Frühgeschichte, ein "Museum im Museum", eine Dauerausstellung mit Originalfunden oder ein Versuchsgarten mit prähistorischen Sammel- und Anbaupflanzen sind auf dem Gelände zu besichtigen.

Die Einrichtung ist ganzjährig geöffnet. Es besteht jedoch ein eingeschränkter Winterbetrieb.

Das Museum befindet sich in der Trägerschaft des Vereins für Pfahlbau- und Heimatkunde Unteruhldingen e.V. und finanziert sich ausschließlich aus den Eintrittsgeldern der Besucher und Spenden. Als Regionalmuseum unterhält es ein Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte mit den Arbeitsschwerpunkten Pfahlbauarchäologie, Museumspädagogik, Forschungsgeschichte der Archäologie und Regionalgeschichte des Bodenseekreises. Das Pfahlbaumuseum ist ganzjährig Ansprechpartner für historisch und archäologisch Interessierte. In Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Baden-Württemberg werden Ausgrabungen durchgeführt. Denkmalpflegerisch besteht eine ehrenamtliche Beauftragung für den westlichen Bodenseekreis. In den Bereichen Technik, Wissenschaft und Verwaltung sind je nach Jahreszeit zwischen 12 und 55 Personen beschäftigt.

"Uhldi" (Foto: Museum Unteruhldingen)
"Uhldi" (Foto: Museum Unteruhldingen)

Außer den pädagogischen Aufgaben gegenüber 250 - 270.000 Besuchern jährlich steht die Fortentwicklung einer archäologisch und museologisch fundierten Forschungsarbeit im Vordergrund. Ein enges Zusammenwirken mit dem Tourismus in der Region, Wissenschaftlern an verschiedenen Museen und Universitäten Europas schafft hierfür die Grundlagen. Eine Zeitschrift des Vereins für Pfahlbau- und Heimatkunde e.V. - Plattform - und verschiedene Museumsschriften sowie die Internetpräsentation unterrichteten regelmäßig über die Arbeit des Museums.

Weitere Informationen und Kontakt unter
www.pfahlbauten.de
Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailinfo(at)pfahlbauten.de