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Von A bis Z

Stadtbebauung
Der Tempelbau als städtebauliches Element
Wichtiges Element eines Platzes, ob einer unbefestigten Siedlung, einer Festung, einer Stadt oder eines Wirtschaftsgutes war die Götterkultstelle. In der frühen Zeit waren diese Kultbauten offenbar nur an wenigen bedeutenden Plätze wie zum Beispiel in Koptos und Abydos architektonisch herausragend. Spätestens seit dem späten Alten Reich wurden auch die Heiligtümer anderer Plätze baulich hervorgehoben. Sie waren wie die übrige Architektur aus Lehmziegeln errichtet, jedoch unter Verwendung einzelner Bauteile aus Stein, lagen innerhalb ummauerter, eigenständiger, im Stadtgebiet fest verankerter Quartiere oder als Bezirke außerhalb der Städte. Das eigentliche Tempelhaus war anfänglich klein und stark auf die lokale topographisch-kultische Situation ausgerichtet. So findet man echte Felsenheiligtümer wie in Medamud, aber auch solche wie in Elephantine, in der die kultbestimmende Felsformation nur noch den baulichen Hintergrund bildete. Der Forschungsstand läßt noch kein abschließendes Bild von den frühen Göttertempeln zu.
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Sicher ist jedoch, daß im Mittleren Reich ab 1971 v. Chr. unter Sesostris I. königliche Ausbauprogramme für die Göttertempel deutlich an Bedeutung gewannen. Nachdem aufgrund der Schwäche der Zentralgewalt aufstrebende Provinzherrscher in Ägypten zeitweise an Macht gewonnen hatten, existierte wieder ein festgefügter ägyptischer Gesamtstaat. Möglicherweise sollte die durch die baulich manifestierten Teilherrschaften der Provinzgouverneure seit dem späten Alten Reich verlorengegangene königliche Präsenz in der Provinz mittels dieser Programme zurückgewonnen werden.
Die neuen Göttertempel waren aus Stein errichtet, beruhten jedoch im Unterschied zu den späteren festgefügten Bautypen nur zum kleinen Teil auf einem festen Bauschema. Vielmehr nutzten sie die örtlichen Gegebenheiten und paßten sich diesen an. So entstanden Tempelanlagen mit sehr individuellen Grundrißlösungen (Medamud, Elephantine). Gerade diese als provinzialisierend bezeichnete Architektur könnte dazu geführt haben, daß die ansässige Bevölkerung die Könige als ortsverbundene Stifter wahrnahm. Vom Ende des 3. Jts. v. Chr. bis zum Ende der 2. Zwischenzeit 1550 v. Chr. existierte daher wohl ein breites Spektrum an Göttertempeln, deren gemeinsamer Nenner der voll ausgebildete Steinbau mit Schmuckdekor aus Hohlkehle und Rundstab, dekorierter Säule und Pfeiler war.


![Elephantine. Tempel der Göttin Satet im späten Alten Reich. (Zeichnung: Ziermann) Elephantine. Tempel der Göttin Satet im späten Alten Reich. (Zeichnung: Ziermann) [für mehr Informationen und eine vergrößerte Ansicht auf das Bild klicken]](http://static.archaeologie-online.de/typo3temp/pics/stadt_architektur19_8b4ecf9352.gif)
![Elephantine, Tempelhaus. Heiligtum der Göttin Satet (Rekonstruktionen für die 12. Dyn.). (Grafik: Ziermann) Elephantine, Tempelhaus. Heiligtum der Göttin Satet (Rekonstruktionen für die 12. Dyn.). (Grafik: Ziermann) [für mehr Informationen und eine vergrößerte Ansicht auf das Bild klicken]](http://static.archaeologie-online.de/typo3temp/pics/stadt_architektur20_b406e8bca6.gif)
![Elephantine, Tempelhaus. Heiligtum der Göttin Satet (Wiederaufbau der Baustufe der 12. Dyn.). (Foto: Ziermann) Elephantine, Tempelhaus. Heiligtum der Göttin Satet (Wiederaufbau der Baustufe der 12. Dyn.). (Foto: Ziermann) [für mehr Informationen und eine vergrößerte Ansicht auf das Bild klicken]](http://static.archaeologie-online.de/typo3temp/pics/stadt_architektur21_e8512a0eac.jpg)
![Medamud. Rekonstruktion des Month-Tempel des Mittleren Reiches. (Zeichung: Ziermann) Medamud. Rekonstruktion des Month-Tempel des Mittleren Reiches. (Zeichung: Ziermann) [für mehr Informationen und eine vergrößerte Ansicht auf das Bild klicken]](http://static.archaeologie-online.de/typo3temp/pics/stadt_architektur22_3dee068978.gif)