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Koptische Lauten. Saiteninstrumente des 3. - 8. Jh. n. Chr. aus Ägypten

von Ricardo Eichmann - 24.10.2000

Abb. 1: Die sieben erhaltenen 'koptischen Lauten' im Größenvergleich (nach: Eichmann 1994, Taf. 23)
Die sieben erhaltenen 'koptischen Lauten' im Größenvergleich (nach: Eichmann 1994, Taf. 23)

Aus der Zeit des 3. bis 9. Jh. n. Chr. sind sieben einst bebundete Langhalslauten bekannt (Abb. 1), die an unterschiedlichen Orten in Ägypten ausgegraben wurden, unter der Bezeichnung 'koptische Laute' in die Fachliteratur eingegangen sind - auch wenn nicht sicher ist, ob die Instrumente einst von Kopten erfunden, gebaut oder gespielt wurden - und in verschiedenen Museen aufbewahrt werden (Kairo, Grenoble, München, Heidelberg, Göttingen, New York). Drei Instrumente wurden in Gräbern gefunden, eines (Abb. 1, Nr. 1) gehörte zur Ausstattung des Grabes einer Prophetin im Osiris-Antinous-Kult (3. Jh. n. Chr.), die übrigen stammen aus dem Kunsthandel. Alle Instrumente waren aus einem Holzblock gefertigt und mit einer hölzernen Resonanzdecke verschlossen. Sie wurden zum Teil bereits in der Antike mehrfach repariert oder verändert und gelangten in unspielbarem Zustand in die Gräber (Abb. 2).

Abb. 2: Corpusrückseite der 'koptischen' Laute Nr. 5 (Musikinstrumentenmuseum des Stadtmuseums München) mit antiker Reparatur von Schwundrissen (Foto: R. Eichmann)
Corpusrückseite der 'koptischen' Laute Nr. 5 (Musikinstrumentenmuseum des Stadtmuseums München) mit antiker Reparatur von Schwundrissen (Foto: R. Eichmann)