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Koptische Lauten

Saiteninstrumente des 3. - 8. Jh. n. Chr. aus Ägypten

24.10.2000

Wenn sich Archäologen mit den Überresten musikalischer Äußerungen beschäftigen, werden diese häufig als Mittel zur Erkenntnis anderer kultureller Phänomene verwendet, die z.B. sozialen, ökonomischen, politischen oder religiösen Lebensbereichen zuzuordnen sind. Über die Musik selbst, die einst in jenen Bereichen erklang, wird kaum gehandelt, da man sie ja ohnehin nicht rekonstruieren kann. Was zunächst einleuchtet, erweist sich bei eingehenderem Studium als Problem. Zwar wird es kaum möglich sein, die Musik der Antike zur Aufführung zu bringen, die in zahlreichen Ausgrabungen geborgenen Instrumente aus unterschiedlichen Teilen der Welt erlauben aber immerhin, mit Erfolg über ihr Klangpotential sowie in Ausnahmefällen über die Größe musikalischer Intervalle, den Tonvorrat einzelner Instrumente oder Tonleitern zu handeln. Die systematische Erforschung derartiger Themen führt mitunter zu erstaunlichen Resultaten, vor allem dann, wenn es gelingt, die rekonstruierten Tonverhältnisse experimentell anzuwenden und u.U. neue musikalische Felder zu erschließen. Zu den Ausnahmefunden im antiken Instrumentarium zählen z.B. Lithophone, Metallophone, Glockenspiele, Blasinstrumente oder Seitenintrumente, vor allem Lauten, wenn sie mit Bünden versehen waren.