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Plancher-les-Mines - ein Industriedenkmal aus dem 4. Jahrtausend v. Chr.

1.3.2001
Das Material von Plancher-les-Mines. (Foto: A. Maass)
Das Material von Plancher-les-Mines. (Foto: A. Maass)

In dem Gebiet zwischen dem Jura und dem Südrand der Vogesen besteht ein Großteil der jungneolithischen Steinbeile aus einem charakteristischen, schwarzen, teilweise von helleren Lagen durchsetzten, quarzreichen Tonstein. Das Material, das mit der Zeit eine auffällige hellgraue Patina bekommt, konnte aufgrund seines hohen Quarzgehaltes wie Silex geschlagen werden, aber gleichzeitig durch den körnigen Charakter des Tonsteines auch gut geschliffen werden. Durch die Härte erhielt man eine sehr scharfe Schneide, wie es bei anderen Felsgesteinen nicht möglich war.

Blick in das Tal von Marbranche. (Foto: A. Maass)
Blick in das Tal von Marbranche. (Foto: A. Maass)

Das Vorkommen dieses signifikanten Gesteins wurde schon seit einer Arbeit von A. Glory von 1942 in den Südvogesen vermutet. Im Jahr 1989 unternahm eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von P. Pétrequin und Chr. Jeunesse einen ernsthaften Versuch, endlich das Vorkommen und die Abbaustellen zu finden. Sie durchsuchten die Bäche nach Geröllen aus diesem Gestein und wurden im Rahin, einem östlichen Nebenbach des Ognon fündig. In einem Seitental bei Plancher-les-Mines konnten in dem kleinen Bach Marbranche das anstehende Gestein und daneben die prähistorischen Abbauspuren entdeckt werden.

Seitenansicht einer kleinen Pinge. (Foto: A. Maass)
Seitenansicht einer kleinen Pinge. (Foto: A. Maass)

Am Westhang des Tête Ronde befinden sich auf einer Fläche von ca. 7 ha die heute noch gut im Gelände sichtbaren Abbaue. Sie liegen auf dem schmalen Ausbiß der steil nach Süden einfallenden Schicht. Heute sind die Abbaupingen noch als große Einbuchtungen am Hang erhalten, zu erkennen an der steileren Front und einer ebenen Plattform davor, die im Mittelalter oder der Frühen Neuzeit von Köhlern benutzt wurde, als im Tal Bergbau auf Silbererze betrieben wurde. Die Größe der Abbaupingen schwankt stark. Es gibt kleine Abbaue, bei denen die Plattform nur wenige Quadratmeter groß ist und die steile Front nur eine Höhe von ca. 2 m hat. Dagegen haben die größten Abbaue eine Plattform mit einer Länge von ca. 40 m, einer Breite von ca. 20 m und einer Front mit einer Höhe von 10-15 m.

Produktionsabfälle von der Beilproduktion. (Foto: A. Maass)
Produktionsabfälle von der Beilproduktion. (Foto: A. Maass)

Weil noch heute die gesamte Oberfläche mit altem Haldenmaterial bedeckt ist, das eine Dicke von über 2 m erreichen kann, ist die neolithische Bergbautechnik nur unvollkommen zu rekonstruieren. Aufgrund des plattigen Charakters des Gesteins ist es möglich, daß die Bergleute sich auf den Schichtflächen voranarbeiteten, indem sie eine Schicht auf dem Boden wegschlugen und anschließend die freihängenden Partien mit hölzernen Brechstangen und Keilen hereingewannen. Auf diese Art wären größere untertägige Hohlräume entstanden, die später durch die Abfälle der darüberliegenden Abbaue wieder zugeschüttet worden wären. Die gewonnenen Platten wurden direkt bei den Abbauen zu Rohbeilen verabeitet, was die Klopfsteine, Schlagabfälle und zerbrochenen Beilrohlinge auf den Halden anschaulich zeigen. Die grob zurechtgeschlagenen Beile wurden in die Siedlungen in der Gegend von Belfort transportiert und von dort weiterverhandelt. Erst in den Bestimmungssiedlungen wurden die bis dahin nur zurechtgeschlagenen Rohbeile zu fertigen Werkzeugen geschliffen.