- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
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- 1.1.13: Syrien.
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- 1.1.16: Archäologie 2000.
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- 1.2: Fundpunkt.
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Von A bis Z

Beispiele montanarchäologischer Ergebnisse
Pigmente
Keinesfalls gehören Erze zu den einzigen aus der Erde bergmännisch gewonnenen Rohstoffen. Von besonderer Bedeutung war und ist Kochsalz für den Verzehr. Aber mineralische Farbstoffe wie Ocker oder Zinnober gehören zu den ältesten untertägig gewonnenen Rohstoffen. Ein Rötelbergwerk auf der Insel Thasos in der Nordägäis gehört mit einem Alter von 20.000 Jahren in die jüngere Altsteinzeit (Koukouli-Chrysanthaki / Weisgerber 1999). Besonders zur Zeit der Bandkeramik spielte zu Rötel geriebener oder gemahlener Hämatit eine große Rolle, wie die vielen Hämatitstücke mit Abriebspuren in den Siedlungen zeigen.
Feuerstein und Hornstein
Mit 33.000 Jahren sind die paläolithischen Feuersteinbergwerke in Ägypten noch älter als die Rötelbergwerke auf Thasos (Vermeersch 1955). Die meisten Feuersteinbergwerke gehören aber ins Neolithikum, allein in Europa sind es mehr als 200 (Weisgerber et al. 1999). Im Orient spielten Gewinnung und Handel von Obsidian in der gleichen Zeit eine große Rolle (Pollmann 1999).
Felsgesteine
Felsgesteine hatten schon zu Zeiten des Australopithecus eine wichtige Funktion zur Herstellung von Steingeräten. Bergmännisch in Steinbrüchen gewonnen wurden sie seit dem Neolithikum. Gute Beispiele sind der Zobten für Serpentinit (Schlesien; Wojchiechowski 1984), die Steinbrüche auf Phyllitquarz bei Plancher-les Mines (Südvogesen; Pétrequin et al. 1995, s. Beitrag Maass), die Doleritbrüche bei Séledin (Bretagne; Roden 1983). Im Neolithikum wurden anscheinend grüne Gesteine (Serpentin, Jadeit) bevorzugt, die sich auch durch eine große Zähigkeit auszeichnen.
Schmucksteine (Halbedelsteine)
Grüne Schmucksteine, wie etwa Variszit, waren nicht nur im Neolithikum Europas, sondern auch dem des Vorderen Orients sehr gefragt. In Can Tintorer bei Barcelona wurde Variszit im 3. Jtd. in großen Bergwerken untertägig gewonnen und bis Portugal und die Bretagne exportiert (Cierny 1991; Villalba 1997).
In der orientalischen Bronzezeit bekamen blaue Schmucksteine wie Lapislazuli und Türkis eine große Bedeutung bei der herrschenden Elite, seien es mesopotamische Stadtkönige oder die ägyptischen Pharaonen gewesen. Um die Türkislagerstätten des Sinai unter ihre Kontrolle zu bringen, führten die Pharaonen bereits im 3. Jtd. v.Chr. die ersten historisch überlieferten Kriege um Rohstoffe.
Kupfer
Nach der Nutzung von gediegenem Kupfer in Anatolien seit 8000 v.Chr. führte spätestens das Erschmelzen von Kupfer aus oxidischen Erzen seit dem 5. Jtd. zu deren bergmännischer Gewinnung. Das bislang älteste Bergwerk wurde in Aibunar in Bulgarien für das 5. Jtd. festgestellt, ihm können zahllose Funde von kreuzständigen Äxten zugeordnet werden (Cernych 1978). Ein ähnlich altes Bergwerk in Rudna Glava (Jovanovic 1982) wurde wahrscheinlich nur zur Herstellung grüner Perlen aus Malachit betrieben, jedenfalls lassen sich ihm keine Metallfunde zuordnen (Pernicka 1990). Montanarchäologisch untersucht sind die Bergwerke des 4. Jtds. in Fenan in Jordanien, wo es auch solche des 3.-1. Jtds. v.Chr. gibt. Archäometallurgische Untersuchungen konnten zeigen, dass die Erze von Fenan seit dem 5. Jtd. in die Siedlungen der Levante exportiert wurden und in den dortigen Metallfunden wiedererkannt werden können. Im 3. Jtd. wird das industriell erschmolzene Metall in Form halbmondförmiger Barren exportiert (Hauptmann 2000). Altägyptische Bergwerke des 2. Jtds. machen den Hauptteil der Gruben in Timna (Israel) aus (Conrad et al. 1990).
Die ältesten Bergwerke Mitteleuropas liegen in Südfrankreich (Ambert 1995), wenig jünger mögen die der Slowakei sein. Ab dem 2. Jtd. spielen die Lagerstätten der Alpen eine überragende Rolle. Dennoch gibt es auch hier Schmuck und Geräte seit dem 4. Jtd. v.Chr. Die Wiederaufnahme des Mitterberger Kupferbergbaus 1843 führte zur Entdeckung prähistorischer Kupferbergwerke. Sie sind immer noch die, welche die vielfältigsten Funde lieferten, da im Cu-haltigen Wasser organische Funde gut konserviert worden waren (Zschocke et al. 1932). Jüngst wurden im Revier von Schwaz in Tirol weitere "Heidenzechen" als bronzezeitlich erkannt. In Deutschland haben Untersuchungen zur mittelalterlichen Gewinnung von Kupfererzen im Harz in jüngster Zeit an Bedeutung gewonnen (Klappauf 2000).
Zinn
Seit Schliemann's Tagen ist die Frage nach der Herkunft des Zinns für die Bronze immer wieder gestellt, aber niemals beantwortet worden. In Europa denkt man an die Lagerstätten von Cornwall, der Bretagne und des Erzgebirges. Prähistorische Nachweise sind aber selten (Willies 1995). Im Orient, wo die Verwendung der Bronze bereits im 3. Jtd. beginnt, ist diese Frage viel schwieriger zu beantworten, da weit und breit kein Zinn vorkommt. Erst in jüngster Zeit konnten in Mittelasien bronzezeitliche Zinnbergwerke untersucht werden (Alimov 1998).




