- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
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- 1.1: Thema.
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Von A bis Z

Was beinhaltet Montanarchäologie?
Montanarchäologie meint mehr als Bergbauarchäologie, denn neben solchen des Bergbaus legt sie auch die archäologischen Hinterlassenschaften hüttentechnischer Arbeitsprozesse frei, um sie zu datieren und in ihrem kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Umfeld zu verstehen. Analytik und Interpretation der Verhüttungsabfälle ist Aufgabe der Archäometallurgie. Musste sich die Forschung zum alten Bergbau in den 70er und 80er Jahren hauptsächlich um die Grundlagen und damit verstärkt um Techniken, Geräte und Verfahren bemühen, so ist ihre Basis allmählich breit genug, um sich auch Themen wie Organisationsstruktur, Technologietransfer oder Handelsströmen zuwenden zu können.
Was ist Bergbau?
Bergbau ist ein Sammelbegriff für alle planmäßigen Arbeiten zur Aufsuchung, Gewinnung, Förderung und Aufbereitung der in der Erdrinde zu Lagerstätten angehäuften Mineralien und nutzbaren Gesteine. Sie finden entweder im Tage- oder im Tiefbau statt, die beide seit dem Paläolithikum nachgewiesen sind. Noch im 18. Jh. schloss der Begriff "Bergbau-Kunst" auch das Hüttenwesen ein, heute wird beides mit dem Terminus "Montanwesen" erfasst.
Was ist Aufbereitung?
Aufbereitung in alter Zeit ist die Verarbeitung von bergbaulichen Rohstoffen (Haufwerk) und Zwischenprodukten (z.B. Schlacke mit Kupfer, Eisenluppen) zu technisch weiterverwertbaren Produkten auf physikalischer Grundlage. Allerdings spielen sich beim Rösten und Amalgamieren auch chemische Prozesse ab. Aufbereitung findet trocken oder nass statt.
Was ist Verhüttung?
Verhüttung ist die Verarbeitung von aufbereiteten Erzen zu Metallen durch chemisch-physikalische Hochtemperaturprozesse.
Welche Ergebnisse der Montanarchäologie sind die augenfälligsten ?
Neben Erkenntnissen zur Kultur-, Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte für ur- und frühgeschichtliche, antike und mittelalterliche Zeiten ergibt sich immer öfter, dass montanarchäologische Gelände- und Grabungsarbeiten den Beginn der Ausbeutung von Lagerstätten weiter in die Vergangenheit und vor die durch Schriftquellen angezeigten Daten verlegen. Wegen der Lückenhaftigkeit der schriftlichen Überlieferung ist dies fast die Regel. Dadurch ist die Wirtschaftsgeschichte mancher Region neu zu schreiben. Jüngste Beispiele in Deutschland dafür sind der Harz (Klappauf) sowie das Bergische (Gechter) und das Siegener Land (Dahm et al. 1998).
Was sind die Quellen der Montanarchäologie?
Es versteht sich von selbst, dass technische und historische Aussagen nur so gut sein können wie die zur Verfügung stehenden Quellen. Diese sind in primäre und sekundäre Quellen zu unterteilen.
Primäre Quellen:
Optimal sind gut beobachtete Funde und Befunde sorgfältiger Ausgrabungen in Bergwerken, Erzaufbereitungsstellen, Hüttenplätzen und Werkstätten (Pittioni 1968). Undatierte Funde, wie etwa aufgelesene Schlacken, können kaum etwas zur Metallurgie- und damit Menschheitsgeschichte beitragen.
Sekundäre Quellen:
- Schriftquellen (u.a. auch Codices, Epigraphik, z.B. Hieroglyphentexte an Türkisbergwerken im Sinai)
- Bildliche Darstellungen auf Architekturteilen, Grabsteinen, Siegeln, Miniaturen, in Codices
- Numismatik von Bergbaugeprägen
Wie Prähistorie insgesamt, kommt auch die Montanarchäologie nicht ohne die Analogien zur Ethnologie aus (Montanethnographie)
Experimentelle Archäologie kann helfen, Prozesse besser zu verstehen.




