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Bronzezeitlicher Kupferbergbau in Tirol.

von Gert Goldenberg - 1.3.2001

2. Die Fahlerzlagerstätten von Schwaz/Brixlegg im Unterinntal - Nordtirol

Erst in den letzten Jahren hat sich zu den bislang bekannten prähistorischen Kupferbergbaurevieren die Region Schwaz/Brixlegg im Unterinntal (Nordtirol) hinzugesellt. Hier konnten im Zuge neuer, von der Universität Innsbruck durchgeführter und vom österreichischen Forschungsfonds (FWF) geförderten Forschungsarbeiten umfangreiche Bergbaurelikte aus der Späten Bronzezeit entdeckt und für archäologische Untersuchungen erschlossen werden. Ausgangspunkt für den prähistorischen Kupferbergbau bildeten in dieser Region die reichen Fahlerzlagerstätten im "Schwazer Dolomit", auf deren Grundlage sich 2000 Jahre später, im Späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, eines der bedeutendsten Bergbauzentren Europas entwickeln sollte ("Schwaz, die Mutter aller Bergwerke").

Fahlerz (grau) in Dolomit, mit blauen Sekundärmineralen (Radfeld). (Foto: G. Goldenberg)
Fahlerz (grau) in Dolomit, mit blauen Sekundärmineralen (Radfeld). (Foto: G. Goldenberg)
Bergbauspuren im Schwazer Dolomit am Moosschrofen bei Brixlegg (SB). (Foto: G. Goldenberg)
Bergbauspuren im Schwazer Dolomit am Moosschrofen bei Brixlegg (SB). (Foto: G. Goldenberg)

Während in den meisten bronzezeitlichen Bergbaurevieren, so auch am Mitterberg oder im Raum Kitzbühel, vor allem Kupferkies (CuFeS2) als Ausgangserz für die Kupferproduktion zur Verfügung stand, lieferten die Lagerstätten von Schwaz/Brixlegg einen ganz anderen Erztyp, der durch das Vorherrschen von Fahlerzen gekennzeichnet ist. Die wichtigsten Vertreter dieser Mineralgruppe sind das Antimonfahlerz Tetraedrit (Cu12Sb4S13) und das Arsenfahlerz Tennantit (Cu12As4S13). Aus diesen polymetallischen Erzen, die eine Vielzahl weiterer Elemente (Fe, Zn, Ag, Hg, Bi u.a.) enthalten können, lassen sich spezielle Kupfer- bzw. Bronzesorten ableiten, für die sich in Fachkreisen der Ausdruck "Fahlerzmetalle" eingebürgert hat, und deren Zusammensetzung durch deutliche Gehalte an Arsen, Antimon und Silber gekennzeichnet ist.