27.04.2017 - 22:44:50

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Häuser im Moor

11.5.2000

Das Federseemuseum in Bad Buchau bietet mit den Hausrekonstruktionen auf dem neuerrichteten archäologischen Freigelände einen Einblick in das Alltagsleben der Menschen vor 6000 Jahren.

Das neue Museumsdorf im Federseemoor in Bad Buchau, Kr. Biberach
Das neue Museumsdorf im Federseemoor in Bad Buchau

Seit dem 3. April dieses Jahres ist das Federseemuseum in Bad Buchau (Kr. Biberach, Baden-Württemberg) um eine Attraktion reicher. An den Aktionstagen vom 4. - 9. April wurden die neu errichteten Häuser auf dem Gelände eingeweiht. Allein am Sonntag, den 9. April fanden bei schönem Wetter über 2000 Besucher den Weg in das Museum. Zahlreiche Vorführungen, wie Bronzegießen, Bogenschießen, das Fangen und Räuchern von Fischen und ähnliche Aktivitäten erfüllten das Gelände mit den Häusern aus der Stein- und Bronzezeit zu neuem Leben.

Der Werkplatz des Bronzegießers
Der Werkplatz des Bronzegießers
Die Vorführungen im Bogenschießen wurden vom Publikum mit regem Interesse verfolgt.
Die Vorführungen im Bogenschießen wurden vom Publikum mit regem Interesse verfolgt.

Besiedlung am Federsee

Seit der Entdeckung der ersten jungsteinzeitlichen Siedlungen im Hochmoor im Jahr 1875 wurden eine Fülle weiterer Siedlungsspuren im Federseegebiet gefunden. Bis heute konnten über 180 Hausgrundrisse ausgegraben werden. Die seit 16.000 Jahren andauernde Besiedlung des Gebietes reicht von dem Nachweis einer späteiszeitlichen Jagdstation an der Schussenquelle über mehrere mittelsteinzeitliche Fundplätze rund um den Henauhof bis hin zu den jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Siedlungen rund um den ehemaligen Federsee, die als Vorbilder für die Hausrekonstruktionen auf dem archäologischen Freigelände des Museums dienten.

Ein Jäger mit einer Speerschleuder in Aktion
Ein Jäger mit einer Speerschleuder in Aktion

Das 1968 errichtete und 1995 völlig neu gestaltete Federseemuseum bietet nun neben der Darstellung der Besiedlungs- und Umweltgeschichte des Federsees auch ein archäologisches Freigelände mit 12 Häusern aus jeweils zwei steinzeitlichen und zwei bronzezeitlichen Besiedlungsepochen. Seit 1998 arbeitete ein Team aus Wissenschaftlern und Handwerkern am Aufbau des Freilichtgeländes, wobei besonders auf die Rekonstruktion der Dächer geachtet wurde. Da in den Ausgrabungen im wesentlichen nur die Hausgrundrisse dokumentiert werden können, wurden die Dächer auch unter Verwendung volks- und völkerkundlicher Parallelen rekonstruiert.