- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 1.1: Thema.
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- 4: Bibliothek.
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Von A bis Z

Ungewöhnlich sind auch einige Beigaben des 1997 am nördlichen Ortsrand von Bad Krozingen entdeckten Gräberfeldes. Vor allem die ältesten Gräber aus der Zeit um 500 nach Christus dokumentieren deutliche Bezüge zum fränkischen Reich. Dazu gehört das antik beraubte Männergrab 33 mit der im Grab verbliebenen Franziska und einem Taschenbügel mit flächendeckendem Glasbesatz in Zellwerk, der die wertvolleren Taschenbügel aus Gold mit Almandineinlagen nachahmt. Man kann in Bad Krozingen von einem der frühesten Stützpunkte der fränkischen Herrschaftssicherung ausgehen, der direkt an der römischen Straße von Basel nach Mainz auch schon zur römischen Zeit erhebliche verkehrspolitische Bedeutung hatte.
Die im 7. Jahrhundert im südlichen Breisgau weit verbreitete Sitte, die Toten nicht nur in Holzsärge, sondern zudem in trocken gemauerten Steinkisten zu bestatten, konnte auch im Gräberfeld in Biengen festgestellt werden. Einzigartig sind dagegen die sorgfältig gebauten Steinkisten, deren Innenseiten mit Mörtel verstrichene Wände aufweisen. Der Boden einer Grabkammer war mit römischen Hypokaustziegeln ausgelegt. Vermutlich wurden diese aus den teilweise noch sichtbaren römischen Ruinen von Bad Krozingen geholt. Die Steinkisten versuchten offensichtlich die im fränkischen Reich weit verbreitete Sitte der Steinsarkophagbestattung nachzuahmen.
Noch nicht ganz geklärt ist die Bedeutung des Münsterbergs von Breisach in der Merowingerzeit, da er erst wieder im Jahre 938 in den historischen Quellen genannt wird, als der westfränkische König Ludwig hier urkundet. Vermutlich kam der Berg nach 496 als ehemaliges Fiskalgut in den Besitz des fränkischen Königs, da die strategische Bedeutung des Platzes entscheidend für die Sicherung der beiden Rheinufer war. Neuerdings ist anhand der Funde aus den Ausgrabungen von 1980-86 eine kontinuierlichen Besetzung des Breisacher Münsterberges nachzuweisen. Es ist anzunehmen, daß hier ein fränkisches Kastell mit administrativen Funktionen bestand, welches durch die wahrscheinlich noch bestehende spätantike Befestigung gesichert war.
Vermutlich steht die erneute Besiedlung der Höhensiedlungen im 7. Jahrhundert - wie beispielsweise auch der Zähringer Burgberg - im Zusammenhang mit dem sich neu entwickelnden Machtstreben der alamannischen Elite gegenüber der fränkischen Königsmacht. Die Eigenständigkeitsbestrebungen der alamannischen Herzöge werden in der Folge bei dem Gerichtstag von Cannstatt (746) endgültig durch die karolingische Königsmacht unterdrückt.
Literatur
- Ch. Bücker (1999): Frühe Alamannen im Breisgau. Untersuchungen zu den Anfängen der germanischen Besiedlung im Breisgau während des 4. und 5. Jahrhunderts nach Christus. Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland Bd. 9 (Sigmaringen 1999).
- Die Alamannen (1997): Ausstellungskatalog hrsg. vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg (Stuttgart 1997).
- G. Fingerlin (1998): Bräunlingen, ein frühmerowingischer Adelssitz an der Römerstraße durch den südlichen Schwarzwald. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1997 (Stuttgart 1998) 146-148.
- M. Hoeper, Alamannische Besiedlungsgeschichte im Breisgau. Reihengräberfelder und Gemarkungsgrenzen. In: H.U. Nuber/K. Schmid/H. Steuer/Th. Zotz (Hrsg.): Römer und Alamannen im Breisgau. Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwest-deutsch-land Bd. 6 (Sigmaringen 1994) 9-124.
- M. Schmaedecke (1992): Der Breisacher Münsterberg. Topographie und Entwicklung. Forsch. u. Ber. z. Arch. d. Mittelalters in Baden-Württemberg Bd. 11 (Stuttgart 1992).




