- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
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Von A bis Z

Letzte Lebenszeichen und Ende
Etliche Versteckfunde an Hausrat, Schmuck, Münzen und Tempelinventar, die nicht mehr gehoben wurden, bekunden den Bevölkerungsverlust. Dennoch war das Limesgebiet nicht menschenleer. Etliche aus Werkzeugen und eisernem Baumaterial, das oft von abgebrannten Gebäuden stammt, bestehende Horte belegen die Anwesenheit zumindest kleiner Gruppen, die die römischen Ruinen nach verwertbarem Material durchstreiften. Ob es sich um letzte Reste der Provinzbevölkerung handelte oder um erste germanische Neusiedler, die von den Bürgerkriegsparteien vielleicht gezielt als Puffer zwischen den Fronten angesiedelt wurden, wissen wir nicht.
Erst 274 n. Chr. hatte der energisch durchgreifende Kaiser Aurelian (270-275 n. Chr.) die desolate Lage des Reiches wieder soweit stabilisiert, dass er sich erfolgreich der Beseitigung des inzwischen durch innere Machtkämpfe geschwächten "Gallischen Sonderreiches" zuwenden konnte. Wahrscheinlich nutzte der Kaiser seine Anwesenheit am Rhein zur endgültigen Räumung des Limesgebietes. Mit der Neuordnung der Verhältnisse dürfte die Rücknahme der römischen Militärgrenze auf die Rheinlinie einhergegangen sein. Wenige Jahre zuvor hatte Aurelian die Evakuierung der dakischen Provinzen befohlen, die auf Kosten anderer Provinzterritorien südlich der Donau neu gegründet wurden. Dieser Vorgang ist historisch überliefert, die Ergreifung gleicher Maßnahmen am Rhein lässt sich vorerst nur vermuten.
Germanische Siedler nahmen - in Eigeninitiative oder auf römisches Geheiß - das ehemalige Limesgebiet allmählich in Besitz und begannen sich auf vormals römischem Boden politisch neu zu organisieren. 297 n. Chr. wurde der Zwickel zwischen Rhein und Donau erstmals Alamannia genannt.
Literatur
- H.-P. Kuhnen (Hrsg.), Gestürmt - Geräumt - Vergessen? Der Limesfall und das Ende der Römerherrschaft in Südwestdeutschland (Stuttgart 1992).
- H. U. Nuber, Das Ende des Obergermanisch-Raetischen Limes - eine Forschungsaufgabe. In: Ders./K. Schmid/H. Steuer/Th. Zotz (Hrsg.), Archäologie und Geschichte des ersten Jahrtausends in Südwestdeutschland (Sigmaringen 1990) 51-68.
- M. Reuter, Der Wiederaufbau des obergermanisch-raetischen Limes unter Maximinus Thrax. In: N. Gudea (ed.), Roman Frontier Studies. Proceedings of the XVIIth International Congress of Roman Frontier Studies (Zalau 1999) 533-537.
- E. Schallmayer (Hrsg.), Niederbieber, Postumus und der Limesfall. Stationen eines politischen Prozesses. Bericht des ersten Saalburgkolloquiums. Saalburg-Schr. 3 (Bad Homburg 1996).
- B. Steidl, Die Wetterau vom 3. bis 5. Jahrhundert n. Chr. Materialien zur Vor- und Frühgesch. Hessen 22 (Wiesbaden 2000).
- B. Steidl, Der Verlust der obergermanisch-raetischen Limesgebiete. In: L. Wamser/Chr. Flügel/B. Ziegaus (Hrsg.), Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer. Zivilisatorisches Erbe einer europäischen Militärmacht (Mainz 2000) 75-79.

