- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 1.1: Thema.
- 2: Guide.
- 3: Digger.
- 4: Bibliothek.
- 5: Mediathek.
- 6: Forum.
- 7: Club.
- 8: Autoren.
- 9: FAQ.
Von A bis Z

Wegen der Gefahr einer erneuten Verknüpfung friulanischer Burgen mit politischen Motiven muss noch einmal auf den Umgang mit diesen vor und in der faschistischen Zeit eingegangen werden: Zweifellos mit einer stark deutsch geprägten Geschichte wurden die Burgen der Region bereits in deutschsprachigen Werken des ausgehenden 19. Jh. in einem nationalistisch geprägten Blickwinkel betrachtet. Immerhin entstand ein Überblick zu Bauformen und historischen Ereignissen. Er diente aber der Begründung des Anspruchs Österreichs auf die Region (CZOERNIG 1873, ZAHN 1883). Als staatlich vorgegebene nationale Aufgabe ähnelt diese Herangehensweise der Burgenforschung im wilhelminischen Deutschland (BILLER/GROßMANN 2002, 18).
Die von Kunsthistorikern, Historikern und klassischen Archäologen dominierte ital. Forschung betonte dagegen antik-römische Wurzeln im Sinne einer Kontinuität zwischen Römischem Reich und modernem Italien mit "Leitformen" wie den venetischen Villen. Dabei wurden aufklärerische Tendenzen der Renaissance und des Klassizismus mit Interesse am antiken "Erbe" analysiert und für einen Brückenschlag genutzt (CANFORA 1989). Dieser weder auf Italien noch Burgentypen beschränkten Tradition (vgl. HINZ 1981) und den grundsätzlichen Problemen Pipers (MEYER 1995, 645) ist selbst noch der "Miotti" verhaftet, ein Werk von lexikalischem Umfang und Wert (MIOTTI 1978, I-VII), welches die Burgen generell auf römische Ursprünge zurückführt und dabei viele Spektren der Mittelaltergeschichte ausblendet. Das für lokale Bauforscher und Archäologen unschätzbare Basiswerk eines ambitionierten, akribischen Laienforschers, verharrt in seinen Ansichten unbeabsichtigt bei den Interessen des ausgehenden 19. Jh., die sich im Vorfeld des ersten Weltkrieges etablierten und im faschistischen Italien verhärteten.


