- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 1.1: Thema.
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- 9: FAQ.
Von A bis Z

Die Burgenforschung Norditaliens entstand erst nach den Anfängen in Westeuropa und selbst die Burgenromantik des 19. Jh. trat verspätet ein. Standardwerke des deutschsprachigen Raumes, wie die dem "romantischen Reiz" (PIPER 1912, VII) erliegende Burgenkunde Otto Pipers (1895/1912), bisher durch nichts Vergleichbares ersetzt (Meyer 1995, 646), oder Veröffentlichungen des Burgenvereins unter Bodo Ebhardt, wurden kaum oder nur von österreichischen "Burgenforschern" mit Interesse für die Region wahrgenommen. Diesen entstammt das erste elementare, "deutsche Wirksamkeit" im Friaul hervorhebende Werk (ZAHN 1883, IV). Es bezog sich in einer Art Reisebeschreibung u.a. auf eine Handschrift des Paters Gaetano Sturolo von 1772, die heute in der Bibliothek des Museo Archeologico Nazionale di Cividale und der Bibliotheca Civica Udinese aufbewahrt wird. Dabei handelt es sich um eine frühe Auseinandersetzung mit Mittelaltergeschichte und norditalienischen Burgen von italienischer Seite. Es stellt heute eine wichtige Quelle zum einst vorhandenen Bestand dar.
Wie in ganz Europa war die Archäologie Italiens immer mit Politik verknüpft und spielte eine wesentliche Rolle bei der Formung von Staat und nationaler Identität (JEUTE/GRÖNWALD 2002, 102). Die Ur- und Frühgeschichtsforschung Italiens, Paleoetnologia, etablierte sich unter der Persönlichkeit Luigi Pigorinis als institutionalisierter Forschungszweig in den 70er Jahren des 19. Jh. Dieser entsprach in seinem Bemühen um Forschungszentralisierung oder der Formulierung von Terramare-Kultur und geschlossener Besiedlung der Apenninen-Halbinsel von Norden, einer Beschwörung großräumiger Kultureinheiten in Bezug auf moderne staatliche Einheit. Als omnipotenter Forscher und Koordinator um eine umfassende Bearbeitung aller Zeitalter bemüht, musste er sich ab 1885 antipositivistischen Tendenzen, welche die sich durchsetzende Gliederung der Zeitstufen nach Oskar Montelius nicht akzeptierten, beugen.
Die Forschungstradition positivistischer Ur- und Frühgeschichte wich zwischen 1901 und dem Faschismus einseitigen reaktionär-idealistischen Tendenzen und ist seither auf einem absteigenden Ast. Nur Spezialgebiete behaupteten sich neben der Forschung zur römischen Antike und fanden Nischen mit Paläolith-Forschung, Eisenzeit und "Etruskologie". In Rom wurde staatstragende Geschichtswissenschaft betrieben, die Naturwissenschaften siedelten sich in der Florentiner Schule an. Diese Teilung brach in den 40er und 50er Jahren einzig Luigi Bernabó Brea mit seinen Forschungen zu Ligurien und den Aeolischen Inseln (GUIDI 2002, 354) auf. Mittelalterarchäologie und Burgenforschung spielten anders als in Deutschland jener Zeit in der Paleoetnologia eine untergeordnete Rolle und scheinen in Friaul vorwiegend ein Phänomen der letzten drei Jahrzehnte zu sein.


