- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 1.1: Thema.
- 2: Guide.
- 3: Digger.
- 4: Bibliothek.
- 5: Mediathek.
- 6: Forum.
- 7: Club.
- 8: Autoren.
- 9: FAQ.
Von A bis Z

Das Mittelbergplateau wird von einer eisenzeitlichen Ringwallanlage umschlossen und von zwei Abschnittswällen begrenzt. Die Ringwallanlage der älteren Eisenzeit ist partiell wieder hergestellt und in Form eines grasbewachsenen Erdwalles modelliert. Der Wall folgt seiner ursprünglichen Lage, ist aber im Gegensatz zu einer Rekonstruktion in einem neuen, trapezförmigen Querschnitt erstellt worden. Dadurch bleibt der fragmentarisch erhaltene ursprüngliche Wall im Osten des Plateaus erkennbar und es ergibt sich ein spannender Kontrast zwischen Alt und Neu. Die Sichtbeziehungen, die der Besucher vom Aussichtsturm aus herstellen kann, werden durch etwa 50 cm breite Betonbänder im Boden mit eingestanzten Inschriften aufgenommen und helfen dem Betrachter, den Blick zu den entsprechenden Punkten zu leiten.
Außer der Himmelsscheibe gibt es noch weitere Fundstellen innerhalb der Anlage, die bei den archäologischen Untersuchungen ab dem Jahr 2002 nachgewiesen wurden. Diese Fundstellen sind durch Betonscheiben mit einem Durchmesser von etwa 50 cm markiert. In die „Fundscheiben“ ist die jeweilige Nummer des Fundes graviert. Wer sich in der Dauerpräsentation der Arche Nebra einen der kleinen Pläne, die dort ausliegen, mitgenommen hat, kann auf dem Mittelberg die Fundnummern eintragen. Mit Hilfe der so katalogisierten Funde kann der Besucher selbst auf „Schatzsuche“ gehen und – zurück im Besucherzentrum – den Fundstellen die ausgestellten archäologischen Funde zuordnen.
Das "Himmelsauge" schließlich dokumentiert den Fundort der Himmelsscheibe. Am exakt vermessenen Punkt liegt eine leicht gekrümmte Scheibe aus poliertem Edelstahl mit der Aufschrift „Fundort der Himmelsscheibe von Nebra“ im Boden. Der Besucher tritt an die Senke heran und sieht in die Wolken und bei Dämmerung in die Sterne – der Blick in den Boden ist somit gleichzeitig ein Blick in den Himmel. Das Himmelsauge verbindet Himmel und Erde genau an der Stelle, wo 3600 Jahre lang ein Bild des Himmels im Boden verborgen lag. Durch die künstlerische Inszenierung wird vermieden, die Raubgräbergrube zu rekonstruieren, was sowohl didaktisch als auch konservatorisch problematisch gewesen wäre.
Himmelswege
Das Besucherzentrum Arche Nebra und der Fundort der Himmelsscheibe bilden einen von vier Standorten der "Himmelswege". Die Himmelswege sind eine touristische Route, die archäologisch bedeutende Standorte im südlichen Sachsen-Anhalt miteinander verbindet. Die Auffindung der Himmelsscheibe von Nebra als einem international beachteten und bedeutenden archäologischen Fund gab zusammen mit den Grabungen rund um das Sonnenobservatorium von Goseck den Anstoß für die Etablierung dieser Tourismusroute. Weitere Standorte sind das rekonstruierte 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium in Goseck mit dem dazugehörigen Infopoint im Schloss Goseck, Langeneichstädt mit einer jungsteinzeitlichen Grabkammer und der sogenannten Dolmengöttin sowie das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle mit der originalen Himmelsscheibe von Nebra (Wiedereröffnung am 23. Mai 2008).
Literatur
- Kulturtourismus 2004: Kulturtourismus in Sachsen-Anhalt, hrsg. v. Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt, Magdeburg, Potsdam, Köln 2006 (= Tourismus-Studien Sachsen-Anhalt; 23).
- Meller, Harald, Die Himmelsscheibe von Nebra – ein frühbronzezeitlicher Fund von außergewöhnlicher Bedeutung, in: Archäologie in Sachsen-Anhalt 1/02 (Sonderdruck, Die Himmelsscheibe von Nebra), 7-31.
- Ders., Die Himmelsscheibe von Nebra, in: Der geschmiedete Himmel. Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren, Ausstellungskat. hrsg. von Harald Meller, Stuttgart 2004, S. 22–31.
- Pernicka, Ernst, Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen der Himmelsscheibe, in: Der geschmiedete Himmel. Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren, Ausstellungskat. hrsg. von Harald Meller, Stuttgart 2004, S. 34–37.
- Pfaff, Bettina, Arche Nebra – Eröffnung der Himmelsbarke im Frühsommer 2007, in: Saale-Unstrut-Jahrbuch 12 (2007), S. 141–144.
- Pfaff, Bettina, Eine Himmelsbarke über Wangen – Das Erlebniscenter zur Himmelsscheibe von Nebra, in: Saale-Unstrut-Jahrbuch 11 (2006), S. 109–111.
- Reichenberger, Alfred, Die Faszination der Himmelsscheibe, in: Der geschmiedete Himmel. Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren, Ausstellungskat. hrsg. von Harald Meller, Stuttgart 2004, S. 32–33.
- Schlosser, Wolfhard, Die Himmelsscheibe von Nebra – Astronomische Untersuchungen, in: Der geschmiedete Himmel. Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren, Ausstellungskat. hrsg. von Harald Meller, Stuttgart 2004, S. 44–51.


