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Wofür gaben die Augsburger Ratsherren im Mittelalter das Geld der Reichsstadt aus?

Kategorie: Forschung
01.09.2017 -   JGU Mainz / AB

Mittelalterliche Stadtrechnungsbücher der Reichsstadt Augsburg werden digital erfasst - DFG genehmigt weitere Fördermittel

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt der digitalen Edition der Augsburger Baumeisterbücher hat es sich zur Aufgabe gemacht, die mittelalterlichen Stadtrechnungsbücher der Reichsstadt Augsburg digital zu erfassen und online für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Jetzt kann die zweite Projektphase starten.

Webauftritt der digitalen Edition der Augsburger Stadtrechnungsbücher. Quelle/©: BMB-Projekt mit Hintergrundbild: »Augsburger Monatsbild: Oktober, November, Dezember«, Jörg Breu (der Ältere), 1475. Deutsches Historisches Museum (1990/185.4).

Webauftritt der digitalen Edition der Augsburger Stadtrechnungsbücher. Quelle/©: BMB-Projekt mit Hintergrundbild: »Augsburger Monatsbild: Oktober, November, Dezember«, Jörg Breu (der Ältere), 1475. Deutsches Historisches Museum (1990/185.4).

Durch die hohe Dichte der Überlieferung und die große Gleichheit der Einträge eignen sich die Baumeisterbücher in besonderem Maße dafür, um in langfristiger Perspektive aufzuzeigen, wofür die Augsburger Ratsherren Geld ausgegeben haben, unter anderem etwa für die Instandhaltung öffentlicher Bauten, Sozialausgaben und städtisches Personal.

Die DFG hat in ihrer Juni-Sitzung den gegenwärtigen Stand des Projektes äußerst positiv bewertet und sich für eine zweite Projektphase von zwei Jahren ausgesprochen. Spätestens im Mai 2019 werden die Stadtrechnungen aus den Jahren 1320 bis 1466 unter der Adresse www.augsburger-baumeisterbuecher.de vollständig publiziert sein. Das Projekt steht unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Rogge vom Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften (HKW) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Die Arbeit an den Augsburger Baumeisterbüchern liefert über die eigentliche Bearbeitung des historischen Materials hinaus auch einen wesentlichen Beitrag zur Diskussion um die Möglichkeiten, Herausforderungen, Chancen und Grenzen der digitalen Edition mittelalterlicher Rechnungsbücher. Hierbei baut das Team um Rogge in besonderem Maße auf die Kompetenzen seiner Kooperationspartner, des Trier Center for Digital Humanities (TCDH) und seit Neustem auch der Digitalen Akademie (DA) der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz.

Über die DA wird die Edition in Zukunft auch mit der Lehre an der Universität Mainz und an der Hochschule Mainz verbunden sein: Seit dem Wintersemester 2016/2017 haben Interessierte die Möglichkeit, sich in den Masterstudiengang »Digitale Methodik der Geistes- und Kulturwissenschaften« einzuschreiben.

Fachliche Begleitung erfährt das Projektteam auch durch die Integration in das mainzed, das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, einer Plattform für digitales Arbeiten in den Geistes- und Kulturwissenschaften.