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Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016

Kategorie: Denkmalschutz
10.06.2016 -   DGUF / AB

DGUF stellt Fragen zur Zukunft der Archäologie an die Parteien

Die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V. (DGUF) fühlt - gemeinsam mit Partnern aus der Wissenschaft und der Region - den Politikern zum Thema Archäologie und Denkmalschutz auf den Zahn. Die Parteien erhalten dazu einen Fragenkatalog – so genannte Wahlprüfsteine - und damit die Gelegenheit, sich zu ihren die Archäologie betreffenden Plänen öffentlich zu positionieren.

Archäologie in der Landespolitik sichtbar machen

Am 8. Juni 2016 veröffentlichte die DGUF gemeinsam mit ihren Partnern entwickelte Wahlprüfsteine zur kommenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, die am 4. September stattfindet. Die Wahlprüfsteine fassen fünf drängende Fragen zur Archäologie und Denkmalpflege im Bundesland prägnant zusammen. Diese wurden an alle wahlrelevanten Parteien versandt, mit der Bitte, ihre Standpunkte und Pläne für die Archäologie in der nächsten Legislaturperiode darzulegen.

Am 18. Juli wird die DGUF die gesammelten Parteiantworten auf ihrer Website DGUF.de veröffentlichen. Wähler, denen die Archäologie und Denkmalpflege in ihrem Bundesland wichtig sind, können diese Informationen so in ihre Wahlentscheidung einfließen lassen.

Quo vadis, Landesarchäologie?

Die Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern ist seit Anfang der 1990er Jahre von starken Veränderungen und Einsparungen geprägt. Um für den Wähler transparent zu machen, wie die Parteien diese Veränderungen in Zukunft gestalten möchten, hat die DGUF fünf zentrale Themen als Wahlprüfsteine gesetzt:
So besitzt Mecklenburg-Vorpommern seit der Schließung des Museums im Schweriner Schloss 1992 als einziges Bundesland in Deutschland kein eigenes archäologisches Landesmuseum mehr. Ein schwerer Verlust sowohl für interessierte Bürger als auch den Tourismus im Lande.

Weitere Wahlprüfsteine thematisieren die personelle Ausstattung der Landesarchäologie, die konkrete Ausgestaltung des so genannten Verursacherprinzips, die ausstehende Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum Schutz des kulturellen Erbes unter Wasser sowie die Ausbildung von wissenschaftlichen Nachwuchskräften in den Museen des Landes.

Aus Sicht der DGUF können Unschärfen beim Verursacherprinzip dazu führen, dass die Allgemeinheit Kosten übernimmt, die eigentlich von Investoren zu tragen wären. Die ausstehende Unterzeichnung der UNESCO-Konvention hemmt Mecklenburg-Vorpommern, das sein Unterwassererbe per Gesetz vorbildlich schützt, sich in internationalen Kooperationen z. B. mit anderen Ostsee-Anrainern zu vernetzen und sich gemeinsam um EU-Fördergelder und Tourismus-Programme zu bemühen. Mängel in der Ausbildung des Nachwuchses für die Museen gefährden dessen Konkurrenzfähigkeit. Die wenigen Wissenschaftlerstellen in den Museen des Landes würden dann mit externen Experten ohne detaillierte Kenntnis der Region besetzt.

Partner im Projekt Wahlprüfsteine Mecklenburg-Vorpommern

Erstmals arbeitet die DGUF bei einem Wahlprüfstein-Projekt mit Partnern zusammen. Dabei handelt es sich um die Initiative Pro Archäologisches Landesmuseum (IPAL), die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie e.V. (DEGUWA) und den Arbeitskreis Volontariat beim Deutschen Museumsbund e.V. Somit vereint das Projekt regionale Bürgerinitiativen, Fachwissenschaftler - mit besonderem Fokus auf die Unterwasserarchäologie im Ostsee-Anrainerland Mecklenburg-Vorpommern - und den wissenschaftlichen Nachwuchs. Gemeinsam vertreten sie im Wahljahr die Belange von Archäologie und Denkmalschutz im Lande.

Die Wahlprüfsteine rücken aktuelle Fragen zu Denkmalschutz und Archäologie in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie geben Anhaltspunkte, um Wahlversprechen im Nachhinein mit der politischen Umsetzung abzugleichen. Dazu ermöglichen sie interessierten Wählern eine informierte Entscheidung und erreichen eine Signalwirkung über das Bundesland hinaus. Dabei ist besonders an die überregionale Attraktivität eines (wieder) zu gründenden Landesmuseums und mögliche wissenschaftliche Kooperationen und Projekte auf Bundes- oder Europaebene zu denken.