25.02.2017 - 05:50:38

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Veröffentlichungen

16.02.2017
Veröffentlichungen

Augsburger Baumeisterbücher im Internet veröffentlicht

Historiker der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben in dreijähriger Arbeit eine kommentierte digitale Edition der Augsburger Baumeisterbücher erstellt, die nun öffentlich im Internet zugänglich ist. Die Edition bietet einen unvergleichlichen Einblick in die mittelalterlichen Rechnungsbücher der Stadt Augsburg für den Zeitraum von 1320 bis 1466.

03.02.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Blick von La Paz auf den Gletscher des Nevado Illimani in Bolivien. Foto: Paul Scherrer Institut/Theo Jenk

Historisches Kupfer, gefangen im Eis

In Südamerika wurde etwa ab dem Jahr 700 v. Chr. Kupfer gewonnen

Der Bergbau Südamerikas versorgt den halben Globus mit Kupfer. In den Anden liegen die weltgrössten Minen. Doch wann die Kupferproduktion dort begann, blieb bislang unklar. Von den frühen Hochkulturen in Peru, Chile und Bolivien sind kaum Überlieferungen und Artefakte erhalten. Schweizer Wissenschaftler sind dem Geheimnis nun trotzdem auf die Spur gekommen. Ihre Analyse des Eises am Illimani-Gletscher in den bolivianischen Anden ergab, dass in Südamerika etwa ab dem Jahr 700 v. Chr. Kupfer gewonnen wurde.

03.02.2017
Veröffentlichungen, Forschung
Bab Mafraque Höhle im Mittleren Atlas, Marokko: Flowstones und Stalaktiten. Foto/©: Jasper Wassenburg

Stalagmiten liefern Paläo-Klimadaten

Stalagmiten aus Tropfsteinhöhlen zeigen veränderten Einfluss der Nordatlantischen Oszillation auf Wetterregimes in Mitteleuropa und Marokko

Die Nordatlantische Oszillation (NAO) ist der vorherrschende Luftdruckmodus über dem Nordatlantik, der vor allem das Winterklima in Europa wesentlich beeinflusst. Je nach Ausprägung der NAO kann es zu milden oder sehr kalten Wintern, aber auch zu starken Stürmen kommen. Geowissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) versuchen, den Verlauf der NAO während der letzten 10.000 Jahre zu rekonstruieren, um damit auch künftige Entwicklungen abzuschätzen. Sie nutzen dazu Tropfsteine aus unterirdischen Höhlen als Klimaarchiv und entwickeln Methoden, um die gespeicherten Klimaindikatoren möglichst genau auszuwerten. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Nordatlantische Oszillation auf ein Abschmelzen der Eisschilde in der Zukunft wahrscheinlich sehr sensibel reagieren würde – mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Klima und ökologischen und ökonomischen Folgen.

06.01.2017
Veröffentlichungen
Prof. Dr. Michael Baales ist Mitherausgeber der Publikation über die spätauszeitliche »Welt im Wandel«, die auch viel Forschungswissen aus Westfalen beiträgt. Foto: LWL/H. Menne

Die Welt im Wandel: Westfälische Forschungsergebnisse fließen in ein neues Standardwerk über das Ende der Eiszeit ein

Sein Wissen als Experte für die Alt- und Mittelsteinzeit ist begehrt. Insbesondere aber für die Klima- und Umweltveränderungen der letzten Eiszeit ist Prof. Dr. Michael Baales Fachmann. Seine Forschungen, die der Archäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) seit fast 15 Jahren begleitet, trugen zu neuen Erkenntnissen in diesem Forschungsbereich bei. Die sind jetzt in eine Publikation über das Ende der Eiszeit eingeflossen.

16.12.2016
Aus aller Welt, Veröffentlichungen

»Kein Anthropozän ohne uns!«

Die Geowissenschaft hat das »Zeitalter des Menschen« ausgerufen – jetzt fordern Sozialwissenschaftler eine breite und interdisziplinäre Diskussion

Die Geowissenschaft hat ein neues Erdzeitalter ausgerufen - das »Zeitalter des Menschen«. Anfang der 1950er Jahre habe es begonnen, globale Ablagerungen von Kunststoff-, Aluminium- oder radioaktiven Partikeln markierten seinen Beginn. In einem Anfang Dezember in der Zeitschrift Nature veröffentlichten Artikel kritisiert Nicole Boivin, Direktorin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena, gemeinsam mit Kollegen diese Festlegungen als ungenau und vorschnell. Die Formalisierung des Anthropozäns müsse das Ergebnis eines transparenten, breit geführten, interdisziplinären Diskussion sein, in der den Sozial- und Geisteswissenschaften eine zentrale Rolle zukommt.

16.12.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Einer der vier Reiter der Apokalypse auf einem gescheckten Pferd. Ausschnitt aus dem Werk: Beato de Fernando I Doña Sancha, datiert auf 1047 n. Chr. Apoc. VI, 1–8f. 135; shelf 14-2 National Bibliothek, Madrid/Wikimedia

Vom Pferd der Könige zum Überbringer der Pest

Menschliche Vorlieben hinsichtlich der Fellfärbung bei Pferden haben sich über die Zeit und die Kulturen sehr verändert. Gefleckte und helle Pferde waren vom Beginn der Domestikation bis zur Römerzeit häufig, wohingegen einfarbige, nichtgescheckte Pferde im Mittelalter dominierten. Zu dieser Erkenntnis kommt ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

09.12.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Mammutknochen im Küstensediment der Insel Muostakh, Sibirien. Foto: rbb/Felix Krüger

Wie sich sich emissionsverfälschte Altersmessungen identifizieren lassen

Radiokarbonmethode bleibt verlässliches Werkzeug, wenn sie durch 13-C-Messungen ergänzt wird

Gute Nachrichten für Archäologen und Naturwissenschaftler! Sie werden auch künftig die Radiokarbonmethode als verlässliches Werkzeug für die Altersbestimmung von Artefakten und Probenmaterial verwenden können.

09.12.2016
Veröffentlichungen, Forschung
Hier sieht man die bei den Grabungen in Drama freigelegten Grundrisse zweier Häuser, die zwar nebeneinander liegen, aber nicht gleichzeitig existiert haben, wie Frank Fecht herausgefunden hat. Foto: Un Saarbrücken / Vor- und Frühgeschichte

Drama: Ergebnisse aus mehreren Jahrzehnten Grabungsarbeit in Bulgarien

Saarbrücker Archäologen haben während ihrer beinahe 20 Jahre andauernden Grabungsarbeiten auf dem Siedlungshügel Merdžumekja in der Nähe des südostbulgarischen Dorfes Drama zahlreiche Erkenntnisse gewonnen. Zwischen 1983 und 2002 gruben sie dort gemeinsam mit bulgarischen Archäologen Siedlungen aus, deren älteste Überreste rund 6.500 Jahre alt sind. Diese ältesten Befunde hat Dr. Frank Fecht nun in einem Buch zusammengefasst.

18.11.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Forscher der Universität Tübingen haben Hinweise darauf gefunden, dass die Ausprägung von Gesichtsknochen Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft zulassen. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler beim Vergleich der Positionen der hier gelb markierten Punkte, die sie an 265 menschlichen Schädeln aus Afrika, Asien und Ozeanien vermessen haben. Foto: Uni Tübingen

Wörter und Knochen erzählen die gleiche Geschichte

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen haben Belege dafür gefunden, dass die Ausprägung bestimmter menschlicher Schädelknochen Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft zulässt.

18.11.2016
Veröffentlichungen
Der Tatenbericht des Yitha'amar. Die Inschrift mit 49 Metern Text und insgesamt 328 Wörtern hat der Epigraphiker Prof. Dr. Norbert Nebes von der Uni Jena erstmals vollständig übersetzt. Foto: I. Gerlach/DAI

Schwerwiegender Bericht eines Königs

Epigraphiker der Uni Jena legt erste Übersetzung bedeutender sabäischer Inschrift vor

Politiker neigen dazu, gegen Ende ihrer Karriere oder ihres Lebens ein Resümee ihrer Leistungen zu ziehen, gern in Form ziemlich dicker Bücher. Noch Ehrfurcht erregender gingen da die Herrscher der Sabäer in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. vor: Zwar fassten sich die Machthaber des antiken Volkes weitaus kürzer als die Kollegen der Neuzeit, doch ließen sie ihre Zusammenfassungen auf tonnenschwere Monolithe schreiben und an zentralen Punkten aufstellen.

07.10.2016
Veröffentlichungen
Die Besiedlung der südpazifischen Inselarchipele vor rund 3.000 bis 3.500 Jahren war die letzte große Expansion der Menschheit in zuvor unbewohnte Regionen. Foto: NASA

Archäogenetische Analyse offenbart unbekannte Besiedlungswelle im Südpazifik

Erst vor rund 3.500 Jahren begannen Menschen die im Südpazifik gelegenen Inselarchipele Ozeaniens zu besiedeln. Ein internationales Forschungsteam unter maßgeblicher Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena hat nun erstmals die Genome von Menschen analysiert, die vor 3.100 bis 2.500 Jahren auf den Inselketten Tonga und Vanuatu lebten und damit zu den ersten Siedlern gehörten. Die heute in Nature veröffentlichten Ergebnisse stehen im Widerspruch zu verbreiteten Annahmen über die Besiedlung dieser Region und deuten auf eine weitere große und bislang unbekannte Migrationswelle aus Melanesien hin.

09.09.2016
Veröffentlichungen
Altorientalist Prof. Dr. Norbert Nebes und sein Team von der Uni Jena machen altsüdarabische Texte wie diese steinerne Inschrift in einem Online-Wörterbuch der Öffentlichkeit zugänglich. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Alte Sprache wird im Internet lebendig

Sabäisches Wörterbuch der Universität Jena ist online

Das Sabäische wird ähnlich wie Latein oder Altgriechisch nicht mehr gesprochen. Genau genommen weiß man heute gar nicht genau, wie es klang, wenn sich zwei Bewohner des Südens der Arabischen Halbinsel vor fast 2.000 Jahren unterhielten, da die Sabäer Vokale in ihrem Alphabet nicht ausgedrückt haben. Dank der Orientalisten der Friedrich-Schiller-Universität Jena erwacht die Sprache der Sabäer aber nun zu neuem Leben, und zwar – wie es sich für das 21. Jahrhundert gehört – im Internet.

12.08.2016
Veröffentlichungen
Die Philippinen-Insel Bohol ist bekannt für die Chocolate Hills und für einen Schatz, der nie gefunden wurde, obwohl schon seit langem Legenden darüber kursieren. Foto: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/User:RamirBorja" target="_blank">Ramir Borja</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode" target="_blank">Creative Commons CC-by-sa-3.0 de</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">Kurzfassung</a>). Originaldatei: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chocolate_Hills.jpg" target="_blank">Chocolate Hills.jpg</a>

Auf der Suche nach dem vermeintlichen Schatz

Die Jagd nach Kriegsbeute auf den Philippinen hat versteckte Bedeutungen

In der Hoffnung auf Reichtum zerstören illegale Schatzsucher immer wieder bedeutende archäologische Fundstätten auf den Philippinen. Dabei hat der berühmte Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg, den japanische Soldaten hinterlassen haben sollen, wahrscheinlich nie existiert. Stattdessen ist die gerne erzählte Geschichte die Fortsetzung einer wesentlich älteren volkstümlichen Überlieferung, erläutert Piers Kelly vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena in einer neuen Studie, die im Journal of Folklore Research veröffentlicht wurde.

12.08.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Islandpony im Passschritt während einer Weltmeisterschaft. Foto: Monika Reissmann

Wikinger setzten die weltweite Verbreitung der Gangpferde in Gang

Einige Pferde verfügen über spezielle Gangarten, die für den Reiter komfortabler sind als Schritt, Trab oder Galopp. Wie nun ein internationales Forscherteam unter Leitung des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) herausgefunden hat, liegt der Ursprung der Gangpferde höchstwahrscheinlich im mittelalterlichen England des 9. Jahrhunderts, von wo aus sie durch die Wikinger nach Island kamen und sich später in ganz Europa und Asien verbreiteten. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des wissenschaftlichen Fachmagazins »Current Biology« veröffentlicht.

29.07.2016
Veröffentlichungen
Die vermutete Fundstelle des eiszeitlichen Löwenmenschen im 3D-Modell der Vogelherdhöhle im Lonetal. © LAD

Die »Höhlen der ältesten Eiszeitkunst« in 3D

In Höhlen der Schwäbischen Alb wurden die weltweit ältesten Nachweise von figürlicher Kunst und Musik gefunden. Sechs dieser Fundstellen und ihr Umfeld in Ach- und Lonetal sollen aufgrund der weltweit einzigartigen archäologischen Fundlandschaft auf die Welterbeliste der UNESCO gesetzt werden. Im Zusammenhang mit dem Welterbeantrag werden die Höhlen dreidimensional dokumentiert. Sozusagen als Nebenprodukt der Dokumentationsarbeiten können bisher vier der Höhlen auch online virtuell begangen werden. Seit der Erstpräsentation vor zwei Jahren sind 3D-Modelle der Sirgensteinhöhle und des Vogelherds neu hinzugekommen.

23.07.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Der Eingang zur Yoram Höhle liegt in einer fast senkrecht aufragenden Felswand rund vier Meter oberhalb eines schmalen Pfades. Foto: Ehud Weiss / Credit: Nature genetics, DOI: 10.1038/ng.3611

Steinzeitliches Getreide: Gerstengenom aus 6.000 Jahre alten Samen entschlüsselt

Erstmals ist es einem internationalen Forschungsteam gelungen, das Genom uralter Gerstensamen zu entschlüsseln. Die Samen wurden aus einer Höhle in der Nähe des Toten Meers geborgen und sind rund 6.000 Jahre alt. Es handelt sich damit um das älteste bislang rekonstruierte Pflanzengenom. Genetisch unterscheidet sich die steinzeitliche Gerste kaum von heutigen, lokalen Gerstensorten in Ägypten und der südlichen Levante. Damit stützen die neuen Ergebnisse die Hypothese, dass die Domestikation der Gerste im Oberen Jordantal ihren Ursprung hat.

15.07.2016
Veröffentlichungen
Das kostenlose Download-Angebot der Publikations-Reihe »Archäologie in Westfalen-Lippe« ist besonders gefragt. Foto: LWL

Große Resonanz für Open Access Publikationen

Zugriff auf Online-Version der LWL-Archäologie-Publikationen übertrifft Erwartungen

Forschung dient immer auch der Allgemeinheit. Deshalb sollten Forschungsergebnisse für alle schnell, frei und unkompliziert zugänglich sein. Die neuen Medien bieten hier auch für die Archäologie ganz neue Möglichkeiten, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als eines der ersten Landesämter wahrgenommen hat. Die Resonanz auf die Publikationsangebote im Internet übertrifft seitdem alle Erwartungen.

14.07.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Der fruchtbare Halbmond (schattiert) vor dem Hintergrund einer politischen Karte. Angezeigt sind die archäologischen Fundorte der neolithischen Periode im Iran (blau), aus denen prähistorische Genome gewonnen wurden, sowie Fundorte aus der nördlichen Ägäis (rot), deren Bewohner die Vorfahren der ersten europäischen Bauern waren, die aber nicht mit der iranischen Gruppe verwandt waren. Abb. © Joachim Burger, JGU

Steinzeit-Genome aus Zagrosgebirge zeigen verschiedene Abstammungslinien für Europäer und Südasiaten

Prähistorische Genome der weltweit ersten Bauern analysiert: Neolithische Zagros-Siedler waren Vorfahren heutiger Menschen in Südasien, jedoch nicht der ersten Bauern in Europa

Eine der ersten steinzeitlichen Kulturen, die Ackerbau betrieben, lebte im Zagrosgebirge, einer Region im heutigen Iran, die im östlichen Teil des Fruchtbaren Halbmondes liegt. Diese bislang unbekannte Bauernpopulation gehört jedoch nicht zu den Vorfahren der ersten Bauern Europas und ebenso wenig zu den Ahnen moderner Europäer. Allerdings zählen diese Steinzeitmenschen aus dem Zagrosgebirge zu den Vorfahren der meisten modernen Südasiaten. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Palaeogenetikern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) anhand von Genomanalysen. Demnach zeigen sich vor allem Ähnlichkeiten der Zagros-Population mit der heutigen Bevölkerung Pakistans und Afghanistans, ganz besonders aber zu iranischen Zoroastriern.

12.07.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Der fossile Fußabdruck eines Homo erectus ist von dem einen modernen Menschen kaum zu unterscheiden. Foto © Kevin Hatala

Homo erectus ging wie wir

1,5 Millionen Jahre alte Fußabdrücke geben Einblicke in das Leben von Frühmenschen

Fossile Knochen und Steinwerkzeuge verraten uns viel über die menschliche Evolution. Doch wie sich unsere Vorfahren zum Beispiel fortbewegten oder miteinander interagierten lässt sich daraus kaum ableiten. Unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of Washington entdeckte ein internationales Forscherteam im Norden Kenias Fußspuren von Homo erectus, die die Fortbewegungsmuster und Gruppenstrukturen dieser Urmenschen hervorragend dokumentieren. So fanden die Forscher mithilfe neuester Analysemethoden heraus, dass die Gangart vom Homo erectus der des modernen Menschen stark ähnelt. Darüber hinaus belegen die Forscher anhand der Fußabdrücke ein Sozialverhalten, das mit dem moderner Menschen vergleichbar ist.

12.07.2016
Veröffentlichungen
Die Inventarbücher des RGZM sind online zugänglich. Bild: Screenshot der RGZM-Webseite

Inventarbücher des Römisch-Germanischen Zentralmuseums jetzt online zugänglich

Transparenz durch unmittelbaren Einblick in die Museumsarbeit des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) erhält die interessierte Öffentlichkeit über eine Datenbank auf der Webseite des am RGZM angesiedelten Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie. Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung ist der Onlinezugang zu den seit Mitte des 19. Jahrhunderts geführten und nahezu vollständig erhaltenen Inventarbüchern gesichert.

16.06.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Massengrab von Pestopfern eines Krankheitsausbruchs im 16. Jahrhundert in Ellwangen, Süddeutschland. Von hier stammt einer der Erregerstämme, dessen Genom für die aktuelle Studie rekonstruiert wurde. Foto © Rainer Weiss, Landesamt für Denkmalpflege, Baden-Württemberg

Der Schwarze Tod als Ursprung heutiger Pestausbrüche

Ein einzelner Stamm des Pestbakteriums Yersinia pestis hat zum Ausbruch mehrerer historischer und neuzeitlicher Pestepidemien rund um den Globus geführt. Das zeigt die Analyse und der Vergleich von Genomen des Erregers von unterschiedlichen Krankheitsausbrüchen und mehreren Regionen Europas durch ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena.

16.06.2016
Veröffentlichungen
Die historische Landschaft wird unter anderem mit historischen Karten wie der Gerlachschen Larte des Landes Braunschweig aus dem 18. Jahrhundert dargestellt. Bild: Uni Göttingen

Karte macht historisch bedeutsame Region erfahrbar

Göttinger Wissenschaftler präsentieren landeskundliche Regionalkarte Braunschweig-Salzgitter

Gemeinsam mit lokalen Experten haben Wissenschaftler der Universität Göttingen eine topografische Karte zur Geschichte und Landeskunde der Region um Braunschweig und Wolfenbüttel erstellt. Die Karte aus der Reihe »Regionalkarte zur Geschichte und Landeskunde« zeigt Standorte der vergangenen und erhaltenen Überreste und Stätten, die die historische Entwicklung der Region maßgeblich geprägt haben. Dazu gehören vor- und frühgeschichtliche Siedlungen und Grabanlagen, mittelalterliche Wüstungen und Wehranlagen, Gerichtsorte und Richtstätten, Klöster und Stifte, Straßen, Zollstellen, Amtssitze und vieles mehr, insgesamt historische Relikte und Phänomene von der Vorgeschichte bis ins 19. Jahrhundert.

27.05.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Die Überreste des bei Le Moustier in Frankreich gefundenen Neandertaler-Babys sind eines der bislang am vollständigsten erhaltenen Skelette dieser Frühmenschen. Das Kind war zum Zeitpunkt seines Todes maximal vier Monate alt. Warum es starb, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. © Musée national de Préhistoire, Les Eyzies-de-Tayac Sireuil/ Ph. Jugie

Neandertaler waren von Geburt an stämmig

Unsere nächsten Verwandten wurden schon mit breiteren Körpern und kräftigeren Knochen geboren

Würde ein Neandertaler neben uns in der U-Bahn sitzen – wir würden als erstes seine fliehende Stirn, die kräftigen Oberaugenwülste und das prominente kinnlose Gesicht bemerken. Nur bei genauerem Hinsehen fielen der gedrungenere und kräftigere Körperbau auf. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun untersucht, ob die Unterschiede im Körperbau zwischen Neandertalern und modernen Menschen genetisch bedingt sind oder durch unterschiedliche Lebensweisen entstanden sind. Ihre Analysen zweier gut erhaltener Skelette von Neandertaler-Neugeborenen zeigen, dass die robusten Knochen bereits vor der Geburt angelegt sind.

27.05.2016
Veröffentlichungen

Klimawandel bedroht UNESCO-Welterbestätten

Studie "World Heritage and Tourism in a Changing Climate" warnt vor Risiken

Der Klimawandel ist eines der größten Risiken für Welterbestätten. Das stellen die Autoren der Studie "World Heritage and Tourism in a Changing Climate" fest. Sie wurde von der UNESCO, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der "Union of Concerned Scientists" (UCS) erstellt.

18.05.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Vor lief ein Mensch vor 11.000 Jahren während order kurz nach einem Vulkanausbruch über die frische Asche. So blieben seine Spuren der Nachwelt erhalten. Foto: WWU/Ralf Hetzel

In Vulkanasche verewigt: Menschliche Fußspuren in West-Türkei sind 11.000 Jahre alt

Dass die in Vulkanasche konservierten Fußabdrücke im Westen der Türkei alt sein mussten, war schon seit ihrer Entdeckung im Jahr 1969 klar. Allerdings konnte das genaue Alter nicht bestimmt werden - bis jetzt. Mit Hilfe einer neuen Methode konnten deutsche Wissenschaftler die Spuren auf ein Alter von etwa 11.000 Jahren datieren.

06.05.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Drei ca. 31.000 Jahre alte Schädel aus DolniVěstonice im heutigen Tschechien. Alle in der Studie analysierten Proben der folgenden 5000 Jahre – egal ob aus Beligen, Tschechien, Österreich oder Italien – waren eng verwandt. Dies lässt auf eine Expansion der Bevölkerungsgruppe schließen, die mit der Gravettien-Kultur assoziiert wird. © Martin Frouz and Jiří Svoboda

Europäer mischten sich am Ende der Eiszeit mit Einwanderern aus dem Nahen Osten

Forscher schreiben die genetische Geschichte der Menschen in Europa neu – auch mithilfe von Proben aus den Höhlen der Schwäbischen Alb

Eine Zusammenarbeit zwischen den Max-Planck-Instituten in Jena und Leipzig und der Universität Harvard erlaubt zum ersten Mal einen umfassenden Einblick in die Populationsgeschichte Europas vor und während der letzten Eiszeit. Das internationale Forscherteam untersuchte die DNA von Menschen, die in der Zeit von der Erstbesiedlung des Kontinents bis zum Aufkommen der Landwirtschaft in Europa lebten. Die Wissenschaftler berichten in der Fachzeitschrift Nature über ihre Befunde, die sowohl auf Perioden langer Kontinuität als auch auf bisher unbekannte Bevölkerungsbewegungen hinweisen.

29.04.2016
Forschung, Veröffentlichungen
An beiden Enden des Oberschenkelknochens eines 500.000 Jahre alten Homininen aus Marokko befinden sich Beißspuren, die von Fleischfressern stammen, wahrscheinlich von Hyänen. © MPI f. evolutionäre Anthropologie

Frühmenschen bei Raubtieren auf dem Speiseplan

Zahnspuren auf einem 500.000 Jahre alten Oberschenkelknochen aus Marokko deuten darauf hin, dass große Raubtiere einst Menschen jagten oder deren Aas verspeisten

29.04.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Die Dental Microwear Texture Analysis – die Zahnabnutzungsanalyse, die in der Studie verwendet wurde –, umfasst die Untersuchung und Analyse von winzigen Abnutzungsspuren auf der Zahnoberfläche im Größenbereich unter einem Mikrometer. Abbildung: Sireen El Zaatari.

Neandertaler und moderne Menschen setzten auf unterschiedliche Ernährungsstrategien

Unterschiede in den Abnutzungsspuren fossiler Backenzähne von Neandertalern und jungpaläolithischen Homo sapiens sapiens deuten auf unterschiedliche Ernährungsstrategien der beiden Menschenarten hin. Eine neue Studie zeigt auch die Anpassungsfähigkeit der Neandertaler an unterschiedliche Umweltbedingungen im Verlauf von mehreren hunderttausend Jahren.

22.04.2016
Veröffentlichungen, Forschung
Simulierte Sommerdurchschnittstemperaturen im Jahr 536 n. Chr. als Folge der Aerosol-Wolke rekonstruiert nach zeitgenössischen Berichten und Daten aus Eisbohrkernen. Grafik: Matt Toohey, GEOMAR

Zwei Vulkane lösen spätantike Krisen aus

Baumringe und zeitgenössische Chroniken zeugen von klimatischen Veränderungen und damit einhergehenden gesellschaftlichen Krisen in den Jahren ab 536 n. Chr. Neue Daten aus Eisbohrkernen legen den Schluss nahe, dass zwei große Vulkanausbrüche die Ursache waren. Ein Team von Klimaforschern unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der Universität Oslo haben die Auswirkungen in einem Klima-Aerosol-Modell rekonstruiert. Wie sie jetzt in der Fachzeitschrift Climatic Change und auf der Jahrestagung der EGU in Wien voröffentlichen, handelte es sich bei der Doppeleruption um den stärksten vulkanischen Klimaeinfluss der vergangenen eineinhalb Jahrtausende.

08.04.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Tötung eines menschlichen Opfers. Gemälde von Jacques Arago, 1819. Coloriert durch Joseph Watts. University of Auckland

Die dunkle Seite der Religion - Wie Menschenopfer halfen, hierarchische Gesellschaften aufzubauen

Rituelle Menschenopfer spielten eine wichtige Rolle beim Aufbau hierarchischer Gesellschaften. Denn sie trugen entscheidend dazu bei, dass die sozialen Eliten ihre Macht über die unteren sozialen Schichten festigen und weiter ausbauen konnten. Das zeigt eine neue in Nature veröffentlichte Studie. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena, der Universität Auckland und der Viktoria Universität Wellington untersuchten dabei den Zusammenhang zwischen der Tötung von Menschen und wie ungleich oder hierarchisch eine Gesellschaft strukturiert war.