24.07.2017 - 16:56:30

Von A bis Z

Alphabetisches Register
Für den schnellen Überblick: Das Schlagwortverzeichnis der Artikel und Rezensionen (nur für Clubmitglieder)

Nachrichten

Nachrichten

Sie suchen Berichte über neue Entdeckungen und Forschungsergebnisse? Interessieren sich für Nachrichten aus den Universitäten, aktuellen Informationen zu Ausstellungen sowie Studium & Beruf? Dann sind Sie hier richtig!

Hier finden Sie aktuelle Kurznachrichten aus allen Bereichen der Archäologie. Zu einigen der hier aufgeführten Nachrichten stehen auch ausführlichere Berichte in unserer Rubrik Fundpunkt bereit.

RSS Newsfeed

Diese Seite können Sie auch als RSS Newsfeed abonnieren.

24.07.2017
Ausgrabungen
1989 legten Mitarbeiter der LWL-Archäologie für Westfalen einen Teil der Befestigung frei und stellten hier eine ursprünglich massiv gesetzte Trockenmauer fest. (Foto: LWL/H. Menne)

Überraschung im Bohrkern

LWL-Archäologen datieren Kindelsberg in die Eisenzeit

Der Kindelsberg östlich von Kreuztal im Siegerland ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel. Er ist auch von archäologischem Interesse, da seine Datierung umstritten ist. Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) konnten nun Licht ins Dunkel bringen: Aktuelle Bohrproben ergeben, dass der Kindelsberg nicht aus dem Mittelalter stammt, sondern aus der Eisenzeit. Er ist somit weit über tausend Jahre älter als bisher angenommen und das Siegerland um eine seltene keltenzeitliche Wallburg reicher.

24.07.2017
Personalia
Der neue Leiter des Freilichtmuseums Heuneburg: Klaus Haller (Foto: Klaus Haller)

Klaus Haller neuer Leiter des Freilichtmuseums Heuneburg

Der Osnabrücker Archäologe Klaus Haller hat zum 1. Juli 2017 die Leitung des keltischen Freilichtmuseum Heuneburg – Pyrene in Herbertingen, Landkreis Sigmaringen, übernommen.

23.07.2017
Ausgrabungen
Die Steine am Boden dieser großen Grube deuten darauf hin, dass darin Fleisch und Gemüse gegart wurde. Es ist der erste Befund dieser Art in Westfalen. Foto: LWL/M. Baales

Eisenzeitliche Gargrube in Schwerte ausgegraben

In Schwerte-Wandhofen haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) über 2.000 Jahre alte Spuren einer Siedlung aus der Eisenzeit entdeckt. Neben einem Hausgrundriss kam auch eine ungewöhnliche Grube zum Vorschein, in der vermutlich Nahrung gegart wurde. Es ist der erste derartige Befund in Westfalen.

21.07.2017
Denkmalschutz
3D-Scanning: Verschiedene Figuren aus den Höheln der Schwäbischen Alb, (©Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, M. Steffen)

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb in UNESCO-Welterbeliste aufgenommen

Das UNESCO-Welterbekomitee hat in Krakau die Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura in Baden-Württemberg in die Welterbeliste aufgenommen. Sie sind Fundorte der ältesten mobilen Kunstwerke der Welt. Das Welterbekomitee betonte, dass die Dichte der Funde, die Bedeutung des Ensembles für die Geschichte der Entwicklung der Künste sowie der Beitrag der Stätte zur Erforschung des Jungpaläolithikums weltweit einzigartig sind. Die Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura sind die 42. Welterbestätte Deutschlands.

21.07.2017
Forschung, Ausgrabungen
Beigabe aus dem Grab des Chummose während der Bergung. Bild: LMU

Neue Funde aus dem Goldland der Pharaonen

Bei ihren Ausgrabungen im Sudan fand die Münchner Ägyptologin Julia Budka unter anderem ein Pyramidengrab für einen Goldschmiedemeister, das etwa 1450 vor Christus auf der Nilinsel Sai angelegt wurde. Diese Entdeckung fließt nun ein in eine aktuelle Untersuchung der Folgen interkultureller Kontakte im antiken Ägypten.

21.07.2017
Forschung
Der Schädel des 4.700 Jahre alten neolithischen Hundes aus der Kirschbaumhöhle im Labor, kurz bevor sein komplettes Genom sequenziert wurde. (Foto/©: Amelie Scheu, JGU)

Hunde haben wohl nur einen geographischen Ursprung

Durch die DNA-Analyse zweier prähistorischer Hunde aus Deutschland hat ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dr. Krishna R. Veeramah von der Universität Stony Brook, USA, festgestellt, dass ihre Genome wahrscheinlich die Vorfahren moderner europäischer Hunde darstellen. Die Studie legt weiterhin nahe, dass alle heutigen Hunde einen gemeinsamen Ursprung haben und aus einem einmaligen Domestikationsprozess von Wölfen vor 20.000 bis 40.000 Jahren hervorgegangen sind.

21.07.2017
Forschung
Das Kuperbeil des Mannes aus dem Eis (© Südtiroler Archäologiemuseum)

Weitreichende Beziehungen in der Kupferzeit

Das Kupfererz von Ötzis Beil stammt aus der südlichen Toskana. Erste Forschungserkenntnisse darüber waren bereits im vergangenen September 2016 von Prof. Gilberto Artioli von der Universität Padua auf dem Mumienkongress vorgestellt worden, der vom EURAC-Institut für Mumienforschung und dem Südtiroler Archäologiemuseum anlässlich des 25. Auffindejahrtags von Ötzi organisiert worden war. Die Ergebnisse von Artioli und seiner Forschergruppe wurden mittlerweile verifiziert und liegen nun als Publikation in der wissenschaftlichen Zeitschrift PLOS ONE vor.

21.07.2017
Forschung

Forscher wollen Speiseplan des Hochdorfer Keltenfürsten rekonstruieren

Grünkern kennen die meisten Menschen heute nur noch als Nischenprodukt im Biosupermarkt. Doch gerade in Baden-Württemberg isst man die grün geernteten Dinkelkerne bereits seit Jahrhunderten. Grünkern, so vermutet Archäobotaniker Dr. Hans-Peter Stika, könnte bereits der Keltenfürst von Hochdorf im 5. Jahrhundert vor Christus gegessen haben. Welche Lebensmittel bei den Kelten auf dem Speiseplan standen und wie diese zubereitet wurden, das untersuchen nun Wissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart im Rahmen des ERC-Projektes "PLANTCULT“.

21.07.2017
Ausgrabungen
Auf der Ausgrabung haben die LWL-Archäologen bereits das Gebiss des Hundes ausgegraben (Foto: LWL/C. Kersting)

Wo der Hund begraben liegt

Archäologen des LWL entdecken mittelalterliches Hundegrab in Ascheberg

Auf eine besondere Entdeckung stießen Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vor kurzem in einem Neubaugebiet in Ascheberg (Kreis Coesfeld). Zwischen den Resten einer frühmittelalterlichen Siedlung fanden sie das Skelett eines Hundes. Das besondere ist, das der Hund nicht etwa verscharrt wurde, sondern sorgsam bestattet worden war.

21.07.2017
Ausgrabungen
Untersuchung eines Grubenhauses,Villa Arnesburg (© M. Gottwald M.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE)

Neue Erkenntnisse zur "Villa Arnesburg"

Seit 2014 finden jährlich in den Sommermonaten Ausgrabungen durch die Abteilung hessenARCHÄOLOGIE, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, in der mittelalterlichen Siedlung "Villa Arnesburg“ nördlich des Licher Stadtteils Muschenheim (Lkr. Gießen) statt. Erste Untersuchung gab es hier bereits 1993 durch die Kommission für Archäologische Landesforschung e.V. (KAL). Die Kampagne 2017 dauerte von Juni bis Mitte Juli mit niederländischer und irischer Beteiligung im Rahmen eines internationalen studentischen Praktikums.

21.07.2017
Ausgrabungen
Blick über die Grabungsfläche in Arnstadt (Foto: TLDA, Weimar)

Archäologische Ausgrabungen in Arnstadt

Seit Ende Februar bis in den Mai 2017 hinein wurden in Arnstadt auf einem Freigelände archäologische Ausgrabungen durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) durchgeführt. Im Zuge einer geplanten Neubebauung konnte ein kleines Altstadtquartier unmittelbar hinter der mittelalterlichen Stadtmauer unweit des Erfurter Tores systematisch untersucht werden.

20.07.2017
Denkmalschutz
Münzen vor und nach der Plasmabehandlung am Fraunhofer FEP (© Fraunhofer FEP)

Moderne Technologien treffen auf historische Schätze

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahrzehnten an innovativen Lösungen in der Elektronenstrahltechnologie und nutzt dieses Know-how erfolgreich zur Erhaltung historischer Gegenstände.

20.07.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Eiskernbohrung im tiefen arktischen Kongressvatnet-See in Spitzbergen, Norwegen. (Foto: Anne Hormes)

Umfassendste Datenbank zu Klimawandel in der Vergangenheit

Eine neue Online-Datenbank ermöglicht es Klimaforschenden, nun noch genauer die Muster und Ursachen von globalen Klimaschwankungen zu untersuchen. Sie wurde von einem grossen internationalen Forschungsteam zusammengestellt, das von PAGES (Past Global Changes) koordiniert wurde, einer klimawissenschaftlichen Organisation an der Universität Bern.

18.07.2017
Ausgrabungen
Zwei der freigelegten endneolithischen Steinsetzungen, welche die Lage der Gräber markieren (Blick nach Süden). Foto © LDA Sachsen-Anhalt

Grabsteine aus dem Endneolithikum

Südlich von Merseburg kam bei Ausgrabungen im Vorfeld eines Straßenbauvorhabens ein kleines Gräberfeld der ausgehenden Jungsteinzeit zutage. Eine Besonderheit stellen dabei Steinsetzungen dar, die einst die Lage der Gräber markierten. Für solche obertägig sichtbaren Kennzeichnungen von Bestattungen findet man ansonsten meist nur noch indirekte Anzeichen aus dieser Zeit.

07.07.2017
Veranstaltungen
Pressekonferenz zum 9. Deutschen Archäologiekongress (Foto: GDKE/Bonewitz)

9. Deutscher Archäologiekongress in Mainz beendet

Mit dem heutigen Tag endete das Votragsprogramm und die Mitgliederversammlungen auf dem 9. Deutschen Archäologiekongress. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz setzten sich seit Montag in Mainz mit den unterschiedlichsten Themen der Archäologie auseinander.

07.07.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Ansicht mehrerer Eichenpfähle der Uferbefestigung des Karlsgrabens während der Ausgrabung 2016. Spektakulär ist das Fälldatum der Bäume im Frühsommer, vermutlich Mai, 793. (Foto: Lukas Werther/Uni Jena)

Ältester Teil des Karlsgrabens nachgewiesen

Der Karlsgraben ist das bedeutendste Infrastrukturprojekt des frühen Mittelalters in Zentraleuropa. Der von Karl dem Großen initiierte Kanal zwischen den Orten Treuchtlingen und Weißenburg (Bayern) sollte einen durchgehenden Schifffahrtsweg zwischen Rhein und Donau schaffen. Ein interdisziplinäres Forscherteam hat durch Ausgrabungen und Holzaltersbestimmungen nun den bislang ältesten Teil des Bauwerks nachgewiesen.

07.07.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Rund 124.000 Jahre alter Oberschenkelknochen eines archaischen Menschen aus der Hohlenstein-Stadel Höhle auf der Schwäbischen Alb. Foto: Oleg Kuchar © Photo Museum Ulm

Alte DNA wirft neues Licht auf Neandertaler-Evolution

Genetische Spuren für weitere Einwanderung nach Europa vor 220.000 bis 470.000 Jahren entdeckt

Die mitochondriale DNA aus dem Oberschenkelknochen eines Neandertalers trägt dazu bei, die komplizierte Beziehung zwischen modernen Menschen und Neandertalern zu klären. Die genetischen Daten, die von einem Forschungsteam unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena und der Universität Tübingen, rekonstruiert wurden, liefern einen zeitlichen Rahmen für eine vermutete Migration von Urmenschen aus Afrika, die eng mit dem modernen Menschen verwandt waren. Diese kreuzten sich mit den zu dieser Zeit bereits in Europa lebenden Neandertalern und hinterließen ihre Spur in der mitochondrialen DNA der Neandertaler. Die heute in Nature Communications veröffentlichte Studie, datiert dieses Ereignis auf die Zeit vor 470.000 bis 220.000 Jahren.

07.07.2017
Ausgrabungen
Blick über die oberste Phase der Bohlenstraße Foto: J. Wacker, BLDAM

Exzellent erhaltener Bohlenweg in Jüterbog entdeckt

Die moderne Bundesstraße 102 führt auf einer alten Hauptverkehrsachse durch die Altstadt von Jüterbog in Brandenburg. Dennoch waren die Archäologen erstaunt über den gut erhaltenen Bohlenweg, den sie im Zuge einer einer archäologischen Baubegleitung nur knapp unter der geplanten Bautiefe der neuen Straße vorfanden.

07.07.2017
Ausgrabungen
Die LWL-Archäologen haben in Paderborn-Benhausen mehrere Grubenhäuser entdeckt, die sich im Boden als braune Verfärbungen zeigen (Foto: LWL/S. Gai)

Mittelalterliche Handwerkersiedlung in Paderborn-Benhausen entdeckt

Im Zusammenhang mit dem Bau von Windkraftanlagen bei Paderborn-Benhausen haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Spuren einer mittelalterlichen Siedlung gefunden. Die Entdeckung ist für die Stadtarchäologie Paderborn von besonderem Interesse, da aus diesem Gebiet archäologisch bislang wenig bekannt ist.

07.07.2017
Ausgrabungen
In Brilon entdeckten LWL-Archäologen die Fundamente mehrerer Häuser aus dem 13. bis 19. Jahrhundert (Foto: EggensteinExca/G. Eggenstein)

Ausgrabungen geben Aufschluss über Besiedlungsgeschichte Brilons

Bei Grabungen im Rahmen eines Bauvorhabens an der Königstraße in Brilon (Hochsauerlandkreis) stießen Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf vier unterschiedliche Bauten: einen Eiskeller, einen Brunnen und die Fundamente zweier Häuser. Sie datieren vom 13. bis ins 19. Jahrhundert und geben Hinweise auf die Besiedlungsgeschichte der Stadt Brilon.

07.07.2017
Ausgrabungen
Der freigelegte Gewölbekeller in der Rottenburger Oberen Gasse. Foto: LAD

Erste Grabungsergebnisse von der Oberen Gasse in Rottenburg am Neckar

Die geplante Erweiterung des Rottenburger Rathauses gab Anlass zu einer baubegleitenden archäologischen Ausgrabung am terrassierten Steilhang zur Oberen Gasse hin. Trotz der kurzen Grabungsdauer vom 24. Mai bis 19. Juni 2017 und schwierigen Arbeitsbedingungen können sich die Ergebnisse sehen lassen.

01.07.2017
Ausgrabungen
In Dorsten-Hardt haben Archäologen des LWL die Reste eines hölzernen Brunnen aus dem Mittelalter entdeckt. Foto: LWL

Fass ohne Boden

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in Dorsten-Hardt (Kreis Recklinghausen) die Reste eines hölzernen Brunnen aus dem Mittelalter entdeckt. Der Brunnen gehört zu einer Siedlung, die aus der Zeit unmittelbar vor der Stadtgründung Dorstens stammt.

01.07.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Auf beiden Seiten des Kamms findet sich ein kunstvoll gearbeitetes Bildmotiv: Hier eine Jagdszene. Foto: LWL/ S. Brentführer

Außergewöhnlicher Fund auf der Holsterburg

LWL-Archäologen finden seltenen Elfenbeinkamm

Auf der Holsterburg bei Warburg (Kreis Höxter) sind Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf einen für die Region einzigartigen Fund aus dem 12. Jahrhundert gestoßen: das Fragment eines prachtvoll verzierten Kammes aus Elefantenelfenbein.

01.07.2017
Personalia
Dr. Wolfgang David (© Privat)

Wolfgang David neuer Direktor für das Archäologische Museum Frankfurt

Die Suche nach einem Direktor für das Archäologische Museum Frankfurt ist abgeschlossen. Dr. Wolfgang David übernimmt die Leitung des Museums zum 1. Januar 2018. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Egon Wamers an. Der 56-jährige Archäologe ist derzeit Leiter des "kelten römer museums manching", zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

30.06.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Fiktive Darstellung der Schädelmodifikation in Göbekli Tepe. Collage: DAI

Rätselhaftes Totenritual am Göbekli Tepe

Anthropologen des Deutschen Archäologischen Instituts entdecken rituelle Ritzungen an 11.000 Jahre alten menschlichen Schädeln

Was taten die Menschen vor 11.000 Jahren in den Steinkreisen zwischen den riesigen T-Pfeilern in Göbekli Tepe? Warum ritzten sie mit Feuerstein tiefe Spuren in die Schädel ihrer Vorfahren oder Feinde? Die Deutung des steinzeitlichen Kultplatzes Göbekli Tepe in der Südost-Türkei beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten. Die monumentalen Anlagen mit ihren großartigen Tierornamenten weisen auch Darstellungen geköpfter Menschen auf, die auf eine Nutzung des Platzes im Rahmen von rituellen Handlungen deuten. Fragmente menschlicher Schädel, die im Bereich der Anlagen gefunden wurden, geben erste Hinweise auf einen neuartigen Totenkult.

26.06.2017
Funde & Befunde
Zehenprothese einer Frauenbestattung aus dem thebanischen Grab TT95, frühes 1. Jahrtausend v. Chr. Ägyptisches Museum Kairo, JE100016a. (Universität Basel, LHTT. Foto: Matjaž Kačičnik)

Basler Ägyptologen erforschen 3000-jährige Prothese

Sie dürfte zu den ältesten Prothesen der Menschheitsgeschichte gehören: Ägyptologen der Universität Basel und weitere Spezialisten haben einen künstlichen grossen Zeh aus Holz neu untersucht. Das Fundstück ist fast 3000 Jahre alt und stammt aus einer Frauenbestattung aus der Nekropole von Sheikh ´Abd el-Qurna bei Luxor. Das Gebiet wird derzeit mit modernsten Methoden erforscht.

26.06.2017
Forschung
Die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)

Wie Katzen die Welt eroberten

Die Domestikation der Falbkatze zur Hauskatze fand sowohl in Ägypten als auch im Nahen Osten statt – und beide Linien haben ihre Spuren im Erbgut der europäischen Hauskatzen hinterlassen, wie eine neue Studie zeigt.

26.06.2017
Ausgrabungen
Luftbild Rosenstein (Mitte), Mittelberg (links) und Hochberg (rechts). Alle drei    tragen vorgeschichtliche Befestigungen. (Foto: LAD BW)

Grabungskampagne an der "Teufelsmauer“ bei Heubach

Der Rosenstein bei Heubach bildet mit seinen beiden Nachbarbergen Mittelberg und Hochberg ein dreigliedriges System vorgeschichtlicher Befestigungsanlagen. Die alten Mauern, Wälle und Gräben haben sich auf den bewaldeten Randhöhen des Albuchs gut erhalten und vermitteln durch ihre bemerkenswerte Größe eine Vorstellung von der besonderen Bedeutung, die den derart aufwändig gesicherten Siedlungen einmal zugekommen sein muss. Experten des Landesamtes für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) stellten nun erste Forschungsergebnisse vor und gaben einen Ausblick auf die kommende Grabungskampagne, die in der letzten Woche begann.

26.06.2017
Forschung
Die Silbertafel aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. wurde in der Ausgrabungsstätte in Mleiha gefunden. PD Dr. Peter Stein von der Uni Jena hat die in Zabur geschriebene Weihschrift entziffert. (Foto: Peter Stein/FSU)

Weit gereistes Zabur-Schrifttum

Semitist der Universität Jena übersetzt vorislamische Weihschrift

Reisen erweitert den Horizont, bedeutet einen Wissenszuwachs und damit verbunden oft auch die Adaption neuer Verhaltensweisen. Dass dies nicht erst seit gestern, sondern vielmehr seit Jahrtausenden gilt, beweisen einmal mehr jüngste Forschungsergebnisse von PD Dr. Peter Stein von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Arabian archaelogy and epigraphy“ veröffentlichte der Semitist einen Beitrag, in dem er zwei Funde aus Mleiha im arabischen Emirat Schardscha am Persischen Golf näher beleuchtet.

23.06.2017
Forschung
Prof. Gernot Fink (l.) und Sebastian Sudholt haben das Projekt "Tiefes Lernen“ maßgeblich vorangetrieben. (Oliver Schaper/TU Dortmund)

TU Dortmund entschlüsselt mit "tiefem Lernen" Keilschrift

Wie können historische Handschriften entschlüsselt werden? Dafür hat an der TU Dortmund die Arbeitsgruppe Mustererkennung der Fakultät für Informatik jetzt einen Spezialserver in Betrieb genommen, der das Lesen von komplizierten Handschriften unterstützt. Methodisch setzt das Team dabei auf "Deep Learning“: Der Rechner selbst lernt bestimmte Schlüsselwörter kennen und findet diese dann in Texten wieder. Dieses "tiefe Lernen“ schafft der Rechner in rasanter Geschwindigkeit, etwa 100 Mal schneller als handelsübliche Hardware.