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Von A bis Z

Römisches Schlachtfeld am Harzrand entdeckt
200 Jahre nach der Varusschlacht kam es offenbar tief im Germanischen Gebiet erneut zu einer Schlacht zwischen Römern und Germanen. Die spektakuläre Entdeckung, die auf die Fundmeldung eines Amateurarchäologen zurückgeht, bringt überkommene Geschichtsbilder ins Wanken.

Mehr als hundert eisernene Bolzenspitzen belegen den massiven Einsatz von leichten Torsionsgeschützen, mit dem die römischen Truppen den Durchbruch am Harzhorn erkämpften. Foto: Christa Fuchs, NLD Hannover

Römische Hipposandale. Foto: Christa Fuchs, NLD Hannover
Am Montag, den 15.12. stellten der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, und der Landrat des Landkreises Northeim, Michael Wickmann, die Ergebnisse der bisherigen Forschungen und den Schauplatz eines römischen Schlachtfelds im Landkreis Northeim vor.
Anfang Juni 2008 legte ein geschichtlich interessierter Bürger der Northeimer Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne ungewöhnliche Funde vor: eiserne Speerspitzen, Spitzen von Katapultgeschossen, eine Pionierschaufel und eine "Hipposandale" - ein spezieller Hufschutz für Pferde und Maultiere, wie er nur in der römischen Armee verwendet wurde. Auch die übrigen Funde waren römischen Ursprungs. Die Objekte stammten von einem markanten Geländesporn am westlichen Harzrand.
Eine Überprüfung im Gelände bestätigte die Angaben des Finders und zeigte, dass noch weitaus mehr Fundstücke im Waldboden oft nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche lagen. Damit begann ein eiliger Wettlauf: Besonders seit der Entdeckung des Schlachtfeldes der Varusschlacht in Kalkriese und dem Römerlager in Hedemünden bei Göttingen ist das südliche Niedersachsen ein bevorzugter Tummelplatz für Raubgräber, die mit Metallsonden derartige Fundstellen im großen Maßstab ausplündern. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege leitete die Kreisarchäologie noch Ende August ein ungewöhnliches Projekt ein: Abgeschirmt von der Öffentlichkeit wurde das Gelände mehrfach systematisch mit Metallsonden prospektiert, hunderte georteter Funde wurden freigelegt, detailliert dokumentiert und ihre Konservierung eingeleitet. Gelingen konnte das angesichts der enormen Ausdehnung der Fundstelle nur, weil eine Gruppe von zuverlässigen Metallsondengängern, die seit mehreren Jahren eng mit der Bezirksarchäologie Braunschweig zusammenarbeiten (Interessengemeinschaft Ostfalensucher), intensiv in das Projekt eingebunden wurde: So wurden bis zu elf Metalldetektoren gleichzeitig von sehr erfahrenen Sondengängern eingesetzt. Entscheidend für den Erkenntnisgewinn ist dabei die präzise dreidimensionale Einmessung jedes einzelnen Fundes, um den Charakter der Fundstelle zu klären.
Sehr oft werden Metallfunde aus ihrem Kontext gerissen und zu rein antiquarischen Sammelfunden reduziert, die ihrer historischen Aussagekraft beraubt sind. Erst durch die Gesamtbewertung vieler einzelner Mosaiksteinchen wird das Potenzial ihrer Aussagekraft deutlich. Dabei zeigte sich schnell, dass es sich nicht wie anfangs vermutet um ein weiteres römisches Lager handelt, sondern um ein ausgedehntes Gefechtsfeld zwischen römischen Truppen und Germanen. In Teilen des weitläufigen Geländes sind die Funde so gut erhalten, das es möglich ist, Teilereignisse des Kampfgeschehens nachzuvollziehen wie etwa den Einschlag gezielter Pfeilsalven oder einzelne Infanterieangriffe. Kein anderes antikes Schlachtfeld, das Archäologen bisher entdecken konnten, hat so eindrucksvolle ungestörte Hinterlassenschaften erbitterter Kämpfe geliefert.
Die Fundstelle liegt am Harzhorn bei Kalefeld, Ldkr. Northeim, auf der östlichen Spitze eines kilometerlangen, Ost-West laufenden Höhenzuges, der als eine natürliche Barriere auf den Westrand des Harzes zuläuft. Die Nord-Süd-Verbindungen entlang des Harzrandes müssen hier einen engen Pass überqueren, wo noch heute die Autobahn 7, die Bundesstraße 248 und die historische Heerstraße auf einem nur 300 m breiten Streifen dicht nebeneinander verlaufen. Die nach Norden steil abfallenden Hänge der im Westen anschließenden Kuppen sind nur an wenigen Stellen passierbar, und hier finden sich die größten Konzentrationen an Waffen. Bisher liegen zwei Hauptfundkonzentrationen vor, die auf ein sehr heftiges Aufeinandertreffen der Gegner deuten. In anderen Bereichen des insgesamt ca. 1, 5 km breiten Fundgebietes sind die Ergebnisse weniger eindeutig: Entweder war das Kampfgeschehen hier weniger heftig oder diese Bereiche sind nach der Schlacht geplündert worden. Denkbar ist auch eine Überlagerung durch abgerutschtes Hangmaterial.
Rätselhaft bleibt, warum die Germanen nicht die Gelegenheit nutzten, das verlassene Schlachtfeld systematisch zu plündern. Zertrümmerte Wagen, hunderte aus dem Boden ragende Geschosse und verlorene Ausrüstungsteile müssen noch jahrelang sichtbar gewesen sein, bevor der Wald sie unter sich bedeckte. Möglicherweise war das Gelände zumindest teilweise tabuisiert und niemand wagte, es zu betreten.
Nachdem die Archäologen zunächst von einer Datierung in augusteische Zeit, also in die Dekaden um Christi Geburt, ausgegangen waren, wurde mit der Auffindung weiterer Funde klar, dass sich das Ereignis ca. 200 Jahre nach der Varusschlacht abspielte. Die bislang sichersten Datierungshinweise sind ein sehr abgegriffene Münze des Kaiser Commodus, der von 180 bis 192 n. Chr. regierte und ein Messerfutteral, das nicht vor dem ausgehenden 2. Jahrhundert nach Christus entstanden sein kann. Das gesamte Waffenspektrum stützt diesen zeitlichen Ansatz. Damit ist das Gefecht nach bisherigem Kenntnisstand in ein Zeitfenster vom ausgehenden 2. bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts einzuordnen.
Ein konkretes Ereignis anhand archäologischer Befunde zu rekonstruieren, ist fast immer problematisch. Dies gilt ganz besonders für den ungewöhnlichen Fall, dass es sich um ein Ereignis handelt, für das es so gut wie keine historische Überlieferung gibt. Anhand archäologischer Beobachtungen lassen sich nur Modelle entwickeln, die immer wieder neu geprüft werden müssen.
Zudem befindet sich die Erforschung des Schlachtfeldes am Harzhorn wissenschaftlich gesehen noch im Vorbereitungsstadium. Die weitere Auseinandersetzung damit wird mit Sicherheit zu zusätzlichen Erkenntnissen und zu Korrekturen an den vorhergehenden führen. Jeden Tag kann durch einen glücklichen Neufund eine komplette Revision der bisherigen Modelle herbeigeführt werden.
Das sehr umfangreiche Fundmaterial belegt zunächst unstrittig eine starke römische Militärpräsenz. Allerdings befand sich die klassische Struktur der römischen Armee im 3. Jh. schon in weitgehender Auflösung und in ihr dienten vorwiegend Söldner aus den Provinzen und den Randbereichen des Imperiums. So setzte Kaiser Maximinus Thrax 235 n. Chr. bei seinem Feldzug gegen die Germanen unter anderem persische Bogenschützen und maurische Speerschleuderer ein. Andererseits verwendeten auch die Germanen in dieser Zeit Waffen aus römischer Produktion. Es ist daher anhand der Waffen kaum möglich zu entscheiden, ob sie von einem "Römer" oder einem Germanen geführt wurden. Vom Harzhorn liegen allerdings eindeutige Spuren römischer Militärtaktik vor: So wurden die dort gefundenen Pfeile nach bisherigem Kenntnisstand kaum, die indirekt durch die massiven Katapultprojektile fassbaren Torsionsgeschütze (mit mechanischen Spannvorrichtungen versehene große Pfeilgeschütze) überhaupt nicht von Germanen eingesetzt. Daher kann vorausgesetzt werden, dass im militärischen Sinn römisch geführte Truppen an dem Gefecht beteiligt waren.
Unsicher bleiben Größe und Auftrag der römischen Verbände. Da sie Torsionsgeschütze und Wagen mitführten, wird es sich um keine kleine Einheit gehandelt haben. Ob ihr Auftrag aber ein rein militärischer war, oder ob es sich möglicherweise um eine bewaffnete Gesandtschaft oder Expedition handelte, muss vorerst offen bleiben.
Weiterhin handelt es sich nach den bisherigen Beobachtungen um den Schauplatz eines offenen Feldgefechts. Ob darüber hinaus Befestigungen oder Verhaue errichtet wurden, wird erst durch zukünftige Grabungen überprüft werden können. Die bisherigen Beobachtungen machen folgende Arbeitshypothese wahrscheinlich: Römische Truppen auf dem Rückmarsch aus dem Norden fanden den nach Süden führenden Pass versperrt und erkämpften sich dann ihren Weg unter massivem Waffeneinsatz über den Höhenzug. Offenbar blieben die römischen Truppen bei diesem Gefecht aufgrund ihrer überlegenden Militärtechnik erfolgreich, mussten aber wegen anhaltender Bedrohung Richtung Leinetal abrücken.
Mit diesem Neufund eines antiken Schlachtfeldes ist in Niedersachsen ein weiterer wichtiger Fundplatz zur Frage des Mit-, Neben- und Gegeneinanders von Römern und Germanen lokalisiert. Das Römerlager in Hedemunden an der Werra markiert den Beginn des römischen Zugriffs auf die Germania magna kurz vor Christi Geburt, mit dem Fundort Kalkriese verbindet sich die Niederlage der römischen Militärmacht im Jahre 9 n. Chr., die sich nach den Rachefeldzügen der Jahre 15/16 nach Christus endgültig aus diesem Teil Germaniens zurückzieht.
In der Folge konsolidierte sich die nördliche Außengrenze des römischen Reiches am Rhein. Vor allem mit diplomatischen Mitteln wirkte Rom weiterhin auf die rechtsrheinischen Gebiete ein.
Im 3. Jahrhundert veränderten sich die Verhältnisse massiv. Germanen drängten in großen Gefolgschaften nach Süden über den Obergermanisch-Raetischen Limes, die Grenze zwischen Donau und Rhein, und nach Westen über den Rhein, um von den wirtschaftlich blühenden römischen Gebieten zu profitieren. Diese Gebiete waren ihnen wohl bekannt, da in den provinzialrömischen Grenzregionen längst schon eine Vermischung mit der dort ansässigen Bevölkerung stattgefunden hatte. Angehörige germanischer Stämme leisteten als Soldaten Dienst im römischen Heer oder trieben Handel mit den Bewohnern provinzialrömischer Gebiete.
Gegen Ende des 2. Jahrhunderts kam es zu den ersten großen Kriegen, die durch Wanderungsprozesse nach Süden ausgelöst worden waren, den Auseinandersetzungen mit den Markomannen an der mittleren Donau, welche die Kräfte Roms und den Kaisers Marc Aurel selbst lange banden. 213 n. Chr. fielen zum ersten Mal die Alamannen, ein neu entstandener Verband unterschiedlicher germanischer Gefolgschaften in Obergermanien und Raetien, d.h. im heutigen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern ein. Caracalla überschritt den Limes, um eine militärische Expedition gegen die Alamannen zu starten. 233 verheerten die Alamannen wiederum die blühenden Grenzgebiete. Maximinus Thrax führte deshalb im Jahr 235 n. Chr. sein zum Teil aus orientalischen Einheiten bestehendes Heer weit nach Germanien hinein, um - wie bei Herodian und in der Historia Augusta überliefert - im Zuge der "Schlacht im Moor" einen großen Sieg zu erringen. In der historischen Forschung wurde dieses Ereignis gerne in die Nähe der römischen Außengrenzen verlagert, da ein Vordringen viele hundert Kilometer weit ins Barbaricum unwahrscheinlich erschien. Mit dem Neufund vom Harzrand ist dieses Bild zu revidieren. Hier ist ein größerer römischer Kampfverband, ähnlich wie für den des Maximinus Thrax beschrieben, zum ersten Mal überhaupt für das 3. Jahrhundert n. Chr. mitten im Barbaricum nachgewiesen.
Geschossspitzen zeigen den Einsatz römischer Torsionsgeschütze. Möglicherweise lässt eine Vielzahl von dreiflügeligen Pfeilspitzen auf die Anwesenheit orientalischer Bogenschützen schließen, die Reflexbögen benutzten. Speerspitzen ergänzen das Spektrum der Waffen. Auf den Tross deuten Teile von Wagen, wie Achsnägel, Radnaben und Anschirrungszubehör, aber auch Bruchstücke von Sklavenfesseln oder Zeltheringe hin. Die Fundverteilungsmuster von Sandalennägeln ermöglichen es, den Weg des römischen Heeres über den Pass nach Süden nachzuvollziehen. Die Einschläge römischer Geschossspitzen zeigen die germanischen Stellungen an.
Der Fundplatz wird zu neuen, weitreichenden archäologischen und historischen Überlegungen führen. Einige Schriftquellen werden neu zu bewerten sein. Ein methodischer Vergleich des Gefechtsplatzes am Harz mit Kalkriese, bei beiden handelt es sich um Defileegefechte, lässt vermutlich weiterführende Schlüsse auf die Vorgänge vor Ort zu, so das beide Fundplätze als Schlüssel für die Rekonstruktion der Ereignisse im Bereich des jeweils anderen dienen können. Diese komplexen Erkenntnismöglichkeiten unterstreichen die außerordentliche wissenschaftliche Bedeutung des neu entdeckten Gefechtsfeldes.
Die Neuentdeckung belegt ein dramatisches Ereignis im Rahmen der Beziehungen zwischen Germanen und Römern, durch das viele seit langem bekannte archäologische Phänomene wie der auffallende römische Importstrom in die Germania magna um 200 n. Chr. oder das Auftreten von römischen Waffen auf Opferplätzen dieser Zeit in neuem Licht erscheinen. Dass es der Archäologie damit gelungen ist, ein historisches Ereignis zu greifen, das in den vermeintlich verlässlichen historischen Quellen offenbar keinen Niederschlag gefunden hat, lässt den Neufund zu einer spektakulären Entdeckung werden, die überkommene Geschichtsbilder ins Wanken bringt und viel Stoff für zukünftige historische und archäologische Diskussionen liefert.


Kommentare
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Denn dass Kalkriese der Ort der Varusschlacht sein soll, ist eine Erfindung von Theodor Mommsen (Barenaue) und wird von den Vertretern der Uni Osnabrück unter neuem Namen (Kalkriese) seit Jahren ohne jeden wissenschaftlichen Nachweis nur neu aufgewärmt.
Der Fund dieses Schlachtfeldes am Harz beweist außerdem, dass die Römer im 3. Jahrhundert immer noch in der Lage waren in Germanien militärisch zu agieren und dies auch taten. Von einem "endgültigen Rückzug" im Jahr 16 n. Chr. kann, wenn man die in Haarhausen/Thüringen gemachten Funde betrachtet, wohl auch keine Rede sein.
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schriftlichen Quellen? Die Römer
haben doch eigentlich fast alles dokumentiert. Jedenfalls ist ein
Beweis erbracht, dass die Römer
sich doch nicht so ganz aus Germanien zurückgezogen hatten.
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Vielleicht sollten Sie bedenken, daß germanische Södner in 150 Jahren so viel von ihren Besatzern lernten, daß sie mit Sicherheit römische Waffen und Ausrüstung nutzen konnten und in ähnlicher oder verbesserter Taktik kämpften. (Der Vietkong hat den Amis auch das Fürchten im Urwald gelernt, so daß die Eroberer das noch heute wirkende Gift "Age-Orange" einsetzten.) Voraussetzung für römische Kampftaktik waren allerding aufgeräumte landwirtschaftliche Flächen oder abgefackelter Wald. Hier bei uns kämpfte man in vermutlich bewaldeten Gelände. Die Gegend des Vorharzes bis an Leine und Rhume wurde noch während des 30-jährigen-Krieges dem Harz ("In der Herze")zugeschlagen. Pest oder andere Seuchen haben vermutlich genauso wie die Taktik der verbrannten Erde nach dem Vernichtungsfeldzug des Germanicus die hiesige Gegend entvölkert, so daß die zusammen hängenden Siedlungsinseln der Germanen sich teilweise wieder in Unland verwandelten. Laub- oder Nadelbäume erreichen in 20 Jahren Höhen von 10 Metern. Die Vegetation am Harzhorn könnte zur Schlacht auch mit hohen dichten Strauchhecken oder lichtem Wald mit Unterholz bestanden gewesen sein, die einem ortstreuen Angreifer Sichtschutz boten. Etliche der Legionäre wurden vielleicht von wenigen guten wendigen Kriegern angegriffen und schwer verwundet. Sollten die Angreifer anschließend erwischt worden sein, wußte niemand von dem Ort der Schlacht, und die wenigen überlebenden Germanen konnten gar nicht alles wegschleppen. Ich vermute das die Römer alle lebenden Germanen derer sie habhaft werden konnten versklavten, die Verletzten aber töteten. Die überlebenden Familien werden sich vorher mit wenigem Vieh im Hochharz verschanzt haben, und dieses Gebiet längere Zeit nicht begangen haben, zumal der Paß immer wieder von Römern als Aufmarschweg genutz wurde.
Dr. Klaus Grote`s These Hedemünden sei ein Aufmarschlager der Römer gewesen, stammt aus der Unkenntnis des Römerlagers Baunatal. Hier wurde der große nördliche Teil des vermutlichen "100-Hektar-Mehrlegionenlagers" von 2002 bis 2008 durch den Bau der "VW-Original-ersatzteil-Center (OTC 2-4)" zerstört, weil die hessischen Archäologen im Planungsvorfeld keine Luftaufnahmen zu Hilfe nahmen. Hier zweigte von der Nordsüdroute der Heerstraße ("Die hohe Straße") eine nach Nordwesten verlaufende "Querroute in Richtung Lippelager mit Delbrück-Anreppen". Dieses nordhessische Großlager mit nebengestellten Kastellen ist in seiner Komplexität bislang nur neben den Lippelagern dem Großraum Halberstadt und der Wetterau ebenbürtig. Zudem befand sich hier eine größere südliche Zivilsiedlung, deren Bauten teilweise bislang als Hügelgräber angesehen wurden, sowie die leider teilweise ebenfalls schon überbaute "Heidenstatt". Hessens schlecht ausgestattete Archäologen und die nicht mit den scharfen sachsen-anhaltinischen Denkmalschutzgesetz vergleichbaren laschen Gesetztestexte lassen Baubehörden und Raubgräbern großen Spielraum. Das größte Problem sind die fehlenden Ortsheimatpfleger, und weitere Ansprechpartner bei Funden. Die großen Flächen dreier Groß-Landkreise müssen von je einem Archäologen bewältigt werden.So bleiben Notgrabungen die einzige Vorleistung bei Zerstörungen durch Baumaßnahmen. Und selbst da liegt einiges im Argen. Die Niedersachsen mit einem besseren Bodendenkmalschutzgesetz haben ihr Stammpersonal in Hannover beim Landeamt für Denkmalpflege in einigen Teilbereichen um ein Drittel reduzieren müssen. Dafür haben wir mehr Polizeibeamte bekommen (leider auch mit Metalldetektor, wie vor einiger Zeit bemerken mußte. Bei den beamteten Sondengängern stellen allerdings Lehrer den Hauptanteil der Abenteurer. Jugendliche, Söhnchen der besseren Gesellschaft, genauso wie Migranten sind beim Abräubern dabei. Nicht zu vergessen sind die Unternehmensberater zweibeiniger Geschäfte mit durchgehender Ladenöffnungszeit).
Um nochmal zum Schlachtort Harzhorn zurückzukommen, demnächst wird das Schlachtfeld von einer Spezialistin der jungsteinzeitlichen Rössener Kultur untersucht. Der Bezirksarchäologe, der mit Hilfe eines englischen Hosenknopfes und zweier Scherben der Neuzeit eine Keltische Anlage auf ein Alter von 150 Jahren herunterdrückte, wird ihr bei der Ausgrabeung helfen. Und der Kreisarchäologe des südlichsten niedersächsischen Landkreises der noch 1998 den Südannex des Römerlager Hedemünden in einer Beschreibung der Burgen des Landkreises nicht erwähnte, wird als Fachmann zu Rate gezogen. Der Amateur, der aber seit 1981 Römerlager im Nahen Osten, der Türkei und Südeuropa besuchte und studierte, wird links liegen gelassen. Ein Link noch für Interesierte
1.) www.varusschlacht-am-harz.de
2.) die Bronzeplastik anklicken
3.) in der linken Reihen Forum anklicken
4.) oben den Zeitraum der Nachrichten bestimmen, oder Thema auswählen,
kleines schwarzes Dreieck anklicken,
5.) "Go" anklicken
und alles durchackern.
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1977/78 nach zweijähriger Beobachtung der Landwirtschafts- und Gartenflächen rund um den Seeburger See im Altkreis Duderstadt und vorheriger Überprüfung der "Graf-Isang-Sage", die nur die Inselage einer ehemaligen Burg aufgrund des heute V-förmigen Abflußgrabens zuließ, wurde ich mit mehreren möglichen Befestigungsanlagen fündig. Zuerst erregte meine Neugier der Hügel mit Treibhaus in einer Gärtnerei östlich der Gerichtslinde. Dort kam spätmittelalterliche graue Irdenware zu Tage (Der Gärtner war sehr hilfreich). In den Gärten südlich der Gerichtslinde hatten Laubenpiper beim Pfähle setzen und beim Laubenbau Steinpflaster und Fundamente angeschnitten. Die dortige Keramik war dem hohen Mittelalter zu zuschlagen. Die Gartenflächen zeigten eine niedrige eingeebnete ovale Umwallung. Hier standen ehemals ein Wirtschaftshof oder eine Wüstung. Im Jahr darauf erwisen mir die Klagen eines "steinreichen" Landwirts den Weg zu der frühmittelalterlichen Burg auf dem Südzipfel der ehemaligen Insel.
Nach Sichtung von Keramikresten und Bewuchsmerkmalen sowie Steinresten und fast eingeebneten Wällen konnte ich diese Befestigungsanlage am Ostufer des Seeburger See südlich von Bernshausen eingrenzen. Mit Hilfe damaliger Schwarz-Weiß-Luftaufnamen konnten der Graben um die Insel als breite dunkle LInie, der hoch-mittelalterliche Wirtschaftshof südlich der Gerichtslinde, und die südliche Burg als hellere Bänder erkannt werden. (Die Anlage wurde später von Grote dem Frühem Mittelalter zugeschlagen, erinnerte mich jedoch an spätrömische Kastelle oder an das Qasre el Kharanneh in Jordanien.) Schmerzen machte mir jedoch eine erheblich größere Rechteckfläche von etwa 500 Metern Seitenlänge etwa 400 Meter südöstlich der Motte(Turmhügelburg) weiter östlich mit aufgeteilten Rechtecken, in denen lange Wölbäcker zu sehen waren. Aufgrund der Größe vermutete ich jedoch eine irgend einem Kloster- oder Gutshof zugeteilte und umschlossene Ackerfläche. Meine Entdeckungen (bis auf das Rechteck) gab ich damals sofort an den Archäologen des Landkreises Göttingen, Klaus Grote aus Einbeck, weiter. Der gute aufnahmefähige ehrgeizige Jungarchäologe hielt damals noch Hof in seinem Domizil am Friedländer Weg in der Nähe des alten Arbeitsamtes.
Erst voriges Jahr, nachdem ich festgestellt hatte, daß bestimmte aus dem Zeitraum vor dem Limesbau erstellte fast quadratische Römerlager in der Wetterau, auch in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen vorhanden waren, entsann ich mich der Wälle östlich des Seeburger Sees. Heute würde ich das Rechteck als mögliches Römerlager ansehen, da scharfe Luftbilder des Mittelbereiches der Südflanke Pfostenstellungen einer möglichen rechteckigen Toranlage zeigen. Im Norden und Westen sind breite Gräben zu sehen. Aber nur Ausgrabungen oder geophysikalische Untersuchungen im Verbund mit kurz vor der Erntezeit aufgenommen Luftbildern, werden eindeutigen Aufschluß über meine "Entdeckung" geben. Um nun den Lesern diese Sichtweise zu vermitteln, habe ich im Anhang die Hoch- und Rechtswerte der Ecklagen des möglichen Römerlagers aus der Topographischen Karte aufgelistet. Die Anlage ist genordet.
Topographische Karte 1 : 25 000
Blatt 4427 Duderstadt.
Nordwestecke:
Hochwert: 57 14 80 ; Rechtswert 35 81 65
Nordostecke:
H. 57 14 80 R. 35 82 15
Südwestecke:
H. 57 14 30 R. 35 81 65
Südostecke:
H. 57 14 30 R. 35 82 15
Ich wünsche Euch viel Geduld beim Austüfteln der Rechteckanlage. Es grüßt der Burgenfuchs aus Katlenburg.
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Guten Tag Herr Nowak,
ich bin nun in Lenglern geboren und aufgewachsen, doch von einem Römerlager dort habe ich noch NIE etwas gehört. Wären Sie so freundlich die Quelle dieser Angabe zu nennen?
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sie schreiben einen dermaßen unsinn , da ist es immer wieder eine freude ihre lächerlichen kommentare zu lesen!!!
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es ist immer wieder eine Freude, Ihre lächerlichen Kommentare zu lesen!
Wenn sie meinen , das einige Archäologen nicht fähig sind, dann unterstützen Sie doch selbst Projekte, von denen Sie meinen das diese von unfähigen Leuten geleitet werden!
Meiner Meinung nach spiegelt sich in einigen Ihrer Behauptungen Ihre allwissende und arrogante Art deutlich vom eigentlichem Dasein ab!
Daher macht es wie immer Spaß , Ihre dummen Kommentare zu lesen!
Ralf P.
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T.B.
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