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Preisträger zu Forschungszwecken im RGZM

Kategorie: Forschung
03.03.2017 -   RGZM / CS

Die hauseigene Sammlung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) steht dem Preisträger des "Prix Européen d’Archéologie Joseph Déchelette 2016" offen: Zu weiteren Forschungszwecken erhält der Archäologe Dr. Eneko Hiriart Einblicke in die umfangreiche keltische Münzsammlung des RGZM. Der im Juni letzten Jahres erstmals ausgelobte europäische Archäologiepreis Joseph Déchelette unterstützt den jungen Archäologen beim Karrierestart nach der Promotion finanziell und stellt zudem Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung.

Dr. Eneko Hiriart bei der Preisverleihung (Foto: RGZM)

Dr. Eneko Hiriart bei der Preisverleihung (Foto: RGZM)

Wie sinnvoll internationale Vernetzung für die gegenwärtige Forschung ist, zeigt sich hier am Beispiel der Archäologie. Der mit 10.000 Euro dotierte Archäologiepreis ist am 17. Juni 2016 von einer wissenschaftlichen Kommission in Roanne (Frankreich) vergeben worden. Neben der materiellen Unterstützung, an dem das RGZM mit 2000 Euro beteiligt ist, garantiert das Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie dem Erstplatzierten einen Monat Aufenthalt, die Nutzung der umfangreichen Bibliothek sowie den Zugang zur hauseigenen Sammlung, die seit der Mitte des 19 Jahrhunderts aufgebaut wird.

Eneko Hiriart schrieb seine Doktorarbeit über keltische Münzwirtschaft zwischen Ebro und Charente an der Universität Bordeaux-Montaigne und überzeugte die Auswahlkommission mit einem europäisch ausgerichteten Projekt zum Beginn der Münzwirtschaft und zur Entstehung komplexer Wirtschaftssysteme im keltischen Europa. Derzeit ist er Stipendiat am Forschungsinstitut Casa de Velázquez in Madrid.

In Kooperation mit dem französischen Kulturministerium, dem Forschungszentrum von Bibracte der Association Joseph Déchelette und weiteren Museen hat das RGZM den Promotionspreis "Prix Déchelette" im Jahr 2015 eingerichtet. Zur Unterstützung für die nächsten Karriereschritte von jungen Forscher/-innen ist dieser internationale Forschungspreis in der Archäologie einmalig. Benannt wurde er nach dem französischen Archäologen Joseph Déchelette, der im 1. Weltkrieg im Kampf gegen Deutschland gefallen ist und als Wegbereiter der französischen Archäologie gilt.

Joseph Déchelette (1862-1914) setzte mit seiner Forschung zu römischer Keramik und zur Vorgeschichte Meilensteine in der archäologischen Forschung. Die „Association Joseph Déchelette", gegründet 2010, hält die Erinnerung an diesen Wissenschaftler und Wegbereiter der Archäologie. Déchelette war dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz besonders verbunden: Gemeinsam mit dem Musée Déchelette in Roanne widmete das RGZM 2015 der Entstehung dieser gemeinsamen Deutsch-Französischen Forschungstradition eine kleine Präsentation in den Räumen der Abteilung Römerzeit im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz.