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Ötzis Stimme soll rekonstruiert werden

Forschung
26.02.2016 - Südtiroler Archäologiemuseum / AB

Dem Mann aus dem Eis die Stimme zurückgeben: dieses ambitionierte Ziel setzt sich ein Forschungsprojekt der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung im Krankenhaus Bozen in Zusammenarbeit mit dem Istituto di Scienze e Tecnologie della Cognizione (ISTC) in Padua. Wenn das Vorhaben erfolgreich ist, wird man zwar hören können, wie Ötzis Stimme klang - was er zu sagen gehabt hätte, wird man allerdings auch damit nicht herausfinden können.

Ötzi-Rekonstruktion von Kennis & Kennis (c) Südtiroler Archäologiemuseum / A. Ochsenreiter

Ötzi-Rekonstruktion von Kennis & Kennis (c) Südtiroler Archäologiemuseum / A. Ochsenreiter

Ohne physischen Eingriff und nur mit Hilfe bereits existierender computertomografischer Aufnahmen vom Körper des Mannes aus dem Eis versuchen Projektleiter Francesco Avanzini (HNO-Arzt und Verantwortlicher des Ambulatoriums für Phoniatrie im Südtiroler Sanitätsbetrieb) und Rolando Füstös (Primar der HNO-Abteilung des Landeskrankenhauses Bozen) virtuell die Anatomie des gesamten Sprechapparats wieder herzustellen.

Voraussetzung dafür ist eine Rekonstruktion von Ötzis Stimmkanal, bestehend aus den stimmbildenden physischen Anlagen (Mund, Nasen- und Rachenraum bis zu den Stimmbändern), sowie dem umliegenden Skelett mit Schädel und Wirbelsäule samt Organen, die ebenfalls Teil des Resonanzkörpers sind.

Anschließend wird Avanzini versuchen, zusammen mit dem Elektronikingenieur Paolo Conci, der am ISTC in Padua an Spracherkennungssystemen arbeitet, mit Hilfe bestehender wissenschaftlicher Softwareprogramme den Klang der Stimme von Ötzi zu rekonstruieren. Das Ergebnis wird von verschiedenen Hypothesen in der Weichteilrekonstruktion ausgehen. Eine weitere Problematik auf dem Weg der Stimmrekonstruktion stellt die Position von Ötzis linkem Arm dar, der den Stimmkanal verlegt und das Zungenbein von Ötzi verschoben hat. Vom Wiederfinden seiner ursprünglichen Position wird das Klangergebnis von Ötzis Stimme, also die Stimmhöhe, das Timbre, die Artikulation, das Volumen etc. ebenfalls abhängen.

Die Projektbeteiligten erwarten erste Klangergebnisse in den kommenden Monaten. Sie sollen anschließend im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation vorgelegt werden.

Kommentare

Rosa Kirchler, 27.02.2016 20:03
Rausgeschmissenes Geld für so etwas.
Wenn Ihr mal hören wollt wie Ötzi spricht, dann kommt nach St. Johann im Ahrntal/Südtirol. Dort beim "Schnitzer Klaus" findet Ihr den schlafenden Ötzi und nur für eine kleine Spende von 0,50 Cent steht Ötzi auf und erzählt Euch seine Geschichte. :) :)
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