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Museumsinsel erhält temporären Ausstellungsbau "Pergamonmuseum. Das Panorama“

Kategorie: Ausstellungen
16.11.2016 -   SPK / CS

Um den Besuchern der Berliner Museuminsel auch während der Sanierungszeit des Pergamonmuseums ein attraktives Angebot machen zu können, errichtet die SPK einen temporären Ausstellungsbau. Er wird direkt gegenüber der Museumsinsel am Kupfergraben entstehen. Das Haus wird mindestens bis zum Ende der Sanierungszeit des gesamten Pergamonmuseums betrieben. Es ist geplant, das Haus, das sich zunächst dem Thema "Pergamon“ widmen wird, kurz vor Ostern 2018 zu eröffnen.

Ausstellungsbau "Pergamon. Das Panorama“: Visualisierung Eingangssituation am Kupfergraben (© spreeformat)

Ausstellungsbau "Pergamon. Das Panorama“: Visualisierung Eingangssituation am Kupfergraben (© spreeformat)

Das geplante Foyer des Ausstellungsbaus (© spreeformat)

Das geplante Foyer des Ausstellungsbaus (© spreeformat)

Der architektonische Entwurf des temporären Gebäudes stammt vom Berliner Büro "spreeformat architekten". Das zweigeschossige Haus wird Ausstellungsräume, ein Café und einen Shop enthalten und von der Rotunde des geplanten Panoramas geprägt sein. Entwurf und Realisierung erfolgen in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Berlin. Die Ausstellung "Pergamon" wird von der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin konzipiert und von "Studio asisi" gestaltet. Um den Bau realisieren zu können, war ein Zusammenwirken verschiedener Partner nötig. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) stellte dafür das Grundstück als Eigentümerin kostenfrei zur Verfügung. Im Auftrag der SPK wird die WOLFF GRUPPE/IPR auf eigene Kosten das Gebäude realisieren und dies mit den Einnahmen durch Eintritte refinanzieren. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde von "Partnerschaften Deutschland/ÖPP Deutschland" geprüft.

Die inhaltlichen Planungen knüpfen dabei an die Zusammenarbeit der Antikensammlung mit dem "Studio asisi" bei der sehr erfolgreichen Pergamon-Ausstellung in den Jahren 2011/2012 an. Entsprechend ist beabsichtigt, im künftigen Ausstellungsbau als Highlight das Panorama von Yadegar Asisi mit der Vision der antiken Metropole zu präsentieren. Bedeutende Teile des Pergamonaltars, darunter der Telephos-Fries (im Unterschied zum großen Gigantenfries auch als "kleiner Fries" bezeichnet), werden im Zentrum der Ausstellung stehen. Auch wird eine völlig neu gestaltete 3D-Visualisierung des Pergamonaltars den Besuchern einen Eindruck verschaffen von diesem weltberühmten Zeugnis antiker Kunst, das sanierungsbedingt bis 2023 nicht zugänglich ist. Die Stiftung wird im nächsten Jahr ausführlicher über die Ausstellungskonzeption informieren.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preussischer Kulturbesitz, sagt dazu: "Wir wissen, dass wir den Besuchern der Museumsinsel während der Sanierung des Pergamonmuseums vieles zumuten müssen. Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir dennoch die zentralen Themen des Weltkulturerbes weiter präsent halten. Ich bin froh, dass wir zusammen mit der Wolff Gruppe als Partner den Ausstellungsbau ohne Einsatz von Steuergeldern realisieren können. Vor dem Hintergrund der neuesten Entwicklungen der Baustelle Pergamonmuseum, die zu einer Verlängerung der Bauzeit beim ersten Bauabschnitt bis 2023 führt, ist dieser temporäre Ausstellungsbau sinnvoller denn je. Zumal er auch danach, wenn im zweiten Bauabschnitt das Ischtartor und die Prozessionsstraße von Babylon nicht zugänglich sein werden, weiter zur Verfügung steht und wir den Besuchern ein attraktives Alternativangebot machen können."

"Wir freuen uns enorm über diese großartige Möglichkeit, unseren internationalen Gästen einen besonderen Zugang zu den Originalen der Antikensammlung bieten zu können. Dies ist nicht nur wegen der langen Schließzeit des Pergamonaltars als namensgebendes Wahrzeichen des Hauses dringend notwendig. Allein in diesem Jahr lockte das Pergamonmuseum über 700.000 Besucher an, doch das Haus ist angesichts der umfassenden Baumaßnahmen auch an seiner Kapazitätsgrenze. Somit löst der Ausstellungsbau gleich zwei Versprechen ein: Wir können der großen Nachfrage gerecht werden und für den geschlossenen Pergamonaltar eine hervorragende Alternative anbieten.", führt der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin Michael Eissenhauer aus.