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Mosaiken in neuer Farbenpracht

Kategorie: Denkmalschutz, Aus aller Welt
21.06.2016 -   ÖAI / AB

Restauratoren aus Jordanien, Tunesien und Libyen zur Weiterbildung in Ephesos

An dem fünfjährigen Kursprogramm, das auf Initative des Ephesus Foundation eingerichtet wurde, nahmen 15 Restauratoren aus fünf Nationen teil. Zum Abschluss des Programms restaurierten die Teilnehmer, die künftig in ihren Heimatländern eine neue Generation von Restauratoren ausbilden sollen, zahlreiche gefährdete Mosaiken im sog. Hanghaus 2.

Überblick über die Restaurierungsarbeiten im Peristylhof von Wohneinheit 2 des Hanghauses 2 in Ephesos. Foto: CCA

Überblick über die Restaurierungsarbeiten im Peristylhof von Wohneinheit 2 des Hanghauses 2 in Ephesos. Foto: CCA

Restaurierungsarbeiten am figürlichen Mosaik im Peristylhof von Wohneinheit 2 des Hanghauses 2 in Ephesos; dargestellt ist eine Nereide, die auf dem Rücken eines Hippokampen sitzt. Foto: CCA

Restaurierungsarbeiten am figürlichen Mosaik im Peristylhof von Wohneinheit 2 des Hanghauses 2 in Ephesos; dargestellt ist eine Nereide, die auf dem Rücken eines Hippokampen sitzt. Foto: CCA

Länder wie Jordanien, Tunesien und Libyen besitzen einen reichen Schatz an antiken Mosaiken. Um Restauratoren aus diesen Ländern in der Konservierung und dem Management von antiken Mosaiken auszubilden, unterstützt die Getty Foundation den »Mosaic Conservation Course 2011-2016«. Der Kurs wurde vom CCA Centro di Conservazione Archaeologica of Rome konzipiert und fand auf Initiative der Ephesus Foundation in diesem Jahr von März bis Mai in Ephesos statt. Dadurch konnten auch zwei türkische Restauratoren im internationalen Team mitarbeiten. Als Höhepunkt des fünfjährigen Kursprogramms restaurierte das internationale Team von 15 Restauratoren aus 5 Nationen zahlreiche gefährdete Mosaiken im Hanghaus 2. Darunter befand sich auch ein schwarz-weißes Mosaik in Wohneinheit 2, dessen Erhaltung von der Ephesus Foundation finanziert wurde. Die Kursteilnehmer werden in ihren Heimatländern in weiterer Folge als Trainer für eine neue Generation von Restauratoren fungieren.

Reiches kulturelles Erbe

Jordanien, Tunesien und Libyen sind jene Länder im Mittelmeerraum, die ein besonders reiches Erbe an Mosaiken besitzen. Dieses wertvolle Vermächtnis der römischen und byzantinischen Welt ist heute stark gefährdet. Trotz ihrer Bedeutung werden Mosaiken vernachlässigt, dem Vandalismus preisgegeben, geraubt oder verschwinden in Museumsdepots. Aufgrund ihrer Fragilität erfordert die langfristige Erhaltung von Mosaiken eine regelmäßige und kompetente Pflege.

Eine neue Generation von Restauratoren

Der »MCC Mosaic Conservation Course 2011-2016«, der dieses Jahr in der antiken Stadt Ephesos (Westtürkei) stattfand, bildet Restauratoren aus Jordanien, Tunesien und Libyen dazu aus. Experten des Centro di Conservazione Archeologica (CCA) vermitteln mit finanzieller Unterstützung der Getty Foundation anwendungsorientiertes Wissen über die Konservierung von antiken Mosaiken. Die Teilnehmer werden befähigt, selbstständig Maßnahmen zur regelmäßigen Pflege und Konservierung durchzuführen. Auf dem Programm steht auch theoretisches Wissen über Informationsverbreitung und -austausch. In weiterer Folge werden die Mitglieder der Gruppe, unterstützt von lokalen Behörden und eingebunden in ein professionelles internationales Netzwerk, selbst als Trainer der nächsten Generation von Restauratoren in ihren Heimatländern fungieren.

Die Mosaiken im Hanghaus 2 in Ephesos

Die Kursteilnehmer restaurierten während ihres Aufenthalts zahlreiche Mosaiken im Hanghaus 2, einem antiken Wohnkomplex mitten im Zentrum von Ephesos. In Kooperation mit der Ephesus Foundation wurde auch ein schwarz-weißer Mosaikboden in Wohneinheit 2 gereinigt und konsolidiert. Erdbeben in der Vergangenheit sowie Veränderungen des Mörtelbetts, das Einsickern von Wasser und mechanischer Stress in den letzten Jahren hatten dazu geführt, dass Mosaiksteine die Bindung verloren und größere Fehlstellen das Bodenmosaik gefährdeten. Zudem war die oberste Schicht durch dicke Kalkablagerungen verschleiert. Das Restauratorenteam reinigte die Oberfläche, konsolidierte den Mörtel, füllte Fehlstellen auf und fasste Ränder neu ein. Wichtigstes Ziel war es, die allgemeine Stabilität des Mosaikes zu verbessern und größerer Verluste an Substanz in nächster Zukunft zu vermeiden. Nun zeigt sich der Schmuckboden wieder in seiner ganzen Farbenpracht und kann von den jährlich rund 180.000 Besuchern des Hanghauses besichtigt werden.