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Geophysikalische Untersuchungen im Bereich des römischen Hofheims

Kategorie: Forschung
03.03.2017 -   hessenARCHÄOLOGIE / CS

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Stadt Hofheim, der hessenARCHÄOLOGIE, der Römisch-Germanischen Kommission (RGK) des DAI sowie der Universität Frankfurt a. M. begannen in den letzten Tagen die geophysikalischen Messungen im Bereich der römischen Militärlager.

Hofheim (Main-Taunus-Kreis). Georadar im Einsatz © Dr. B. Leinthaler, hessenARCHÄOLOGIE

Hofheim (Main-Taunus-Kreis). Georadar im Einsatz © Dr. B. Leinthaler, hessenARCHÄOLOGIE

Im 1. Jahrhundert n. Chr. bestanden auf dem Hochfeld in Hofheim (Main-Taunus-Kreis) nacheinander zwei römische Kastelle als Vorposten des Mainzer Legionslagers, das Erdlager (ca. 20/30-70 n. Chr.) und das Steinkastell (ca. 70/74-110/115 n. Chr.). Während das erstgenannte ganz aus Erde und Holz konstruiert war, erhielt das zweite in seiner jüngsten Ausbauphase eine steinerne Wehrmauer, bevor auch dieses um 110/115 n. Chr. zugunsten des neu errichteten Limes endgültig aufgegeben wurde.

Durch eine historische Zäsur (Bürgerkriege infolge des sog. Vierkaiserjahrs 69 n. Chr.) getrennt und durch intensive Ausgrabungen seit der Mitte des 19. Jh. verbunden, haben die Kastelle bei Hofheim in der Archäologie als »dated sites« (fest datierte Fundplätze) internationale Bekanntheit erlangt.

Im Umfeld römischer Militärlager befanden sich üblicherweise mehr oder weniger ausgedehnte militärisch-logistische Einrichtungen, aber auch dorfartige zivile Ansiedlungen (sog. vici), Gräberfelder etc., die in Hofheim nur teilweise bekannt sind.

Im Bereich des geplanten Neubaugebietes Marxheim II stehen nun großflächige archäologische Geländeerkundungen (Prospektionen) an. Sie dienen der Aufspürung bisher unbekannter archäologischer Fundstellen genauso wie der exakteren Erfassung bereits bekannter Bodendenkmäler, um notwendige archäologische Ausgrabungen im Vorfeld der geplanten Überbauung effizient und präzise planen zu können.

Vorausschauende, konzertierte Planungen auf dieser Basis ermöglichen resourcenschonende Maßnahmen und bieten somit Planungssicherheit für Bauträger und Archäologie. Zum Einsatz auf dem Hochfeld kommen hochmoderne technische Verfahren, wie z. B. Geophysik, aber auch klassische Methoden wie Feldbegehungen (survey) und Bohrkern-Analysen. Erwartet werden bisher unbekannte Anlagen aus der Römerzeit, aber auch aus anderen vor- und frühgeschichtlichen Epochen.

Den Auftakt bildeten am 1. März 2017 die Messungen in Kombination mit anderen Prospektionsmethoden in den noch nicht erforschten Arealen der zum römischen Steinkastell gehörenden Zivilsiedlung (vicus) an der Frankfurter Straße, südwestlich des Kreishauses gelegen. Dieses bislang in Hessen einmalige Kooperationsprojekt dient zugleich der praxisorientierten Berufsausbildung von Archäologiestudenten.