19.10.2017 - 04:02:50

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Für den schnellen Überblick: Das Schlagwortverzeichnis der Artikel und Rezensionen (nur für Clubmitglieder)

Funde & Befunde

01.09.2017
Funde & Befunde
Fund eines prähistorischen menschlichen Skeletts in der Chan-Hol-Höhle bei Tulúm auf der Halbinsel Yukatan. Das Bild entstand vor der Plünderung der Fundstelle durch unbekannte Höhlentaucher. (Foto: Tom Poole, Liquid Junge Lab)

Tropfstein verrät das Alter eiszeitlicher Knochen

Ein auf der Halbinsel Yukatan in Südmexiko entdecktes prähistorisches menschliches Skelett ist mindestens 13.000 Jahre alt und stammt aller Voraussicht nach aus einer Kaltperiode am Ende der letzten Eiszeit, dem späten Pleistozän. Ein deutsch-mexikanisches Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Stinnesbeck und Arturo González González hat das fossile Skelett datiert, basierend auf einem Tropfstein, der auf dem Hüftknochen gewachsen war.

01.09.2017
Funde & Befunde
Nachwuchs-Restauratoren des RGZM in der Werkstatt des Archäologischen Museums in Aidone. (Foto: RGZM)

Archäologen und Restauratoren rekonstruieren antiken Alltag

Restauratoren und Wissenschaftler des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) erforschen zur Zeit in einem deutsch-amerikanischen Kooperationsprojekt archäologische Überreste aus der antiken Stadt Morgantina (Sizilien, Italien): Mehr als 2500 Bronze-Objekte – insbesondere aus den drei Jahrhunderten vor Christi Geburt – geben den Experten des Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie Aufschluss über vergangene Besiedelungen und weitreichende Fernkontakte.

07.08.2017
Funde & Befunde

SPK erforscht Herkunft von menschlichen Überresten aus Ostafrika

Im Rahmen eines Pilotprojektes wird die Striftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) ab Anfang Oktober die Provenienz von rund tausend menschlichen Schädeln erforschen, die aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika stammen. Das Projekt ist am Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin angesiedelt und wird von der Gerda Henkel Stiftung gefördert.

25.07.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Durch die Jahrringe des Holzes lässt sich das Fälldatum bestimmen (© Landesamt für Denkmalpflege (LAD))

Der historische Holzweg von Schorndorf

Unter der heutigen Fahrbahn der Wangener Straße in Schorndorf-Oberberken (Rems-Murr-Kreis) in Baden-Württemberg konnten an zwei ca. 35 Meter auseinander liegenden Stellen hölzerne Überreste eines ehemaligen Bohlenweges nachgewiesen werden. Der historische Holzweg konnte von den Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege nun auch datiert werden.

07.07.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Ansicht mehrerer Eichenpfähle der Uferbefestigung des Karlsgrabens während der Ausgrabung 2016. Spektakulär ist das Fälldatum der Bäume im Frühsommer, vermutlich Mai, 793. (Foto: Lukas Werther/Uni Jena)

Ältester Teil des Karlsgrabens nachgewiesen

Der Karlsgraben ist das bedeutendste Infrastrukturprojekt des frühen Mittelalters in Zentraleuropa. Der von Karl dem Großen initiierte Kanal zwischen den Orten Treuchtlingen und Weißenburg (Bayern) sollte einen durchgehenden Schifffahrtsweg zwischen Rhein und Donau schaffen. Ein interdisziplinäres Forscherteam hat durch Ausgrabungen und Holzaltersbestimmungen nun den bislang ältesten Teil des Bauwerks nachgewiesen.

01.07.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Auf beiden Seiten des Kamms findet sich ein kunstvoll gearbeitetes Bildmotiv: Hier eine Jagdszene. Foto: LWL/ S. Brentführer

Außergewöhnlicher Fund auf der Holsterburg

LWL-Archäologen finden seltenen Elfenbeinkamm

Auf der Holsterburg bei Warburg (Kreis Höxter) sind Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf einen für die Region einzigartigen Fund aus dem 12. Jahrhundert gestoßen: das Fragment eines prachtvoll verzierten Kammes aus Elefantenelfenbein.

26.06.2017
Funde & Befunde
Zehenprothese einer Frauenbestattung aus dem thebanischen Grab TT95, frühes 1. Jahrtausend v. Chr. Ägyptisches Museum Kairo, JE100016a. (Universität Basel, LHTT. Foto: Matjaž Kačičnik)

Basler Ägyptologen erforschen 3000-jährige Prothese

Sie dürfte zu den ältesten Prothesen der Menschheitsgeschichte gehören: Ägyptologen der Universität Basel und weitere Spezialisten haben einen künstlichen grossen Zeh aus Holz neu untersucht. Das Fundstück ist fast 3000 Jahre alt und stammt aus einer Frauenbestattung aus der Nekropole von Sheikh ´Abd el-Qurna bei Luxor. Das Gebiet wird derzeit mit modernsten Methoden erforscht.

09.06.2017
Funde & Befunde
Das 3D-Modell des »Pferdchens« vom Vogelherd im 3D-Online-Viewer. (LAD, S.M. Heidenreich)

3D-Computermodelle eiszeitlicher Elfenbeinfiguren gehen online

Die weltbekannte »Venus vom Hohle Fels«, das »Pferdchen« aus der Vogelherdhöhle und zwei weitere eiszeitliche Elfenbeinfiguren von der Schwäbischen Alb können jetzt in einer Online-3D-Galerie aus allen Perspektiven betrachtet werden.

26.05.2017
Funde & Befunde
Mit dem Magnetometer lassen sich große Flächen untersuchen. (Foto: Eugen Rung, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland)

Vor 2.000 Jahren beerdigte Rom seine Eroberungspläne für Germanien

Vor genau 2.000 Jahren – am 26. Mai 17 n. Chr. – feierte der römische Feldherr Germanicus mit einem großen Triumphzug den Sieg über die Germanen. Damit waren die Germanen-Feldzüge offiziell beendet und die Grenze entlang des Rheins – der Niedergermanische Limes – besiegelt. Die Spuren der römischen Militäranlagen haben sich bis heute im Boden erhalten und werden nun systematisch untersucht.

21.04.2017
Funde & Befunde, Ausstellungen
Das neu entdeckte Fragment stammt von einer Flöte aus Gänsegeierknochen und ist rund 40.000 Jahre alt. Foto: V. Marquardt / Universität Tübingen

Musikinstrument aus der Eiszeit

Tübinger Wissenschaftler präsentieren rund 40.000 Jahre altes Fragment einer Knochenflöte – Höhlenfundstellen der Schwäbischen Alb könnten im Juli zum Weltkulturerbe werden

Schon vor 40.000 Jahren haben Menschen Musik gemacht. Dies ist bekannt, seit in den Höhlen der Schwäbischen Alb die ältesten Musikinstrumente weltweit gefunden wurden: Fragmente von Flöten, die Höhlenbewohner während der Eiszeit aus den Knochen von Schwänen und Gänsegeiern oder aus Mammutelfenbein schnitzten.

14.04.2017
Funde & Befunde
Künstlerische Darstellung von Homotherium latidens. © Mauricio Antón

Säbelzahnkatzen lebten länger

Fast vollständiger Schädel einer Säbelzahnkatze entdeckt

Unter der Leitung von Wissenschaftlern des Senckenberg-Forschungsinstituts und von der Universität Tübingen hat das Grabungsteam 300.000 Jahre alte Überreste einer Säbelzahnkatze in der Fundstelle Schöningen entdeckt. Untersuchungen der Schädelfragmente an der niederländischen Universität Leiden zeigen, dass es sich bei dem Tier um einen Vertreter der europäischen Säbelzahnkatze Homotherium latidens handelt. Durch den neuen Fund sind nun bereits drei Individuen der großen Raubkatzen aus Schöningen bekannt.

31.03.2017
Funde & Befunde, Ausgrabungen
Der Hortfund mit über 200 Silberdenaren. Foto: Swaantje Hehmann/Varusschlacht Osnabücker Land

Beachtlicher Münzfund auf dem Schlachtfeld von Kalkriese

Mit mehr als 200 römischen Silbermünzen haben die Kalkrieser Archäologen den bislang größten Hortfund auf dem antiken Schlachtfeld in Kalkriese entdeckt. Bei den Münzen handelt es sich um Denare der späten Republik und der früh- und mittelaugusteischen Zeit.

30.03.2017
Funde & Befunde
Die rund 6.000 Jahre alten Felsgravuren sind heute kaum mehr zu erkennen. Sie wurden mit einer harten Spitze ins Gestein gepickt. Foto: © David Sabel

Ägyptische Ritualbilder aus der Jungsteinzeit

Ägyptologen der Universität Bonn stießen während einer Grabung bei einer Nekropole nahe Assuan in Ägypten auf Felsenbilder aus dem vierten Jahrtausend vor Christus. Die Zeichnungen wurden in Form von kleinen Punkten in den Fels graviert und zeigen Jagdszenen, wie sie auch in Schamanendarstellungen vorkommen. Möglicherweise stellen sie ein Bindeglied zwischen der Jungsteinzeit und der altägyptischen Kultur dar. Für ihre Entdeckung wurden die Wissenschaftler vom Antikenminister in Kairo mit dem Preis für eine der aktuell zehn bedeutendsten archäologischen Entdeckungen in Ägypten ausgezeichnet.

29.03.2017
Ausgrabungen, Veröffentlichungen, Funde & Befunde
Im November 2016 wurde ein Skelett mit zum Beten gefalteten Händen freigelegt – die erste Dokumentation einer europäischen Begräbnisstätte aus dem 17. Jahrhundert im asiatisch-pazifischen Raum. Foto © Uni Konstanz

Neue Sicht auf die europäische Kolonisierung Asiens

Ausgrabungen in Taiwan belegen, dass die Region bereits im frühen 17. Jahrhundert ein Zentrum früher Globalisierung war

Die Südsee-Erkundungen James Cooks im 18. Jahrhundert sind in die Geschichte eingegangen, dabei gingen ihnen spanische Entdeckungsreisen voraus. Es ist bekannt, dass die Spanier, angefangen mit Ferdinand Magellan im Jahre 1521, den pazifischen Raum bereits im 16. und 17. Jahrhundert erkundeten. Bisher hatten Forscher dieser Tatsache nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, was dazu geführt hat, dass anthropologische, historische und archäologische Erkenntnisse über diese Periode erster Globalisierung im pazifischen Raum weitgehend fehlten. Archäologische Ausgrabungen in einer Siedlung im Norden Taiwans, die unter Leitung von María Cruz Berrocal unternommen wurden, sind auf dem Weg, diese Forschungslücke zu schließen und eine neue Sicht auf die Kolonisierung der pazifischen Region zu eröffnen: In der kleinen spanischen Kolonie von ‚San Salvador de Isla Hermosa‘ ging es danach global zu.

17.03.2017
Funde & Befunde
Sog. dichte Punktwolke: Hier sind die Statuenfragmente schon deutlich erkennbar. (Abb.: Heliopolis-Projekt)

Digitale Dokumentationsmethoden helfen bei der Bergung des Kolosses

Wissenschaftler der Hochschule Mainz zeichnen verantwortlich für die digitalen Dokumentationsmethoden auf der Ausgrabung im antiken Heliopolis/Kairo, die seit dem Fund einer kolossalen Pharaonen-Skulptur im Fokus der Öffentlichkeit steht.

17.03.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Der Torso der Statue wird geborgen. (Foto: Dr. Dietrich Raue/Universität Leipzig)

Kairoer Kolossalstatue stellt Pharao Psammetich I. dar

Bei der vor einer Woche in Kairo entdeckten Kolossalstatue handelt es sich um den berühmten Pharao Psammetich I. (664 v. Chr. bis 610 v. Chr.) - und nicht um Ramses II., wie zunächst vermutet. Das habe die wissenschaftliche Untersuchung des Sensationsfundes zweifelsfrei ergeben, sagte Dr. Dietrich Raue, Kustos des Ägyptischen Museums - Georg Steindorff - der Universität Leipzig heute in Kairo.

17.03.2017
Veröffentlichungen, Funde & Befunde
Der Schädel von Aroeira ist etwa 400.000 Jahre alt. 3D-Rekonstruktion: Uni Lissabon

Neu entdeckter menschlicher Schädel aus Portugal ist 400.000 Jahre alt

Ein internationales Forscherteam entdeckte kürzlich bei Ausgrabungsarbeiten in der Gruta da Aroeira in Torres Novas in Portugal einen fossilen menschlichen Schädel. Die Uran-Thorium-Datierung (U-Th) von Kalzitformationen, die sich unter und auf dem Schädel aus dem Mittleren Pleistozän gebildet hatten, weisen diesem ein Alter von zwischen 390.000 und 436.000 Jahren zu.

17.03.2017
Funde & Befunde
Über 600 Jahre alter Taufstein, gefunden bei den Rettungsgrabungen im Stadtcasino Foto: Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt

Ehemaliger Taufstein der Basler Barfüsserkirche entdeckt

Die Archäologische Bodenforschung der Stadt Basel legte anlässlich des Erweiterungsbaus im Stadtcasino Teile des Kreuzgangs und des Friedhofs im Kreuzgarten des Barfüsserklosters aus dem 13./14. Jh. frei. Bei den umfangreichen Rettungsgrabungen kam, in mehr als fünf Meter Tiefe unter dem Parkett des Musiksaals, ein 900 kg schweres Taufbecken zum Vorschein. Es war in Zweitverwendung als Wassersammler im Kellerboden des 1844 errichteten Kaufhauses verbaut worden.

17.03.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Ein Teil der nördlichen Kirchenmauer des Augustinerklosters. Foto: LWL/Spiong

Unerwarteter Fund in Herford

LWL-Archäologen entdecken Kirchenmauer des Augustinerklosters

In der Herforder Brüderstraße entdeckten Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Reste einer Klosterkirche aus der Zeit um 1300. Zwar war die Lage der Kirche des ehemaligen Augustiner-Eremiten-Klosters aus historischen Plänen bekannt, doch ging man bisher davon aus, dass Baumaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte alle Fundamente beseitigt hätten. Deshalb war es eine Überraschung für die LWL-Archäologen, als sie in der Altstadt auf einen fünf Meter langen Mauerabschnitt der Kirchennordmauer stießen.

03.03.2017
Funde & Befunde, Aus aller Welt

Verschollene etruskische Kriegerstatuette in die Antikensammlung zurückgekehrt

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat eine wertvolle etruskische Bronzestatuette, die seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galt, zurückerhalten. Die Darstellung eines speerschleudernden Mannes mit Helm, die seit 1869 zur Antikensammlung gehörte, war kürzlich im Kunsthandel identifiziert worden.

17.02.2017
Funde & Befunde
Die Digitalisierung der Jupiter-Giganten-Säule erlaubt Archäologen und Laien neue Zugänge zu diesem Kulturerbe. (Bild: KIT/IPF)

Die wahre Größe der Götter und Giganten vermessen

Archäologische Artefakte wie die Jupiter-Giganten-Säule der Römerstadt Ladenburg bergen noch Geheimnisse. Sie wurde erst im Jahre 1973 entdeckt und die Geschichte des über 1800 Jahre alten Denkmals ist bislang nicht näher bekannt. Im Projekt HEiKA MUSIEKE möchte man einige Geheimnisse lüften und das Kulturerbe Ladenburgs nachhaltig sicht- und erfahrbar machen. Unter anderem mittels moderner Digitalisierungstechniken aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

20.01.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Acht Sensoren für Magnetometrie zieht das Quad hinter sich her und gewinnt damit Informationen aus dem Boden. (Foto: LWL/Burgemeister)

Mit Quad und Magnetstrahlen

Was nach Freizeitvergnügen aussieht, ist harte Arbeit: Mit dem Quad sind jetzt die Profis vom Wiener Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie über die Felder und Äcker an der Barkhauser Straße in Paderborn gefahren. In Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wollten die Wissenschaftler sicherstellen, dass auf dem Gelände des geplanten Gewerbegebietes keine archäologischen Artefakte liegen.

20.01.2017
Funde & Befunde
Für Laien mögen sie auf den ersten Blick wie simple Steine aussehen. Die Archäologen erkennen sofort, dass es sich hier um Beilklingen handelt, die in der Jungsteinzeit von den ersten Bauern als Werkzeuge benutzt wurden. Foto: LWL/H. Menne

Landwirt hilft, seinen Berufskollegen aus der Jungsteinzeit auf die Spur zu kommen

Für Landwirte gehören Begegnungen mit Steinen zu den unerfreulichen Zwischenfällen - jedenfalls auf ihren Äckern und Feldern. Archäologen wiederum freuen sich, wenn sie ausgefallene Exemplare zu Gesicht bekommen. In Werne (Kreis Unna) ist die Freude jetzt auf beiden Seiten groß. Denn Landwirt Georg Laurenz hat nicht nur hobbymäßig einen Blick für archäologische Raritäten unter den Steinen. Er hat den Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auch eine ganze Sammlung von bearbeiteten Steinen präsentiert, die in der Jungsteinzeit als Werkzeuge genutzt wurden - von den ersten Bauern.

16.12.2016
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Bronzenes Reiterfigürchen aus dem Zentralgrab in Hügel 3 im Auffindungszustand. Foto: © Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart/Jan König

Frühkeltisches Wagengrab nahe der Heuneburg entdeckt

Im Zuge des Neubaus der Umfahrung der Bundesstraße B 311 bei Unlingen (Landkreis Biberach) und der nachfolgenden Rettungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) kamen im Sommer 2016 unerwartet mehrere gut erhaltene und außergewöhnlich ausgestattete keltische Gräber aus der Hallstattzeit (8./5. Jh. v. Chr.) zum Vorschein. Eines davon enthielt die Überreste eines frühkeltischen Wagens und zudem eine Aufsehen erregende figürliche Bronzeplastik von überregionaler Bedeutung.

18.11.2016
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Außergewöhnlicher Fund: Ein römischer Kochtopf randvoll gefüllt mit Lampen und Münzen. Foto: © Kantonsarchäologie Aargau, Bela Polyvas

Das Geheimnis der 22 Öllampen

Rätselhafter Fund in Windisch beschäftigt Archäologen

Ein römischer Kochtopf, randvoll gefüllt mit Öllampen und Münzen, der vor rund 2.000 Jahren unmittelbar ausserhalb des Legionslagers Vindonissa vergraben wurde, gibt den Archäologen des schweizerischen Kantons Aargau Rätsel auf.

07.10.2016
Funde & Befunde
Bergung des keltischen Einbaums. Foto: W. Hohl, LAD

Keltischer Einbaum in Bad Buchau geborgen

Wichtiges Bindeglied zwischen dem Federsee und der Heuneburg bei Hundersingen

Prähistorische Einbaumfunde sind aus archäologischen Ausgrabungen im oberschwäbischen Federseemoor aus der Stein- und Bronzezeit bekannt. Nun glückte erstmals die Entdeckung eines eisenzeitlichen Bootes. Der Anfang September 2016 im Neubaugebiet Bad Buchau-Neuweiher II (Kreis Biberach) gehobene Einbaum stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und gehört damit in die keltische Zeit.

07.10.2016
Ausgrabungen, Forschung, Funde & Befunde
Das Grabungsteam bei den letzten Arbeiten auf dem Höhlenvorplatz. Foto: LWL/K. Burgemeister

Menschen nutzten Blätterhöhle schon am Ende der Eiszeit

Die Spuren von Menschen, die in und vor der Blätterhöhle in Hagen verborgen liegen, reichen bis zum Beginn der heutigen Warmzeit vor rund 11.600 Jahren zurück. Mit der aktuellen Grabungssaison sind die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) noch weiter vorgedrungen und haben erste Hinweise auf eine Nutzung durch den Menschen am Ende der Eiszeit entdeckt.

07.10.2016
Funde & Befunde
Eindeutige Fundstücke aus Bronze: Die beiden geborgenen Spiralen (unten), eine Fibel (Mitte) und ein Halsring gehören zu einer Frauentracht. Foto: <a href="http://www.pro-arch.de/" target="_blank">ProArch</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode" target="_blank">Creative Commons CC-by-sa-3.0 de</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">Kurzfassung</a>).

Grabfund bei Kabelarbeiten

Frühbronzezeitliche Grabbeigaben bei Ilmendorf geborgen – Bayernwerk beteiligt sich freiwillig an Ausgrabungskosten

Da staunten die Mitarbeiter des Bayernwerks nicht schlecht, als sie Ende Juli bei der Verkabelung einer Mittelspannungsleitung bei Ilmendorf (Stadt Geisenfeld, Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) in der Nähe von Vohburg auf ein frühbronzezeitliches Körpergrab mit Grabbeigaben stießen. Erste Schätzungen von Experten deuteten schon damals darauf hin, dass die Fundstücke aus der Zeit zwischen 2.200 und 1.700 vor Christus stammen. Jetzt hat ein Team von Archäologen die erstaunlich gut erhaltenen Grabbeigaben geborgen.

07.10.2016
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Die Fundstelle mit den beiden Glockengussgruben: rechts die ältere, links die jüngere. Foto: LWL

Zweite Glockengussgrube aus dem Frühmittelalter in Dülmen entdeckt

Anfang des Jahres sorgte der Fund der ältesten Glockengussgrube Deutschlands im Stadtkern von Dülmen für Aufsehen. Jetzt fanden Archäologen an derselben Stelle eine zweite Grube, in der Kirchenglocken, gegossen wurden. Diese ist sogar noch ein wenig älter als die erste. Damit müssen die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ihr Urteil widerrufen, wenn auch nur kurz: Die älteste Glockengussgrube Deutschlands steht weiterhin in Dülmen, nur eben etwas tiefer im Boden.

07.10.2016
Forschung, Funde & Befunde
Trommelfell (grau), Gehörknöchelchenkette (gelb, grün, rot) und knöchernes Innenohr (blau) eines modernen Menschen. Als Maßstab dazu eine Ein-Eurocent-Münze. (© A. Stoessel & P. Gunz)

Gehörknöchelchen im Vergleich: Andere Gestalt, ähnliche Funktion

Ein Forscherteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat die Schädel von Neandertalern gescannt und dabei die erhalten gebliebenen, für das Hören wichtigen Mittelohrgehörknöchelchen gefunden. Überraschenderweise unterschieden sich diese in ihrem Aussehen von denen moderner Menschen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie können auch dazu beitragen, den Ursprung von menschlicher gesprochener Sprache indirekt zu rekonstruieren.