11.12.2017 - 07:02:47

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Forschung

03.09.2017
Forschung, Veröffentlichungen

Die Metallurgie hat vermutlich nicht nur einen Ursprung

Wissenschaftler lösen ein kontrovers diskutiertes Problem der Technikgeschichte / Kupferschlacke aus Çatalhöyük ist Zufallsprodukt

Wann und wo haben Menschen die Metallverarbeitung erfunden? Eine Antwort auf diese lange diskutierte Frage der Technikgeschichte haben jetzt Wissenschaftler der Universität Heidelberg gemeinsam mit Forschern aus London und Cambridge (Großbritannien) gefunden: Danach hat die Metallurgie keineswegs nur einen Ursprung, sondern hat sich vermutlich an verschiedenen Orten in etwa gleichzeitig entwickelt. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten, nachdem sie den 8.500 Jahre alten Fund von Kupferschlacke in der steinzeitlichen Siedlung Çatalhöyük in Vorderasien erneut untersucht und dabei auch die chemische Zusammensetzung anderer Artefakte aus Kupfer analysiert haben.

01.09.2017
Forschung
Webauftritt der digitalen Edition der Augsburger Stadtrechnungsbücher. Quelle/©: BMB-Projekt mit Hintergrundbild: »Augsburger Monatsbild: Oktober, November, Dezember«, Jörg Breu (der Ältere), 1475. Deutsches Historisches Museum (1990/185.4).

Wofür gaben die Augsburger Ratsherren im Mittelalter das Geld der Reichsstadt aus?

Mittelalterliche Stadtrechnungsbücher der Reichsstadt Augsburg werden digital erfasst - DFG genehmigt weitere Fördermittel

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt der digitalen Edition der Augsburger Baumeisterbücher hat es sich zur Aufgabe gemacht, die mittelalterlichen Stadtrechnungsbücher der Reichsstadt Augsburg digital zu erfassen und online für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Jetzt kann die zweite Projektphase starten.

13.08.2017
Forschung

Christen und Muslime im mittelalterlichen Nordapulien

Videoreihe zum mittelalterlichen Siedlungsplatz Tertiveri

Historiker aus Trier & Mainz präsentieren auf L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, eine Visualisierung von Ausgrabungen in Nordapulien und Ergebnissen eines Forschungsprojekts über die Transformation eines christlichen Bischofssitzes zu einer sarazenischen Adelsresidenz in insgesamt sieben Episoden.

11.08.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Alesi, der Schädel der neuen ausgestorbenen Menschenaffenart Nyanzapithecus alesi (KNM-NP 59050). © Fred Spoor

Affenschädel belegt Ursprung von Menschenaffen und Menschen in Afrika

13 Millionen Jahre altes Fossil »Alesi« aus Kenia wirft Licht auf die Herkunft der Menschenaffen

Die Entdeckung eines bemerkenswert gut erhaltenen fossilen Affenschädels in Kenia zeigt, wie der gemeinsame Vorfahr aller heute lebenden Menschenaffen und Menschen ausgesehen haben könnte. Der Fund gehört zu einem Affen-Kleinkind, das vor etwa 13 Millionen Jahren lebte.

11.08.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Stockfisch auf den Lofoten. Getrockneter Kabeljau (Dorsch) aus Nordnorwegen wird noch heute bis nach Südeuropa und Afrika geliefert. Im Mittelalter war er ein gewinnbringendes Handelsgut der Hanse. die neue Studie zeigt jedoch, dass der Handel mit Dorsch von den Lofoten mindestens bis in die Wikingerzeit zurückgeht. Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Sveter">Petr Šmerkl, Wikipedia</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drying_Stockfish_Lofoten_2009_1.JPG">Drying Stockfish Lofoten 2009 1</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode">CC BY-SA 3.0</a>

In Haithabu kam Lofoten-Dorsch auf den Tisch

Internationales Wissenschaftsteam weist frühen Lebensmittel-Fernhandel nach

Getrockneter Kabeljau von den Lofoten gehörte nachweislich seit dem 13. Jahrhundert zu den Handelsgütern, die Hansekaufleute mit guten Gewinnen bis nach Südeuropa lieferten. Doch wie alt der Fischhandel mit Nordnorwegen tatsächlich war, ist in der Wissenschaft umstritten. Eine neue Studie belegt, dass schon die wikingerzeitlichen Menschen in Haithabu Kabeljau von den Lofoten speisten.

08.08.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Blick von der antiken Stadt Polonnaurwa in Sri Lankas tropischen Trockenwald. Foto © Patrick Roberts

Menschen verändern seit mindestens 45.000 Jahren die Tropenwälder

Die erste umfassende Studie über die globalen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Tropenwälder zeigt, dass diese Wälder bereits seit mindestens 45.000 Jahren durch menschliche Eingriffe verändert werden. Dieses Ergebnis wirkt der Auffassung entgegen, dass Tropenwälder bis zum Aufkommen der modernen Landwirtschaft und der Industralisierung unberührte Naturgebiete gewesen sind.

07.08.2017
Forschung
Prof. Dr. Mattern u. Dr. Rosemarie Cordie (v.r) sowie die Projektmitarbeiter Sascha David Schmitz u. Angelika Kronenberg (v.l.) stellten Minister Wissing (3.v.r.)u. Unipräsident Jäckel das Projekt vor (Peter Kuntz, Uni Trier)

Startschuss für virtuelle Rekonstruktion historischer Stätten

Spaziergänger stehen vor einer Ruine und rätseln, was vor ihnen liegt und wie es vor der Zerstörung einmal ausgesehen haben könnte. ARmob wird dieses Rätsel lösen. "Antike Realität mobil erleben“, so lautet der volle Name, eines von der Klassischen Archäologie der Universität Trier entwickelten Projekts.

04.08.2017
Forschung
Das Stierspiel-Fresko im minoischen Palast von Knossos auf der griechischen Insel Kreta (Das Original befindet sich im Archäologischen Museum Iraklio; <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Lapplaender">Lapplaender</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Knossos - 06.jpg">Knossos - 06</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode">CC BY-SA 3.0 DE</a> )

Alte DNA enthüllt Herkunft von Minoern und Mykenern

Die minoische Zivilisation und ihr Gegenstück auf dem griechischen Festland, die mykenische Zivilisation, waren Europas erste schriftführenden Gesellschaften und die kulturellen Vorfahren des klassischen Griechenlands. Eine kürzlich in Nature publizierte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Minoer nicht kurze Zeit zuvor aus einer fortschrittlichen, entfernt gelegenen Zivilisation einwanderten, sondern tief in der Ägäis verwurzelt sind.

03.08.2017
Forschung
Hinterkopf-Knochen eines anatomisch modernen Menschen der Fundstelle Buran-Kaya III. (© S. Prat)

Mammut und viel Rohkost

Senckenberg-Wissenschaftler haben die Ernährung des anatomisch modernen Menschen untersucht. Sie konnten in ihrer aktuellen Studie widerlegen, dass sich der frühe Homo sapiens-Vertreter flexibler ernährte, als die Neandertaler.

02.08.2017
Forschung
5400 Jahre alter Rinderunterkiefer. (Universität Basel, IPNA, C. Gerling)

Spezialisierte Rinderhaltung schon in der Jungsteinzeit

Schweizer Bauern haben bereits vor 5400 Jahren unterschiedliche Arten der Tierhaltung betrieben. Dies zeigt eine Studie von Forschenden der Universität Basel sowie aus Deutschland und Grossbritannien. Im Fokus der Untersuchung stand die Siedlung «Arbon Bleiche 3» am südlichen Bodenseeufer.

21.07.2017
Forschung
Der Schädel des 4.700 Jahre alten neolithischen Hundes aus der Kirschbaumhöhle im Labor, kurz bevor sein komplettes Genom sequenziert wurde. (Foto/©: Amelie Scheu, JGU)

Hunde haben wohl nur einen geographischen Ursprung

Durch die DNA-Analyse zweier prähistorischer Hunde aus Deutschland hat ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dr. Krishna R. Veeramah von der Universität Stony Brook, USA, festgestellt, dass ihre Genome wahrscheinlich die Vorfahren moderner europäischer Hunde darstellen. Die Studie legt weiterhin nahe, dass alle heutigen Hunde einen gemeinsamen Ursprung haben und aus einem einmaligen Domestikationsprozess von Wölfen vor 20.000 bis 40.000 Jahren hervorgegangen sind.

21.07.2017
Forschung
Das Kuperbeil des Mannes aus dem Eis (&copy; Südtiroler Archäologiemuseum)

Weitreichende Beziehungen in der Kupferzeit

Das Kupfererz von Ötzis Beil stammt aus der südlichen Toskana. Erste Forschungserkenntnisse darüber waren bereits im vergangenen September 2016 von Prof. Gilberto Artioli von der Universität Padua auf dem Mumienkongress vorgestellt worden, der vom EURAC-Institut für Mumienforschung und dem Südtiroler Archäologiemuseum anlässlich des 25. Auffindejahrtags von Ötzi organisiert worden war. Die Ergebnisse von Artioli und seiner Forschergruppe wurden mittlerweile verifiziert und liegen nun als Publikation in der wissenschaftlichen Zeitschrift PLOS ONE vor.

21.07.2017
Forschung

Forscher wollen Speiseplan des Hochdorfer Keltenfürsten rekonstruieren

Grünkern kennen die meisten Menschen heute nur noch als Nischenprodukt im Biosupermarkt. Doch gerade in Baden-Württemberg isst man die grün geernteten Dinkelkerne bereits seit Jahrhunderten. Grünkern, so vermutet Archäobotaniker Dr. Hans-Peter Stika, könnte bereits der Keltenfürst von Hochdorf im 5. Jahrhundert vor Christus gegessen haben. Welche Lebensmittel bei den Kelten auf dem Speiseplan standen und wie diese zubereitet wurden, das untersuchen nun Wissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart im Rahmen des ERC-Projektes "PLANTCULT“.

20.07.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Eiskernbohrung im tiefen arktischen Kongressvatnet-See in Spitzbergen, Norwegen. (Foto: Anne Hormes)

Umfassendste Datenbank zu Klimawandel in der Vergangenheit

Eine neue Online-Datenbank ermöglicht es Klimaforschenden, nun noch genauer die Muster und Ursachen von globalen Klimaschwankungen zu untersuchen. Sie wurde von einem grossen internationalen Forschungsteam zusammengestellt, das von PAGES (Past Global Changes) koordiniert wurde, einer klimawissenschaftlichen Organisation an der Universität Bern.

07.07.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Rund 124.000 Jahre alter Oberschenkelknochen eines archaischen Menschen aus der Hohlenstein-Stadel Höhle auf der Schwäbischen Alb. Foto: Oleg Kuchar © Photo Museum Ulm

Alte DNA wirft neues Licht auf Neandertaler-Evolution

Genetische Spuren für weitere Einwanderung nach Europa vor 220.000 bis 470.000 Jahren entdeckt

Die mitochondriale DNA aus dem Oberschenkelknochen eines Neandertalers trägt dazu bei, die komplizierte Beziehung zwischen modernen Menschen und Neandertalern zu klären. Die genetischen Daten, die von einem Forschungsteam unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena und der Universität Tübingen, rekonstruiert wurden, liefern einen zeitlichen Rahmen für eine vermutete Migration von Urmenschen aus Afrika, die eng mit dem modernen Menschen verwandt waren. Diese kreuzten sich mit den zu dieser Zeit bereits in Europa lebenden Neandertalern und hinterließen ihre Spur in der mitochondrialen DNA der Neandertaler. Die heute in Nature Communications veröffentlichte Studie, datiert dieses Ereignis auf die Zeit vor 470.000 bis 220.000 Jahren.

30.06.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Fiktive Darstellung der Schädelmodifikation in Göbekli Tepe. Collage: DAI

Rätselhaftes Totenritual am Göbekli Tepe

Anthropologen des Deutschen Archäologischen Instituts entdecken rituelle Ritzungen an 11.000 Jahre alten menschlichen Schädeln

Was taten die Menschen vor 11.000 Jahren in den Steinkreisen zwischen den riesigen T-Pfeilern in Göbekli Tepe? Warum ritzten sie mit Feuerstein tiefe Spuren in die Schädel ihrer Vorfahren oder Feinde? Die Deutung des steinzeitlichen Kultplatzes Göbekli Tepe in der Südost-Türkei beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten. Die monumentalen Anlagen mit ihren großartigen Tierornamenten weisen auch Darstellungen geköpfter Menschen auf, die auf eine Nutzung des Platzes im Rahmen von rituellen Handlungen deuten. Fragmente menschlicher Schädel, die im Bereich der Anlagen gefunden wurden, geben erste Hinweise auf einen neuartigen Totenkult.

26.06.2017
Forschung
Die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)

Wie Katzen die Welt eroberten

Die Domestikation der Falbkatze zur Hauskatze fand sowohl in Ägypten als auch im Nahen Osten statt – und beide Linien haben ihre Spuren im Erbgut der europäischen Hauskatzen hinterlassen, wie eine neue Studie zeigt.

26.06.2017
Forschung
Die Silbertafel aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. wurde in der Ausgrabungsstätte in Mleiha gefunden. PD Dr. Peter Stein von der Uni Jena hat die in Zabur geschriebene Weihschrift entziffert. (Foto: Peter Stein/FSU)

Weit gereistes Zabur-Schrifttum

Semitist der Universität Jena übersetzt vorislamische Weihschrift

Reisen erweitert den Horizont, bedeutet einen Wissenszuwachs und damit verbunden oft auch die Adaption neuer Verhaltensweisen. Dass dies nicht erst seit gestern, sondern vielmehr seit Jahrtausenden gilt, beweisen einmal mehr jüngste Forschungsergebnisse von PD Dr. Peter Stein von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Arabian archaelogy and epigraphy“ veröffentlichte der Semitist einen Beitrag, in dem er zwei Funde aus Mleiha im arabischen Emirat Schardscha am Persischen Golf näher beleuchtet.

23.06.2017
Forschung
Prof. Gernot Fink (l.) und Sebastian Sudholt haben das Projekt "Tiefes Lernen“ maßgeblich vorangetrieben. (Oliver Schaper/TU Dortmund)

TU Dortmund entschlüsselt mit "tiefem Lernen" Keilschrift

Wie können historische Handschriften entschlüsselt werden? Dafür hat an der TU Dortmund die Arbeitsgruppe Mustererkennung der Fakultät für Informatik jetzt einen Spezialserver in Betrieb genommen, der das Lesen von komplizierten Handschriften unterstützt. Methodisch setzt das Team dabei auf "Deep Learning“: Der Rechner selbst lernt bestimmte Schlüsselwörter kennen und findet diese dann in Texten wieder. Dieses "tiefe Lernen“ schafft der Rechner in rasanter Geschwindigkeit, etwa 100 Mal schneller als handelsübliche Hardware.

09.06.2017
Forschung
Prof. Dr. Norbert Kuhn, Michael Hoffmann, Prof. Dr. Christoph Schäfer und Prof. Dr. Michael Jäckel (von links) gaben per Hammerschlag den Startschuss für das Projekt Rekonstruktion der "Laurons 2“. (Sheila Dolman, Universität Trier)

Rekonstruiertes Schiff soll römischen Handel erklären

Mit Hammerschlägen haben gestern die Präsidenten der Universität Trier und der Hochschule Trier ein besonderes Wissenschaftsprojekt gestartet. Vordergründig geht es darum, ein antikes römisches Handelsschiff des Typs Laurons 2 möglichst originalgetreu und in ursprünglicher Größe nachzubauen. Dahinter steht die Absicht, Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die eine Neubewertung des Seehandels wie auch des Wirtschaftssystems des römischen Reiches insgesamt erlauben.

08.06.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Die ersten unserer Art: Zwei Ansichten einer zusammengesetzten Rekonstruktion der frühesten bekannten Homo sapiens-Fossilien von Jebel Irhoud (Marokko) basierend auf modernster Computertomografie (micro-CT) mehrerer Originalfossilien. Vor 300.000 Jahren hatten diese frühen Homo sapiens bereits einen modernen Gesichtsschädel, der in die Variation von heute lebenden Menschen fällt. Allerdings zeigt der archaisch aussehende Gehirnschädel (blau), dass sich die Gehirnform und möglicherweise die Gehirnfunktion noch innerhalb der Homo sapiens-Linie entwickelt haben. Foto: © Philipp Gunz, MPI EVA Leipzig (CC-BY-SA 2.0)

Der Homo sapiens ist älter als gedacht

Forscher entdecken in Marokko die bislang ältesten Fossilien unserer Art

Neue Fossilien und Steinwerkzeuge aus Jebel Irhoud (Marokko) belegen den Ursprung des heutigen Menschen vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Diese Fossilien sind rund 100.000 Jahre älter als die ältesten bislang bekannten Homo sapiens-Funde und dokumentieren, dass bereits vor zirka 300.000 Jahren wichtige Veränderungen im Aussehen und Verhalten des modernen Menschen in ganz Afrika stattgefunden haben.

03.06.2017
Forschung
Die Paläogenetikerin Verena Schünemann bei der Untersuchung menschlicher Knochen im Reinstraum. Foto: Johannes Krause

Erstmals gesamtes Erbgut von altägyptischen Mumien entziffert

Die nächsten Verwandten der alten Ägypter stammten aus dem Nahen Osten – Kaum Genaustausch mit Afrika südlich der Sahara

Erstmals konnte ein internationales Wissenschaftlerteam Genmaterial von ägyptischen Mumien aus der Zeit um 1.400 v. Chr. bis 400 n. Chr. umfassend rekonstruieren und analysieren. Die kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt: Heutige Ägypter sind genetisch enger mit den Bewohnern Afrikas südlich der Sahara verwandt, als es die alten Ägypter waren, während diese genetisch am engsten mit den damaligen Bewohnern des Nahen Ostens verwandt waren.

02.06.2017
Forschung
Das Fundstück ist ein Teil eines Rundschildes, spannend sind die schwarzen, nicht-korrodierten Stellen (Brandpatina), die durch den Leichenbrand entstanden sein müssen. Foto: David Bitter

Grabbeigabe unter dem Elektronenmikroskop

Die Untersuchung des Schildes eines keltischen Kriegers zeigte, dass eine vermutlich bei der Brandbestattung entstandene Patina Herstellungs- und Gebrauchsspuren bewahrt hat, die ansonsten dem Rost zum Opfer gefallen wären.

26.05.2017
Forschung
Unterkiefer des 7,175 Millionen Jahre alten Graecopithecus freybergi (El Graeco) aus Pyrgos Vassilissis, Griechenland (heutiges Stadtgebiet von Athen) (Foto: Wolfgang Gerber, Universität Tübingen)

Ältester Vormensch lebte möglicherweise in Europa

Die gemeinsame Linie von Schimpansen und Menschen hat sich möglicherweise mehrere hunderttausend Jahre früher getrennt als bislang angenommen: Diese These veröffentlichte ein internationales Forschungsteam um Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen jetzt in zwei zeitgleich erschienen Publikationen im Fachjournal PLOS One.

26.05.2017
Forschung
Karte der albanisch-, griechisch- oder italienischsprachigen Orte an denen die Gen-Proben für die Studie gesammelt wurden (Quelle: Sarno et al. DOI: <a href="https://dx.doi.org/10.1038/s41598-017-01802-4">10.1038/s41598-017-01802-4</a>)

Gemeinsames genetisches Erbe von Sizilien bis Zypern

Die Mittelmeerküsten von Sizilien, über Süd-Italien bis zum südlichen Balkan sind Zeugen einer langen Reihe von Migrationsbewegungen und intensiven Austauschs. Ungeachtet dieser komplexen Geschichte und heutiger nationalen Grenzen teilen die Bewohner der südosteuropäischen Mittelmeerküsten jedoch ein gemeinsames genetisches Erbe und die Bewohner mancher griechischsprachiger Inseln sind genetisch enger mit einigen Populationen Süditaliens verwandt als mit den Bewohnern des griechischen Festlands. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer in Scientific Reports publizierten Studie, an der auch Chiara Barbieri vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena beteiligt war.

12.05.2017
Veröffentlichungen, Forschung
Probenentnahme am Origliosee (TI). Foto: Universität Bern

Was alte Weisstannen-DNA über die Wälder der Jungsteinzeit verrät

Mit einer neuen Methode lässt sich Erbmaterial aus subfossilen Pflanzen- und Tierresten kostengünstig analysieren. Bei der Untersuchung der DNA von Weisstannennadeln in Tessiner Seesedimenten fanden Schweizer Wissenschaftler Hinweise darauf, wie die Wälder auf den Beginn des Ackerbaus reagierten.

12.05.2017
Forschung
Festakt mit Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Alle Fotos: Universität Tübingen/Paul Mehnert

Forschung zur Frühzeit des Menschen

Senckenberg und Universität Tübingen verstärken Kooperation

Wie, warum und wann sind wir zu dem geworden was wir sind? Welche Einflüsse hatten und haben Umwelt- und Klimaveränderungen auf unsere Evolution? Und was können uns Fossilfunde über längst vergangene Ökosysteme erzählen? Am Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment – kurz HEP – beschäftigen sich sieben Arbeitsgruppen mit der Erforschung der Frühzeit des Menschen. Am heutigen Freitag wurde das HEP in einem Festakt in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen.

28.04.2017
Forschung
Eingang der Vindija-Höhle in Kroatien, einer der Fundstätten, in denen die Wissenschaftler Urmenschen-DNA im Sediment nachweisen konnten. (© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ J. Krause)

Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht.

28.04.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Eingebrannt in Keramikgefäße lässt sich das kleinfrüchtige Getreide Hirse aus der Spätbronzezeit noch heute mit chemischen Methoden untersuchen. Foto/Copyright: Kneisel

Als Hirse auf den Speiseplan des Menschen kam

Neue Keramikfunde deuten auf eine Ernährungsrevolution in der Bronzezeit hin.

Gebrauchsgegenstände wie Werkzeuge, Waffen oder Schmuck wurden etwa ab 1800 vor Christus erstmals in der Geschichte der Menschheit aus Bronze hergestellt – die Erfindung dieser Legierung gab der Epoche ihren Namen. Doch die Veränderungen in diesem etwa 600 Jahre umfassenden Zeitraum reichen noch viel weiter, davon sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Kiel überzeugt.

28.04.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Mongolische Pferde, Arkhangaï, Mongolien. Mission archéologique française en Mongolie. © Sébastien Lepetz, CNRS.

Wie vor Jahrtausenden Pferde gezüchtet wurden

Eine internationale Studie zeigt, dass schon früher als angenommen Pferdezucht betrieben wurde – nämlich bereits in der Eisenzeit, wie DNA aus archäologischen Knochenfunden belegt. Die kürzlich in der Fachzeitschrift Science veröffentliche Studie zeigt zudem, dass Pferde aus der Eisenzeit im Gegensatz zu heutigen Pferden eine viel höhere genetische Vielfalt aufwiesen.