25.02.2017 - 05:50:45

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Alphabetisches Register
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Forschung

17.02.2017
Forschung
Forscher können kurze Ribonukleinsäure-Moleküle (mikroRNA) sogar in Mumien wie dem Ötzi nachweisen. (Abb.: Andreas Keller, Universität des Saarlandes)

Ötzi bietet Beweis für die Stabilität von genetischen Markern

Biomarker sind biologische Merkmale, die Ärzten oder Forschern Hinweise auf den Gesundheitszustand oder Erkrankungen eines Patienten geben können. Große Hoffnungen setzen Wissenschaftler auf einen neuen Typ von Biomarkern, sogenannte microRNAs. Ein internationales Forscherteam hat nun festgestellt, dass solche microRNAs noch nach 5300 Jahren stabil sein können. Sie wiesen die Moleküle in der berühmten Gletschermumie "Ötzi" nach.

16.02.2017
Forschung
Entnahme eines Sedimentkerns von einer Bohrplattform aus. (© Oliver Heiri, Universität Bern)

Berner Studie rehabilitiert Klimamodelle

Mit Hilfe neuer Rekonstruktionsmethoden können Berner Klimaforscher zeigen, dass es im Mittelmeerraum vor 9000 bis 5000 Jahren deutlich wärmer war, als frühere Studien vermuten liessen. Damit werden nicht zuletzt Zweifel an der Zuverlässigkeit von Klimamodellen ausgeräumt.

03.02.2017
Forschung
Ein typisches Steinplattengrab aus der Untersuchungsregion. Das Grab ist komplett mit Tuffsteinplatten ausgekleidet und meist auch mit Tuffplatten abgedeckt. (Foto: Kubiczek, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München)

Neue Erkenntnisse zu den Verwandtschaftverhältnissen auf frühmittelalterlichen Gräberfeldern

In einem gemeinsamen Projekt des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie München wurden menschliche Skelette aus frühmittelalterlichen Steinplattengräbern in Bayern erstmals genetisch untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass hier überwiegend Verwandte bestattet wurden.

03.02.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Blick von La Paz auf den Gletscher des Nevado Illimani in Bolivien. Foto: Paul Scherrer Institut/Theo Jenk

Historisches Kupfer, gefangen im Eis

In Südamerika wurde etwa ab dem Jahr 700 v. Chr. Kupfer gewonnen

Der Bergbau Südamerikas versorgt den halben Globus mit Kupfer. In den Anden liegen die weltgrössten Minen. Doch wann die Kupferproduktion dort begann, blieb bislang unklar. Von den frühen Hochkulturen in Peru, Chile und Bolivien sind kaum Überlieferungen und Artefakte erhalten. Schweizer Wissenschaftler sind dem Geheimnis nun trotzdem auf die Spur gekommen. Ihre Analyse des Eises am Illimani-Gletscher in den bolivianischen Anden ergab, dass in Südamerika etwa ab dem Jahr 700 v. Chr. Kupfer gewonnen wurde.

03.02.2017
Veröffentlichungen, Forschung
Bab Mafraque Höhle im Mittleren Atlas, Marokko: Flowstones und Stalaktiten. Foto/©: Jasper Wassenburg

Stalagmiten liefern Paläo-Klimadaten

Stalagmiten aus Tropfsteinhöhlen zeigen veränderten Einfluss der Nordatlantischen Oszillation auf Wetterregimes in Mitteleuropa und Marokko

Die Nordatlantische Oszillation (NAO) ist der vorherrschende Luftdruckmodus über dem Nordatlantik, der vor allem das Winterklima in Europa wesentlich beeinflusst. Je nach Ausprägung der NAO kann es zu milden oder sehr kalten Wintern, aber auch zu starken Stürmen kommen. Geowissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) versuchen, den Verlauf der NAO während der letzten 10.000 Jahre zu rekonstruieren, um damit auch künftige Entwicklungen abzuschätzen. Sie nutzen dazu Tropfsteine aus unterirdischen Höhlen als Klimaarchiv und entwickeln Methoden, um die gespeicherten Klimaindikatoren möglichst genau auszuwerten. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Nordatlantische Oszillation auf ein Abschmelzen der Eisschilde in der Zukunft wahrscheinlich sehr sensibel reagieren würde – mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Klima und ökologischen und ökonomischen Folgen.

03.02.2017
Forschung
Blick auf den Zeustempel/Olympia (Foto: H. Baitinger/ RGZM)

Sammeln, Clustern und Auswerten in Olympia

DFG bewilligt RGZM und DAI Forschungsprojekt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte ein dreijähriges Kooperationsprojekt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) mit der Abteilung Athen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) zu Weihgaben im Zeusheiligtum von Olympia. Das Projekt startete am 1. Januar 2017.

03.02.2017
Forschung
Prächtige Residenz: Rekonstruktion des Heidelberger Schlosses um 1683. (Bild: KIT)

Wohnen wie der Pfalzgraf

Blitzeinschläge, Brände, Kriege – am Heidelberger Schloss hat über die Jahrhunderte nicht nur der Zahn der Zeit genagt. Heute gilt es nicht nur als eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke nördlich der Alpen, es ist mit 1,1 Millionen Besuchern aus aller Welt jährlich auch eines der beliebtesten Ziele für Touristen in Deutschland. Jetzt hat ein Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) die Burg in ihrer einstigen Gestalt wiedererstehen lassen – als dreidimensionale virtuelle Rekonstruktion.

20.01.2017
Forschung
Die berühmten Schöninger Speere (hier einer der Speere während der Ausgrabung) werden nun von Senckenberg erforscht. Foto: © N.J. Conard, Universität Tübingen

Ein- und Ausblick in die Erforschung der Altsteinzeit

Die Kooperationspartner der neuen Senckenberg-Forschungsstation Schöningen stellten letzte Woche ihre Pläne für die Zukunft vor. Die Forschungsschwerpunkte sollen unter anderem auf der Rekonstruktion des Lebensraums von Homo heidelbergensis im damaligen Ökosystem liegen. Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Vertreter der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und der paläon GmbH unterzeichneten zudem eine Vereinbarung zur guten Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Wissenschaft und Erlebniszentrum. Zur Förderung der nationalen und internationalen Kooperation in Schöningen wurde ein Wissenschaftlicher Beirat eingerichtet.

20.01.2017
Forschung
Rekonstruktion der letzten Kaltzeit

Spiel mit dem Feuer – wie Eiszeitjäger das Landschaftsbild Europas prägten

Haben die Jäger und Sammler vor 20.000 Jahren bereits gezielt Feuer eingesetzt, um so den steppenartigen Charakter der eiszeitlichen europäischen Landschaft zu erhalten? Eine kürzlich im Fachjournal »PLOS ONE« veröffentlichte Studie lässt dies plausibel erscheinen. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung.

20.01.2017
Forschung
Frühmittelalterliche Urkunde

Neues Forschungsprojekt zu frühmittelalterlichen Urkunden und Briefen

Das neue Langzeitvorhaben "Formulae – Litterae – Chartae“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg beginnt mit seiner Arbeit. Es gehört zu insgesamt fünf Vorhaben, die von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) im Herbst 2016 neu in das Akademienprogramm aufgenommen wurden. Das geisteswissenschaftliche Langzeitvorhaben ist mit einem Gesamtfördervolumen von 4,4 Mio Euro für die Akademie der Wissenschaften in Hamburg bewilligt worden.

06.01.2017
Forschung
Die im Travertin hinterlassenen Hand- und Fußabdrücke. (Foto: Mark Aldenderfer)

Älteste tibetische Hand- und Fußabdrücke

Die Besiedelungsgeschichte des Tibetischen Hochplateaus lag bis heute weitgehend im Dunkeln. Michael Meyer vom Institut für Geologie an der Uni Innsbruck hat gemeinsam mit seinem Team den bisher ältesten archäologischen Nachweis für dauerhafte Besiedelung des Hochplateaus erbracht und die Ergebnisse im Fachmagazin Science veröffentlicht.

06.01.2017
Forschung
Bohrplattform auf dem Toten Meer: Die Wissenschaftler erbohrten insgesamt 455 Meter tief die Sedimente am Meeresgrund und rekonstruierten anhand der Pollen das Klima der Region. (© Foto: Thomas Litt)

Urwälder stoppten Vormarsch des frühen Homo sapiens

Die Wiege der Menschheit stand in Afrika. Vor rund 200.000 Jahren bildete sich dort der Homo sapiens heraus und verbreitete sich anschließend über die ganze Erde. Aber sein Vormarsch nach Europa stoppte zunächst im östlichen Mittelmeergebiet: Dafür waren nicht ausgedehnte Wüsten verantwortlich, sondern Urwälder. Das haben Forscher der Universität Bonn anhand von Pollenanalysen aus dem Toten Meer nachgewiesen.

16.12.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Einer der vier Reiter der Apokalypse auf einem gescheckten Pferd. Ausschnitt aus dem Werk: Beato de Fernando I Doña Sancha, datiert auf 1047 n. Chr. Apoc. VI, 1–8f. 135; shelf 14-2 National Bibliothek, Madrid/Wikimedia

Vom Pferd der Könige zum Überbringer der Pest

Menschliche Vorlieben hinsichtlich der Fellfärbung bei Pferden haben sich über die Zeit und die Kulturen sehr verändert. Gefleckte und helle Pferde waren vom Beginn der Domestikation bis zur Römerzeit häufig, wohingegen einfarbige, nichtgescheckte Pferde im Mittelalter dominierten. Zu dieser Erkenntnis kommt ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

09.12.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Mammutknochen im Küstensediment der Insel Muostakh, Sibirien. Foto: rbb/Felix Krüger

Wie sich sich emissionsverfälschte Altersmessungen identifizieren lassen

Radiokarbonmethode bleibt verlässliches Werkzeug, wenn sie durch 13-C-Messungen ergänzt wird

Gute Nachrichten für Archäologen und Naturwissenschaftler! Sie werden auch künftig die Radiokarbonmethode als verlässliches Werkzeug für die Altersbestimmung von Artefakten und Probenmaterial verwenden können.

09.12.2016
Forschung
Keramikbestimmung 2.0 mit ArchAIDE. Screenshot der Projekt-Homepage

Mit einem Klick Keramik bestimmen

ArchAIDE – Automatische Interpretation und Dokumentation von Keramik

Weltweit verbringen Archäologen und Archäologinnen viel Zeit, um jede einzelne Fundscherbe zu bestimmen und ihr die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu entlocken. Ein internationales Team von ArchäologInnen und IT-SpezialistInnen arbeitet zur Zeit an der Vereinfachung und Automatisierung dieser Arbeit.

09.12.2016
Veröffentlichungen, Forschung
Hier sieht man die bei den Grabungen in Drama freigelegten Grundrisse zweier Häuser, die zwar nebeneinander liegen, aber nicht gleichzeitig existiert haben, wie Frank Fecht herausgefunden hat. Foto: Un Saarbrücken / Vor- und Frühgeschichte

Drama: Ergebnisse aus mehreren Jahrzehnten Grabungsarbeit in Bulgarien

Saarbrücker Archäologen haben während ihrer beinahe 20 Jahre andauernden Grabungsarbeiten auf dem Siedlungshügel Merdžumekja in der Nähe des südostbulgarischen Dorfes Drama zahlreiche Erkenntnisse gewonnen. Zwischen 1983 und 2002 gruben sie dort gemeinsam mit bulgarischen Archäologen Siedlungen aus, deren älteste Überreste rund 6.500 Jahre alt sind. Diese ältesten Befunde hat Dr. Frank Fecht nun in einem Buch zusammengefasst.

02.12.2016
Forschung
Zahn eines Neandertalers aus der Fundstelle Payre. (© Marie-Hélène Moncel)

Moderner als gedacht - Neandertaler passten ihre Überlebensstrategien aktiv an

Wissenschaftler des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben herausgefunden, dass Neandertaler auch ohne äußere Einflüsse, wie Umwelt- oder Klimaveränderungen ihre Überlebensstrategien variierten. Mit einer neuen Methode zeigen sie anhand von Karbonatisotopie an fossilen Zähnen, dass die Vorfahren der heutigen Menschen vor 250.000 Jahren moderner in ihrer Entwicklung waren als bisher gedacht.

02.12.2016
Forschung
Karte des Niedergermanischen Limes (Abb. <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Ziegelbrenner">Ziegelbrenner</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Limes1.png">Limes1</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode">CC BY-SA 3.0</a>)

Neue Forschungsergebnisse am Niedergermanischen Limes vorgestellt

Der Niedergermanische Limes, Roms Grenze am Rhein zwischen Vinxtbach in Rheinland-Pfalz und der niederländischen Nordseeküste, zählt zu den wichtigsten Grenzabschnitten des Römischen Reichs. Wie bereits andere Limes-Abschnitte soll dieser Teil 2020 unter anderem mit dem Kastellareal in Krefeld als Unesco-Welterbe eingetragen werden. "Die Kastelle und Lager sind der Kern des Unesco-Antrages“, sagt Steve Bödecker, Limes-Koordinator beim Amt für Bodendenkmalpflege im Landschaftsverband Rheinland (LVR). Im Museum Burg Linn stellte er in einem Vortrag nun neueste Forschungsergebnisse zum Niedergermanischen Limes vor.

02.12.2016
Forschung

Ein Haus für die Erforschung von Zeit und Zeitbewusstsein

Die Räume für das Einstein-Zentrum Chronoi wurden am 16. November 2016 an der Freien Universität Berlin eröffnet. Das interdisziplinäre Forschungszentrum ist eine Kooperation von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

01.12.2016
Forschung
Freilegung einer Feuerstelle auf der Grabung Bodnegg. Foto: M. Mainberger, Bildbearbeitung: M. Erne LAD

Archäologen entdecken älteste Steinzeitdörfer im Westallgäu

Das östliche Oberschwaben und das Westallgäu wurden viel früher von den ersten jungsteinzeitlichen Bauern besiedelt, als bisher angenommen. Dies zeigen eine ganze Reihe bislang unbekannter Dörfer aus der Jungsteinzeit (5500 – 2000 v. Chr.), die im Zuge des Forschungsprojektes »BELAVI« im Sommer und Herbst 2016 ent­deckt wurden.

18.11.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Forscher der Universität Tübingen haben Hinweise darauf gefunden, dass die Ausprägung von Gesichtsknochen Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft zulassen. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler beim Vergleich der Positionen der hier gelb markierten Punkte, die sie an 265 menschlichen Schädeln aus Afrika, Asien und Ozeanien vermessen haben. Foto: Uni Tübingen

Wörter und Knochen erzählen die gleiche Geschichte

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen haben Belege dafür gefunden, dass die Ausprägung bestimmter menschlicher Schädelknochen Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft zulässt.

18.11.2016
Forschung
Dr. Jessica Hendy (rechts) und Prof. Christina Warinner (links) vom MPI für Menschheitsgeschichte. Foto: MPG

Das Erbe der Milchbakterien

Jahresspendenprojekt 2017 der MPG geht an Jessica Hendy und Christina Warinner

Für ihr interdisziplinäres Projekt zur Entwicklungsgeschichte von Milchprodukten und deren Auswirkungen auf das menschliche Genom erhalten Dr. Jessica Hendy und Prof. Christina Warinner rund 200.000 Euro Förderung aus den Spendengeldern der Fördernden Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft. Ziel des Projekts ist es, die mikrobielle Vielfalt in traditionell hergestellten Milchprodukten in Europa und Asien zu erforschen und die Archäologie und Kulturgeschichte der Molkerei in diesen Regionen zu beleuchten.

21.10.2016
Forschung
Treidelversuche auf der Mosel zwischen Trier und Konz. (Foto: Hochschule Trier)

Neue Erkenntnisse zu römischen Lastschiffen

Die Römer waren exzellente Schiffsbauer. Römische Binnentransportschiffe wirken zwar weniger imposant als geruderte Kriegsschiffe, waren für die Infrastruktur und Logistik des Römischen Reiches aber von enormer Bedeutung. Die Professoren Christoph Schäfer von der Universität Trier und sein Kollege Karl Hofmann von Kap-herr von der Hochschule Trier haben über diesen weit verbreiteten Schiffstyp Erkenntnisse gewonnen.

21.10.2016
Forschung
Datenbankeintrag in ConedaKOR. Screenshot der Demo von DARIAH-EU

Bildrecherche mit Graph-Datenbank ConedaKOR als Service bei DARIAH-DE

ConedaKOR ist ein webbasiertes Datenbanksystem, das eine übersichtliche Umgebung für die unkomplizierte und sichere Archivierung, Verwaltung und Recherche von Bild- und Metadaten auf einer Oberfläche bietet. »DARIAH-DE – Digitale Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften« stellt diese ab sofort als Dienst zur Verfügung.

07.10.2016
Ausgrabungen, Forschung, Funde & Befunde
Das Grabungsteam bei den letzten Arbeiten auf dem Höhlenvorplatz. Foto: LWL/K. Burgemeister

Menschen nutzten Blätterhöhle schon am Ende der Eiszeit

Die Spuren von Menschen, die in und vor der Blätterhöhle in Hagen verborgen liegen, reichen bis zum Beginn der heutigen Warmzeit vor rund 11.600 Jahren zurück. Mit der aktuellen Grabungssaison sind die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) noch weiter vorgedrungen und haben erste Hinweise auf eine Nutzung durch den Menschen am Ende der Eiszeit entdeckt.

07.10.2016
Forschung

Neue DFG-Forschergruppe zu Migration und Mobilität

Historiker untersuchen mit modernen Methoden Wanderbewegungen in der Zeit von 250 bis 900 nach Christus

»Migration und Mobilität in Spätantike und Frühmittelalter« ist das Thema eines neuen Forschungsprojekts, das 2017 an der Universität Tübingen starten wird. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet im Januar des kommenden Jahres eine Kolleg-Forschergruppe ein, die sich den genannten Phänomenen für zunächst vier Jahre widmen wird.

07.10.2016
Forschung
Luftaufnahme des Hemmabergs. Foto: Landesmuseum Kärnten

Große Förderung für die Ausgrabungen auf dem Hemmaberg

Der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert je ein Projekt am Landesmuseums Kärnten und am Österreichischen Archäologischen Institut an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Die Projekte befassen sich mit der Erforschung der völkerwanderungszeitlichen Siedlung auf dem Hemmaberg und der zeitgleichen Talsiedlung Iuenna bei Globasnitz in Südkärnten. Die Untersuchung von menschlichen Skeletten wird neue Erkenntnisse zu den Lebensbedingungen der Menschen in der Zeit des Übergangs von der Römerzeit zum frühen Mittelalter (5./6. Jh.) bringen. Zudem bietet die durchgehende Nutzung des Hemmabergs vom 2. Jahrtausend v.Chr. bis ins 7. Jahrhundert n.Chr. die Möglichkeit, die Veränderungen des Kults im heidnischen Gipfelheiligtum über einen längeren Zeitraum zu beobachten und den Übergang zum Christentum näher zu beleuchten.

07.10.2016
Forschung
Eingang zur Silbermine Saint Louis-Eisenthür in Sainte-Marie-aux-Mines/Frankreich. Foto: Joseph Gautier

Bergbaukultur am Oberrhein

Neues Projekt erhält mehr als 1,8 Millionen Euro aus dem INTERREG-Programm der Europäischen Union

Die Anfänge der Industriekultur am Oberrhein: Ein neuer Forschungsverbund zu diesem Thema erhält für die kommenden drei Jahre insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro aus dem europäischen Programm für grenzüberschreitende Projekte INTERREG V Oberrhein. An dem Vorhaben nehmen 18 Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen aus Deutschland, Frankreich und Österreich teil, mit den Universitäten Freiburg, Haute-Alsace und Strasbourg zudem drei Partner aus dem trinationalen Verbund am Oberrhein »EUCOR – The European Campus«.

07.10.2016
Forschung, Funde & Befunde
Trommelfell (grau), Gehörknöchelchenkette (gelb, grün, rot) und knöchernes Innenohr (blau) eines modernen Menschen. Als Maßstab dazu eine Ein-Eurocent-Münze. (© A. Stoessel & P. Gunz)

Gehörknöchelchen im Vergleich: Andere Gestalt, ähnliche Funktion

Ein Forscherteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat die Schädel von Neandertalern gescannt und dabei die erhalten gebliebenen, für das Hören wichtigen Mittelohrgehörknöchelchen gefunden. Überraschenderweise unterschieden sich diese in ihrem Aussehen von denen moderner Menschen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie können auch dazu beitragen, den Ursprung von menschlicher gesprochener Sprache indirekt zu rekonstruieren.

23.09.2016
Forschung, Tagungen
Der Similaun Gletscher (© Südtiroler Archäologiemuseum/Lukas Aichner)

Internationaler Mumienkongress mit neuen Erkenntnissen zu Ötzi

Das Kupfer von Ötzis Beilklinge stammt nicht – wie bisher angenommen ‐ aus dem Alpenraum, sondern wurde aus südtoskanischem Erz gewonnen. Ötzi war wahrscheinlich nicht in den Prozess der Metallverarbeitung eingebunden, wie es erhöhte Arsen‐ und Kupferwerte in seinen Haaren bislang vermuten ließen. Seine Ermordung vor über 5.000 Jahren scheint auf eine persönliche Konfliktsituation Tage vor seinem Tod zurückzugehen, und der Mann aus dem Eis litt trotz Normalgewichts und viel Bewegung unter etlichen Gefäßverkalkungen. Diese und andere neue Erkenntnisse präsentieren Wissenschaftler aus aller Welt in diesen Tagen auf dem internationalen Mumienkongresses in Bozen. Zum 25. Jubiläum von Ötzis Entdeckung waren alle drei Kongresstage, vom 19. ‐ 21.9.2016, dem Mann aus dem Eis gewidmet.