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Ernst Pernicka auf Stiftungsprofessur für Archäometrie berufen

Kategorie: Personalia
29.08.2014 -   Uni Heidelberg / CS

Einer der führenden Experten auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen Archäologie forscht künftig an der Universität Heidelberg. Prof. Dr. Ernst Pernicka, der sich als Grabungsleiter in Troja weltweit einen Namen gemacht hat, ist auf die Klaus-Tschira-Stiftungsprofessur "Archäometrie" am Institut für Geowissenschaften berufen worden.

Prof. Dr. Ernst Pernicka ist auf die Stiftungsprofessur "Archäometrie“ am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg berufen worden. Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Jü" target="_blank">Jü</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/legalcode" target="_blank">Creative Commons CC0 1.0</a> (<a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">Kurzfassung</a>). Originaldatei: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pernicka_300.jpg" target="_blank">Pernicka</a>.

Prof. Dr. Ernst Pernicka ist auf die Stiftungsprofessur "Archäometrie“ am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg berufen worden. Foto: , Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 (Kurzfassung). Originaldatei: Pernicka.

Neben der Forschungsprofessur fördert die Klaus Tschira Stiftung auch das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie in Mannheim, dessen wissenschaftlicher und geschäftsführender Direktor Ernst Pernicka ist. Dort wurde das Klaus-Tschira-Archäometrie-Zentrum an der Universität Heidelberg eingerichtet. Der Spezialist für die Analyse und Herkunftsbestimmung archäologischer Funde wird an der Ruperto Carola unter anderem die Produktionsorte und Handelswege des Zinns in der Bronzezeit erforschen.

Der Chemiker Ernst Pernicka gehört zu den renommiertesten Fachleuten auf dem Gebiet der Archäometrie und Archäometallurgie. In diesen Disziplinen werden mit naturwissenschaftlichen Methoden archäologische Fragestellungen geklärt. Neben der Altersbestimmung von Funden beschäftigt sich Prof. Pernicka vor allem mit der Analyse und der Erforschung der Herkunft antiken Metalls. Der Wissenschaftler leitete sieben Jahre lang die Grabungen in Troja und bewies die Echtheit der Himmelsscheibe von Nebra. Mit seiner Berufung auf die Stiftungsprofessur kehrt er an seine langjährige Forschungsstätte Heidelberg zurück: Nach Studium und Promotion an der Universität Wien arbeitete er 20 Jahre am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und habilitierte sich 1987 an der Ruperto Carola im Fach "Analytische Geochemie". Von 1997 bis 2004 war Ernst Pernicka Professor für Archäometallurgie an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg in Sachsen. Anschließend wurde er auf eine Professur für Naturwissenschaftliche Archäologie an die Universität Tübingen berufen.

Unter der Leitung von Prof. Pernicka wurde 2006 in Mannheim das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie der Reiss-Engelhorn-Museen als Labor für Materialanalyse eröffnet. Mit Unterstützung der Klaus Tschira Stiftung konnte das Zentrum 2010 um das Labor für physikalische Altersbestimmung erweitert werden, das heute als Klaus-Tschira-Archäometrie-Zentrum an der Universität Heidelberg Kernstück der Einrichtung ist. Zur Klärung archäologischer Fragen werden dort verschiedene naturwissenschaftliche Methoden wie die Isotopengeochemie für die Herkunftsbestimmung verschiedener Metalle eingesetzt. Zusammen mit der neuen Stiftungsprofessur an der Ruperto Carola hat die Klaus Tschira Stiftung damit bisher 2,5 Millionen Euro für das Gebiet der Archäometrie zur Verfügung gestellt.

An der Universität Heidelberg wird Prof. Pernicka im Rahmen eines ERC Advanced Grants, einer hochdotierten Förderung des Europäischen Forschungsrats für Spitzenforscher, die Herkunft von Zinn in der Bronzezeit erforschen. "Ziel ist es, das alte Rätsel zu lösen, woher die Legierung von Kupfer und Zinn stammt, die einer ganzen Epoche ihren Namen gab", erläutert der Wissenschaftler. "Die geochemischen Parameter, die wir in Bronze bestimmen können, zeigen uns nur die Herkunft des Kupfers an, nicht des Zinns. Wir konnten inzwischen aber Zinnlagerstätten unterscheiden, indem wir Variationen der Zinn-Isotopenverhältnisse messen." Im Rahmen des Forschungsprojekts wollen die Wissenschaftler das Zinn bestimmten Lagerstätten zuordnen. Untersucht werden dabei Funde aus dem 3. und 2. Jahrtausend vor Christus, als Zinnbronze erstmals auftauchte und dann zum Standardmaterial für Werkzeuge, Waffen und Schmuck wurde.