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ERC Starting Grants für Projekte an der Universität München

Kategorie: Universität, Forschung
18.03.2016 -   LMU / CS

Der Europäische Forschungsrat fördert fünf Nachwuchsforscherinnen und -forscher an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) mit jeweils einem der begehrten Starting-Grants. Darunter ist auch ein archäologisches Projekt.

Fünf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verschiedener Disziplinen erhalten einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats für ihre Forschung an der LMU. Die Auszeichnung ist mit einer Förderung in Höhe von jeweils etwa 1,5 Millionen Euro verbunden. Sie wird anhand der wissenschaftlichen Exzellenz der Antragsteller sowie des beantragten Projekts vergeben. Erstmals bietet die LMU in Verbindung mit dieser Auszeichnung die Möglichkeit einer sogenannten Tenure-Track-Position, einer Professur mit der Option auf eine Dauerstelle.

Dr. Philipp Stockhammer ist Experte für die interkulturellen Verflechtungen zwischen dem prähistorischen Europa und Westasien zwischen 2200 und 500 vor Christus mit einem besonderen Forschungsschwerpunkt im östlichen Mittelmeerraum.
In seinem ERC-Projekt wird Stockhammer den Einfluss interkultureller Kontakte auf die Genese der ostmediterranen Küche im zweiten Jahrtausend vor Christus erforschen. Er wird untersuchen, in welcher Weise sich die immer enger werdenden Beziehungen zwischen den verschiedenen Regionen auf die Ernährung ausgewirkt haben und wann neue Zutaten Verwendung fanden. So wurden beispielsweise Huhn, Pfeffer, Muskat oder Zimt erstmals in dieser Zeit aus Ost- und Südasien eingeführt. Philipp Stockhammer und sein Team werden Nahrungsreste im Zahnstein bronzezeitlicher Menschen und in den von ihnen verwendeten Gefäßen analysieren. Besonders spannend sind solche Analysen an Gefäßen aus Ägypten, die mit einer Inhaltsangabe in hieratischem Ägyptisch beschriftet sind, die bislang nicht übersetzt werden kann. Stockhammers Forschung wird dazu beitragen, die Lesbarkeit des Hieratischen wesentlich zu erweitern. Die für die späte Bronzezeit gewonnenen Ergebnisse darüber, welchen Einfluss frühe Globalisierung auf den Wandel lokaler Ernährung hatte, soll schließlich Prozessen der gegenwärtigen Globalisierung gegenübergestellt werden.

Philipp Stockhammer wechselt mit seinem ERC-Grant vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie der Universität Heidelberg nach München an das Institut für Vor- und Frühgeschichte der LMU. In Heidelberg leitet er gegenwärtig das Verbundforschungsprojekt "BEFIM: Bedeutungen und Funktionen mediterraner Importe im früheisenzeitlichen Mitteleuropa". Er habilitierte sich 2013 an der Universität Basel zum Thema "Materielle Verflechtungen – Zur lokalen Einbindung fremder Keramik in der ostmediterranen Spätbronzezeit". Promoviert wurde er 2008 in Heidelberg nach seinem Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Alten Geschichte an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Brüssel und Tübingen.

Die weiteren Förderungen erhalten Dr. Ralf Jungmann von der Fakultät für Physik und Professor Markus Paulus von der Fakultät für Psychologie und Pädagogik. Zudem wechseln mit einem ERC Starting Grant an die LMU Dr. Daniel Braun (Medizinische Fakultät) und Dr. Chiara Franceschini (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften).

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