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Die Sammlung Forschner gehört nun dem Museum Biberach

Kategorie: Ausstellungen
11.02.2016 -   LfD BaWü / CS

Seit 27 Jahren befindet sich die archäologische Sammlung Forschner als Leihgabe im Museum Biberach. Nun schenkt die Familie Forschner dem Museum diese Sammlung.

Heinrich Forschner untersuchte zahlreiche Fundplätze, darunter auch solche am Federsee. Die rekonstruierten Häuser im Federseemuseum in Bad Buchau zeigen, wie es dort ausgesehen haben könnte. (Foto: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/User:Michael_Linnenbach">Michael Linnenbach</a> aus der <a href="https://de.wikipedia.org/">deutschsprachigen Wikipedia</a>)

Heinrich Forschner untersuchte zahlreiche Fundplätze, darunter auch solche am Federsee. Die rekonstruierten Häuser im Federseemuseum in Bad Buchau zeigen, wie es dort ausgesehen haben könnte. (Foto: Michael Linnenbach aus der deutschsprachigen Wikipedia)

In mehr als fünf Jahrzehnten hat der Biberacher Zahnarzt und Archäologiepionier Heinrich Forschner (1880-1959) rund 22.000 archäologische Funde von mehr als 300 meist oberschwäbischen Fundplätzen zusammengetragen, darunter die Reste zweier Pfahlbaustationen, die heute unter dem Schutz des UNESCO Welterbes stehen. Der immaterielle Wert der Sammlung Forschner ist unschätzbar.

Heinrich Forschner war nicht nur ein passionierter Liebhaberarchäologe, der mit dem sprichwörtlichen Entdecker-Gen ausgestattet war, sondern er arbeitete schon früh auf wissenschaftlichem Niveau, indem er seine Funde in ihren Fundumständen genau beschrieb. Darin unterscheidet sich die Sammlung Forschner von vielen anderen archäologischen Privatsammlungen und deshalb wurde sie 2002 als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung ins Denkmalbuch Baden-Württemberg eingetragen.

Seit 1905 unternahm Heinrich Forschner Grabungen in der Umgebung Biberachs, im Federseegebiet, in den Mooren und Rieden Oberschwabens, am Bodensee, am römischen Limes oder auf der Schwäbischen Alb. Die Fülle seiner Entdeckungen war grundlegend für die Erforschung der Ur- und Frühgeschichte Oberschwabens und die denkmalpflegerische Erfassung der Fundlandschaft. Von seinen Entdeckungen zehrt die Wissenschaft bis heute. Seine bekannteste Grabungsstelle ist die nach ihm benannte früh- bis mittelbronzezeitliche "Siedlung Forschner" am Federsee, die in den 1980er Jahren vom Landesamt für Denkmalpflege und dem Württembergischen Landesmuseum ergraben wurde und die heute zum UNESCO Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" zählt.

Anfänglich präsentierte Heinrich Forschner seine Entdeckungen in seiner Zahnarztpraxis am Biberacher Marktplatz. Nach seinem Tod 1959 fanden die Fundkästen und -kisten 1965 den Weg ins Biberacher Museum, in dem ab 1967 ein kleiner Teil ausgestellt wurde. Der Rest blieb unbearbeitet und ungezeigt. Den Weg ebnete 1988 ein Leihvertrag mit den Erben Forschners, wonach die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte. Alle Funde wurden in ein archäologisches Magazin im Museum eingegliedert. Der schriftliche Nachlass Forschners, seine Bibliothek, seine Korrespondenz, die Grabungsunterlagen und Karten, gingen ins Archiv Forschner im Museum Biberach ein. Aufbauend auf dieser Grundlagenarbeit wurde 1997 mit mehr als 2.000 Exponaten die archäologische Dauerausstellung im Museum Biberach eröffnet. 2014 wurde die Abteilung neu gestaltet.

In einem Festakt im Museum Biberach am Freitag, den 19. Februar um 19:00 Uhr wird die Schenkung der Sammlung Forschner feierlich vollzogen. Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD), stellt dann auch den zweiten Band der archäologischen Aufarbeitung der Siedlung Forschner vor: "Die früh- und mittelbronzezeitliche Siedlung Forschner im Federseemoor". Danach sprechen Sabine Hagmann und Dr. Helmut Schlichtherle (LAD) zum Thema: "Von den Entdeckungen Heinrich Forschners zum UNESCO-Welterbe Pfahlbauten".

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