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Sie suchen Berichte über neue Entdeckungen und Forschungsergebnisse? Interessieren sich für Nachrichten aus den Universitäten, aktuellen Informationen zu Ausstellungen sowie Studium & Beruf? Dann sind Sie hier richtig!

Hier finden Sie aktuelle Kurznachrichten aus allen Bereichen der Archäologie. Zu einigen der hier aufgeführten Nachrichten stehen auch ausführlichere Berichte in unserer Rubrik Fundpunkt bereit.

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28.04.2017
Forschung
Eingang der Vindija-Höhle in Kroatien, einer der Fundstätten, in denen die Wissenschaftler Urmenschen-DNA im Sediment nachweisen konnten. (© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ J. Krause)

Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht.

28.04.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Eingebrannt in Keramikgefäße lässt sich das kleinfrüchtige Getreide Hirse aus der Spätbronzezeit noch heute mit chemischen Methoden untersuchen. Foto/Copyright: Kneisel

Als Hirse auf den Speiseplan des Menschen kam

Neue Keramikfunde deuten auf eine Ernährungsrevolution in der Bronzezeit hin.

Gebrauchsgegenstände wie Werkzeuge, Waffen oder Schmuck wurden etwa ab 1800 vor Christus erstmals in der Geschichte der Menschheit aus Bronze hergestellt – die Erfindung dieser Legierung gab der Epoche ihren Namen. Doch die Veränderungen in diesem etwa 600 Jahre umfassenden Zeitraum reichen noch viel weiter, davon sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Kiel überzeugt.

28.04.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Mongolische Pferde, Arkhangaï, Mongolien. Mission archéologique française en Mongolie. © Sébastien Lepetz, CNRS.

Wie vor Jahrtausenden Pferde gezüchtet wurden

Eine internationale Studie zeigt, dass schon früher als angenommen Pferdezucht betrieben wurde – nämlich bereits in der Eisenzeit, wie DNA aus archäologischen Knochenfunden belegt. Die kürzlich in der Fachzeitschrift Science veröffentliche Studie zeigt zudem, dass Pferde aus der Eisenzeit im Gegensatz zu heutigen Pferden eine viel höhere genetische Vielfalt aufwiesen.

28.04.2017
Personalia
Prof. Dr. Jan Assmann und seine Frau Prof. Dr. Aleida Assmann werden mit dem Karl-Jaspers-Preis ausgezeichnet. Foto <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Rama">Rama</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Assmann_mg_0870.jpg">Assmann mg 0870</a>, Ausschnitt, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode">CC BY-SA 2.0</a>

»Bahnbrechender Beitrag zu einer interdisziplinären Verständigung«

Karl-Jaspers-Preis 2017

Für seine einzigartigen Studien zum kulturellen Gedächtnis und zur Archäologie der literarischen Kommunikation wird in diesem Jahr ein herausragendes Forscherpaar mit dem Karl-Jaspers-Preis ausgezeichnet: Der mit 25.000 Euro dotierte Preis geht an den Heidelberger Ägyptologen Prof. Dr. Jan Assmann und die Konstanzer Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Aleida Assmann.

27.04.2017
Ausgrabungen
Dr. Sveva Gai, die Leiterin der der Stadtarchäologie Paderborn (3. v.l.), zeigt Pressevertretern die Überreste eines gemauerten Brunnens aus dem 12. Jahrhundert. Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/N. Wolpert

Pfostenlöcher und Mauerreste in Paderborn

Im Zuge von Bauarbeiten im nördlichen Teil der Paderborner Altstadt haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Spuren der mittelalterlichen Bebauung aus dem 12. Jahrhundert entdeckt. Bei der Begleitung der Bauarbeiten an der Stadtmauer, der sogenannten Heiersmauer, durch die Stadtarchäologie Paderborn kamen auf einem bisher als Garten genutzten Grundstück Bodenverfärbungen zum Vorschein. Hierbei handelt es sich um die Überreste einer mittelalterlichen Holzbebauung. Außerdem fanden die Archäologen Hinweise auf eine Werkstatt, in der Eisen verarbeitet wurde.

27.04.2017
Forschung
Dieses Speichergebäude ist Gegenstand aktueller archäologischer Ausgrabungen. Foto Copyright: Archäologisches Institut Belgrad

Wovon zehren in der Krise?

Diese Frage stellten sich auch schon die Menschen in der Krisenzeit der Spätantike. Ein gemeinsames Forschungsprojekt des Römisch-Germanischen Mainz und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel will in den kommenden zwei Jahren mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung auf die Erforschung der Überreste von Nahrungsmittelvorräten durch archäobotanische und geoarchäometrische Methoden dieser Frage nachgehen.

22.04.2017
Ausgrabungen
Bei Voruntersuchungen legten die LWL-Archäologen bereits im Jahr 2014 archäologische Suchschnitte im Neubaugebiet in Dorsten-Hardt an. Foto: LWL/Schneider

Die Vorgeschichte Dorstens

LWL-Archäologen graben im Stadtteil Hardt

In Vorbereitung auf eine geplante Bebauung haben am Dienstag (18.4) Ausgrabungen in Dorsten-Hardt unter der Fachaufsicht der Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) begonnen. Auf dem Gelände des Neubaugebiets sind Siedlungsspuren quer durch alle Epochen bekannt, die weitere Untersuchungen notwendig machen.

21.04.2017
Funde & Befunde, Ausstellungen
Das neu entdeckte Fragment stammt von einer Flöte aus Gänsegeierknochen und ist rund 40.000 Jahre alt. Foto: V. Marquardt / Universität Tübingen

Musikinstrument aus der Eiszeit

Tübinger Wissenschaftler präsentieren rund 40.000 Jahre altes Fragment einer Knochenflöte – Höhlenfundstellen der Schwäbischen Alb könnten im Juli zum Weltkulturerbe werden

Schon vor 40.000 Jahren haben Menschen Musik gemacht. Dies ist bekannt, seit in den Höhlen der Schwäbischen Alb die ältesten Musikinstrumente weltweit gefunden wurden: Fragmente von Flöten, die Höhlenbewohner während der Eiszeit aus den Knochen von Schwänen und Gänsegeiern oder aus Mammutelfenbein schnitzten.

14.04.2017
Funde & Befunde
Künstlerische Darstellung von Homotherium latidens. © Mauricio Antón

Säbelzahnkatzen lebten länger

Fast vollständiger Schädel einer Säbelzahnkatze entdeckt

Unter der Leitung von Wissenschaftlern des Senckenberg-Forschungsinstituts und von der Universität Tübingen hat das Grabungsteam 300.000 Jahre alte Überreste einer Säbelzahnkatze in der Fundstelle Schöningen entdeckt. Untersuchungen der Schädelfragmente an der niederländischen Universität Leiden zeigen, dass es sich bei dem Tier um einen Vertreter der europäischen Säbelzahnkatze Homotherium latidens handelt. Durch den neuen Fund sind nun bereits drei Individuen der großen Raubkatzen aus Schöningen bekannt.

14.04.2017
Denkmalschutz
Zu sechst heben die Transporteure die 80 kg schwere Glasplatte zur Seite. Damit ist die wertvolle Seidentunika frei zugänglich für die anstehenden Konservierungsarbeiten. (© Foto: Sabine Schrenk)

Ersehnte Rettung für wertvolle Seidentunika

Bislang verhinderte eine rund 80 Kilogramm schwere Glasplatte, dass in Mailand eine Jahrhunderte alte wertvolle Seidentunika restauriert werden konnte, die dem Heiligen Ambrosius zugeschrieben wird. Einer Archäologin der Universität Bonn gelang nun mit einem Team aus Restauratoren und Kunsttransporteuren das Kunststück, die Tunika von ihrer schweren Last zu befreien, das Gewebe zu konservieren und damit für die Nachwelt zu erhalten.

13.04.2017
Forschung
Kopf einer Salzmumie im Nationalmuseum Teheran. Foto: A. Brunn

Salzmumien aus dem Iran und ein Schatzfund aus Bulgarien

Fördermittel für Forschungsprojekte

Die Gerda Henkel Stiftung hat für mehr als 40 neue Forschungsprojekte insgesamt 3,5 Millionen Euro bewilligt, darunter eines zu den Salzmumien aus dem Iran und zu einem byzantinischen Schatz aus Bulgarien.

12.04.2017
Forschung
Wölbäcker bei Cold Newton in Leicestershire (England). Foto: Matt Neale (CC BY-SA 2.0)

Welchen Nutzen hatten Wölbäcker?

Neues Forschungsprojekt der Uni Halle

Ihre Bedeutung und ihr Nutzen sind bis heute nicht abschließend geklärt – trotzdem gibt es diese Äcker im ganzen Land: Wölbäcker sind das Produkt einer Jahrhunderte alten Agrartechnik. Bodenkundler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wollen ihren Eigenschaften und ihrer Geschichte auf den Grund gehen. Dabei verbinden sie modernste bodenchemische Methoden mit dem Knowhow von Historikern und Archäologen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt für drei Jahre mit rund 240.000 Euro.

07.04.2017
Forschung, Veröffentlichungen
Das Eisfeld am Schnidejoch Pass (2.756 m.ü.M.) ist in den vergangenen Jahrzehnten stark abgeschmolzen. Das Bild zeigt die Situation im Jahr 2005. Bild: Kathrin Glauser

Prähistorische Weidewirtschaft in den Hochalpen

Bereits vor 7.000 Jahren - und damit viel früher als bisher angenommen - waren die Menschen in der Schweiz in den Hochalpen unterwegs und betrieben Weidewirtschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Bern, in der archäologisches Wissen mit Erkenntnissen aus der Paläoökologie kombiniert werden. Eine entscheidende Rolle spielten dabei prähistorische Funde vom Schnidejoch Pass.

04.04.2017
Forschung

Ernährung vielfältiger als bisher angenommen

Nahrungsspektren prä- und frühhistorischer, nichtagrarischer Gesellschaften waren laut einer Studie von Paläontologen und Archäologen vielfältiger als bisher angenommen. Wie die archäobotanische Untersuchung von Fundmaterial aus Nordjapan belegt, gab es bereits in der Ochotsk-Kultur im ersten Jahrtausend n. Chr. eine besondere Form hybrider Subsistenzwirtschaft. Diese war gekennzeichnet durch Jagen und Sammeln auf der einen Seite sowie Landwirtschaft mit dem Anbau vollständig domestizierter Pflanzen wie Gerste auf der anderen Seite.

03.04.2017
Forschung
Das deutsche Forschungsschiff METEOR wird für die Wissenschaftler während der Expedition Labor und Wohnung zugleich sein (Foto: Tobias Fischer)

Die Suche nach dem Zusammenhang zwischen Klima- und Kulturwandel

Wie haben Umwelt- und Klimaveränderungen in früheren Phasen der Menschheitsgeschichte die Kulturen beeinflusst – und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für den gegenwärtigen Klimawandel ziehen? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer dreiwöchigen Expedition mit dem Forschungsschiff METEOR, die ein internationales Team aus Geowissenschaftlern und Archäologen unter der Leitung von Forschern der Universität Heidelberg in das östliche Mittelmeer führen wird.

31.03.2017
Funde & Befunde, Ausgrabungen
Der Hortfund mit über 200 Silberdenaren. Foto: Swaantje Hehmann/Varusschlacht Osnabücker Land

Beachtlicher Münzfund auf dem Schlachtfeld von Kalkriese

Mit mehr als 200 römischen Silbermünzen haben die Kalkrieser Archäologen den bislang größten Hortfund auf dem antiken Schlachtfeld in Kalkriese entdeckt. Bei den Münzen handelt es sich um Denare der späten Republik und der früh- und mittelaugusteischen Zeit.

31.03.2017
Ausgrabungen, Forschung
Überblick über Tavernen, Amphitheater und Gladiatiorenschule (&copy; LBI ArchPro, 7reasons)

Panem et circenses: Neue Entdeckungen im römischen Carnuntum

Die Forscher des Ludwig Boltzmann Instituts für archäologische Prospektion und virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) haben nach der Entdeckung der Gladiatorenschule 2011 nun auch das gesamte Stadtgebiet von Carnuntum östlich von Wien im Auftrag des Landes Niederösterreich mit Bodenradar durchleuchtet.

31.03.2017
Ausgrabungen
Studierende der Universität Kiel vermessen den Wall um den Richtschacht (Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Fritz Jürgens)

Ausgrabungen an einem alten Eisenbahntunnel im Eggegebirge

Die Forschungen an der "Alten Eisenbahn", einer nie vollendeten Tunnelbaustelle des 19. Jahrhunderts, gehen in die nächste Runde. Aktuell graben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in einem Kooperationsprojekt mit der Universität Kiel wieder im Eggegebirge. Nach dem Einsatz von Tauchern im vergangenen Jahr - der Premiere der Unterwasserarchäologie in Westfalen - werden die archäologischen Untersuchungen nun an Land fortgesetzt. Gemeinsam suchen die Archäologen nach den Resten eines Wächterhäuschens und öffnen verschüttete Schächte.

30.03.2017
Funde & Befunde
Die rund 6.000 Jahre alten Felsgravuren sind heute kaum mehr zu erkennen. Sie wurden mit einer harten Spitze ins Gestein gepickt. Foto: © David Sabel

Ägyptische Ritualbilder aus der Jungsteinzeit

Ägyptologen der Universität Bonn stießen während einer Grabung bei einer Nekropole nahe Assuan in Ägypten auf Felsenbilder aus dem vierten Jahrtausend vor Christus. Die Zeichnungen wurden in Form von kleinen Punkten in den Fels graviert und zeigen Jagdszenen, wie sie auch in Schamanendarstellungen vorkommen. Möglicherweise stellen sie ein Bindeglied zwischen der Jungsteinzeit und der altägyptischen Kultur dar. Für ihre Entdeckung wurden die Wissenschaftler vom Antikenminister in Kairo mit dem Preis für eine der aktuell zehn bedeutendsten archäologischen Entdeckungen in Ägypten ausgezeichnet.

29.03.2017
Veröffentlichungen
Die Online-Version der niedersächsischen Klosterkarte. Foto: Universität Göttingen

Niedersachsens Klöster jetzt auch digital

Göttinger Historiker erstellen Klosterkarte für das Internet

Das 2013 erschienene Niedersächsische Klosterbuch erfasste systematisch alle bis 1810 gegründeten Domkapitel, Stifte, Klöster, Ordenskommenden, Beginen- und Begardenhäuser. Nun haben die Historikerinnen und Historiker der Universität Göttingen hieraus die wichtigsten Daten zu jedem Kloster, verschwunden oder noch in Betrieb, erstmals koordinatengenau kartiert und im Internet zugänglich gemacht.

29.03.2017
Ausgrabungen, Veröffentlichungen, Funde & Befunde
Im November 2016 wurde ein Skelett mit zum Beten gefalteten Händen freigelegt – die erste Dokumentation einer europäischen Begräbnisstätte aus dem 17. Jahrhundert im asiatisch-pazifischen Raum. Foto © Uni Konstanz

Neue Sicht auf die europäische Kolonisierung Asiens

Ausgrabungen in Taiwan belegen, dass die Region bereits im frühen 17. Jahrhundert ein Zentrum früher Globalisierung war

Die Südsee-Erkundungen James Cooks im 18. Jahrhundert sind in die Geschichte eingegangen, dabei gingen ihnen spanische Entdeckungsreisen voraus. Es ist bekannt, dass die Spanier, angefangen mit Ferdinand Magellan im Jahre 1521, den pazifischen Raum bereits im 16. und 17. Jahrhundert erkundeten. Bisher hatten Forscher dieser Tatsache nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, was dazu geführt hat, dass anthropologische, historische und archäologische Erkenntnisse über diese Periode erster Globalisierung im pazifischen Raum weitgehend fehlten. Archäologische Ausgrabungen in einer Siedlung im Norden Taiwans, die unter Leitung von María Cruz Berrocal unternommen wurden, sind auf dem Weg, diese Forschungslücke zu schließen und eine neue Sicht auf die Kolonisierung der pazifischen Region zu eröffnen: In der kleinen spanischen Kolonie von ‚San Salvador de Isla Hermosa‘ ging es danach global zu.

29.03.2017
Forschung
Die Freiburger Althistorikerin Prof. Dr. Sitta von Reden will ein umfassendes Modell des Austauschs zwischen den Imperien in der Antike entwickeln. Foto: Olaf Pascheit

Wirtschafts- und Kulturaustausch zwischen den Imperien in der Antike im Fokus

Der Europäische Forschungsrat fördert das Projekt »Jenseits der Seidenstraße« mit 2,5 Millionen Euro

Sitta von Reden, Professorin für Alte Geschichte an der Universität Freiburg, wird den Zusammenhang von Wirtschaft, kulturellem Austausch, Migration und die Bedeutung von Grenzregionen untersuchen – jene Faktoren also, die es unter anderem ermöglichten, dass chinesische Seide bis nach Rom gelangte. Mit einem internationalen und fächerübergreifenden Forschungsteam möchte sie ein umfassendes Modell des Austauschs zwischen den Imperien in der Antike entwickeln.

28.03.2017
Forschung
Verhaltensforscher Dr. Claudio Tennie möchte herausfinden, ob für die Herstellung und Benutzung von frühen Steinwerkzeugen die kognitiven Fähigkeiten von Menschenaffen ausreichen oder menschliches Kognitionsvermögen erforderlich ist. Foto: Friedhelm Albrecht / Universität Tübingen

Verhaltensforscher untersucht die Entwicklung früher Steinwerkzeuge

1,5 Millionen Euro Förderung durch den Europäischen Forschungsrat

Dr. Claudio Tennie vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen wird ab dem 1. April mit einem Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) gefördert. Mit diesem Programm soll jungen Wissenschaftlern der Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe ermöglicht werden. Tennies Projekt »STONECULT« wird in den nächsten fünf Jahren mit 1,5 Millionen Euro unterstützt. Der Verhaltensforscher, der bisher an der Universität Birmingham tätig war, möchte herausfinden, ob für die Herstellung und Benutzung von frühen Steinwerkzeugen die kognitiven Fähigkeiten von Menschenaffen ausreichen, oder menschliches Kognitionsvermögen erforderlich ist.

28.03.2017
Ausgrabungen
Mitarbeiter der archäologischen Fachfirma legen frühmittelalterliche Befunde auf dem Campus St. Johannisstift frei. Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/N. Wolpert

Vorkarolingische Siedlungsreste an der Pader entdeckt

Fund in Paderborn

Im Rahmen von Neubauarbeiten auf dem Campus St. Johannisstift in der Nähe des Paderborner Stadtzentrums haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eine Entdeckung gemacht: Bei der Begleitung von Bauarbeiten durch die Stadtarchäologie Paderborn kamen auf einem bisher als Garten genutzten Grundstück Bodenverfärbungen zum Vorschein, die auf eine frühe, vorkarolingische Besiedlung hinweisen. Bestätigt wird dies durch weitere Funde aus dem 7. und 8. Jahrhundert wie Keramikscherben, Tierknochen, Holzkohle und Reste von verziegeltem Lehm.

28.03.2017
Tagungen
In diesem Jahr gab es einen neuen Teilnehmerrekord. Die 8. Jahrestagung war bereits drei Wochen vor Beginn ausgebucht. Rund 50 Interessierte standen auf der Warteliste. Foto: LWL

Hightech, Migration und Relikte aus längst vergangener Zeit

Über 400 Besucher kamen am Montag, den 20.3. zur 8. Archäologischen Jahrestagung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nach Münster. Ob Unterwasserarchäologie im Eggegebirge, Prospektionen mit dem Quad oder Migration und Kulturtransfer in der archäologischer Forschung. Die westfälische Archäologie ging 2016 neue Wege und ist tief verwurzelt in der Gegenwart.

17.03.2017
Forschung
Karte der Orte, die während der Expeditionen zwischen 1921 und 1965 besucht wurden.

»Seit Anbeginn der Zeit«

DNA-Analyse bestätigt einzigartige Bindung der australischen Ureinwohner an ihr Land

Die Analyse von DNA aus Haarproben, die in den 1900er Jahren in vielen Regionen Australiens gesammelt wurden, zeigt ein ausgeprägtes geografisches Muster. Das deutet darauf hin, dass die verschiedenen Bevölkerungsgruppen der australischen Ureinwohner bis zu 50.000 Jahre lang beständig in derselben Region siedelten. Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie unterstreicht die einzigartige Bindung der Ureinwohner Australiens an ihr Land und zeichnet erstmals eine detaillierte genetische Karte Australiens vor der Ankunft der Europäer.

17.03.2017
Ausgrabungen, Funde & Befunde
Der Torso der Statue wird geborgen. (Foto: Dr. Dietrich Raue/Universität Leipzig)

Kairoer Kolossalstatue stellt Pharao Psammetich I. dar

Bei der vor einer Woche in Kairo entdeckten Kolossalstatue handelt es sich um den berühmten Pharao Psammetich I. (664 v. Chr. bis 610 v. Chr.) - und nicht um Ramses II., wie zunächst vermutet. Das habe die wissenschaftliche Untersuchung des Sensationsfundes zweifelsfrei ergeben, sagte Dr. Dietrich Raue, Kustos des Ägyptischen Museums - Georg Steindorff - der Universität Leipzig heute in Kairo.

17.03.2017
Funde & Befunde
Sog. dichte Punktwolke: Hier sind die Statuenfragmente schon deutlich erkennbar. (Abb.: Heliopolis-Projekt)

Digitale Dokumentationsmethoden helfen bei der Bergung des Kolosses

Wissenschaftler der Hochschule Mainz zeichnen verantwortlich für die digitalen Dokumentationsmethoden auf der Ausgrabung im antiken Heliopolis/Kairo, die seit dem Fund einer kolossalen Pharaonen-Skulptur im Fokus der Öffentlichkeit steht.

17.03.2017
Veröffentlichungen, Funde & Befunde
Der Schädel von Aroeira ist etwa 400.000 Jahre alt. 3D-Rekonstruktion: Uni Lissabon

Neu entdeckter menschlicher Schädel aus Portugal ist 400.000 Jahre alt

Ein internationales Forscherteam entdeckte kürzlich bei Ausgrabungsarbeiten in der Gruta da Aroeira in Torres Novas in Portugal einen fossilen menschlichen Schädel. Die Uran-Thorium-Datierung (U-Th) von Kalzitformationen, die sich unter und auf dem Schädel aus dem Mittleren Pleistozän gebildet hatten, weisen diesem ein Alter von zwischen 390.000 und 436.000 Jahren zu.

17.03.2017
Denkmalschutz
Der Große Tempel von Yeha nach der Restaurierung. Foto: I. Wagner/DAI

Restaurierung am 2.700 Jahre alten Tempel in Yeha erfolgreich abgeschlossen

Feierliche Eröffnung durch Deutsches Archäologisches Institut und äthiopische Antikenbehörde

»Großer Tempel« wird das im 7. Jahrhundert v. Chr. erbaute Heiligtum in dem kleinen Dorf Yeha im nördlichen Hochland Äthiopiens genannt. Von Einwanderern aus Saba im heutigen Jemen nach südarabischem Vorbild errichtet, ist der noch 14 m hoch erhaltene Tempel der bedeutendste vorchristliche Sakralbau Ostafrikas. Eine gewaltige Brandkatastrophe beschädigte den Bau bereits in der Antike, jahrzehntelang galt er als einsturzgefährdet.