26.08.2016 - 05:08:35

Von A bis Z

Alphabetisches Register
Für den schnellen Überblick: Das Schlagwortverzeichnis der Artikel und Rezensionen (nur für Clubmitglieder)

Nachrichten

Nachrichten

Sie suchen Berichte über neue Entdeckungen und Forschungsergebnisse? Interessieren sich für Nachrichten aus den Universitäten, aktuellen Informationen zu Ausstellungen sowie Studium & Beruf? Dann sind Sie hier richtig!

Hier finden Sie aktuelle Kurznachrichten aus allen Bereichen der Archäologie. Zu einigen der hier aufgeführten Nachrichten stehen auch ausführlichere Berichte in unserer Rubrik Fundpunkt bereit.

RSS Newsfeed

Diese Seite können Sie auch als RSS Newsfeed abonnieren.

25.08.2016
Funde & Befunde
Köcher des Mannes aus dem Eis (©  Südtiroler Archäologiemuseum/Harald Wisthaler)

Neue Ergebnisse zur Ausrüstung und Bekleidung des Mannes aus dem Eis

Versuche die Fellreste zu bestimmen gab es in den fast 25 Jahren Forschung rund um den Mann aus dem Eis mehrere – nicht zuletzt daran lässt sich auch die rasante Entwicklung der wissenschaftlichen Untersuchungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahrzehnten aufzeigen. Ein Forschungsteam des Institutes für Mumien und den Iceman an der EURAC um Niall J. O'Sullivan hat in der vergangenen Woche neue Resultate der genetischen Untersuchungen einiger Lederreste aus dem Fundkomplex "Mann aus dem Eis" vorgelegt. Dabei handelt es sich um die Analyse von neun Leder- bzw. Fellproben und die Bestimmung deren mitochondrialer DNA.

Keine Kommentare

25.08.2016
Ausgrabungen
Studierenden haben ein Profil angelegt. Deutlich ist die Torflinse als dunkle Schicht über dem hellen Sand zu erkennen. (Foto: LWL/Hallenkamp-Lumpe)

In Delbrück der Vorgeschichte auf der Spur

Ein Altarm der Lippe mitten in einer Kiesgrube mit fast 2000 Jahre alter Holzkohle, Resten von verbrannten Knochen und Keramikscherben: Hier haben die Menschen kurz nach Christi Geburt Teile von Tieren verbrannt. Was sich genau hier vor 2.000 Jahren abgespielt hat, versuchen die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) jetzt zusammen mit Studierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in einer Grabungskampagne herauszufinden.

Keine Kommentare

25.08.2016
Forschung
Der Aufenthaltsraum im Haus "der vergoldeten Amoretten" in Pompeji zeigt eine aufwändige Boden- und Wandgestaltung. (Foto: Prof. Dr. Annette Haug)

ERC Grant für die Erforschung von Gestaltungsformen in Pompeji und Herculaneum

Als der Vesuv im Jahr 79 nach Christus ausbrach, vernichtete er mühelos die Städte am Golf von Neapel: Pompeji und Herculaneum wurden unter Asche und vulkanischem Gestein begraben und kamen erst durch die Hände von Archäologinnen und Archäologen wieder ans Tageslicht. Die Ruinenstädte erzählen spannende Geschichten aus der Antike. Die Einblicke in das Leben der damaligen Zeit werden jetzt noch facettenreicher: Professorin Annette Haug, Direktorin der Abteilung Klassische Archäologie des Instituts für Klassische Altertumskunde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), hat vom Europäischen Forschungsrat (ERC) dafür einen der begehrten ERC Consolidator Grants erhalten.

Keine Kommentare

24.08.2016
Aus aller Welt
Vermessung eines Metopen-Triglyphenblocks in Olympia. Foto U. Wulf-Rheidt / DAI, CC-BY-NC-ND

Austauschprogramm mit dem Palastmuseum in Peking begonnen

Das Architekturreferat des Deutschen Archäologischen Instituts und das Palastmuseum Peking kooperieren im Bereich der archäologischen Bauforschung

Dorisch, ionisch, korinthisch, dorischer Eckkonflikt, Entasis und Kurvatur, dies sind alles Begriffe, die für chinesische Archäologen bei der Erforschung und Bewahrung der überwiegend aus Holz errichteten Bauten der Palastanlagen der chinesischen Kaiser in Peking keine Rolle spielen. Umso interessierter haben zwei chinesische Mitarbeiter des Palastmuseums bei ihrem dreiwöchigen Aufenthalt in Griechenland diese für sie neue Steinarchitektur studiert.

Keine Kommentare

24.08.2016
Funde & Befunde
Im Museum Burg Linn in Krefeld wurde ein 2650 Jahre alter griechischer Bronzehelm erstmals vorgestellt. Dabei handelt sich um die seltene Variante des sogenannten korinthischen Helmes aus dem siebten Jahrhundert vor Christus. Weltweit sind nur 20 Exemplare dieses Helmtypes bekannt. Der Archäologe Dr. Hans-Peter Schletter und die neue Museumsleiterin Dr. Jennifer Morscheiser haben nun erstmals den Helm der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

2.650 Jahre alter griechischer Helm wiederentdeckt

Im Museum Burg Linn in Krefeld wurde ein 2.650 Jahre alter griechischer Bronzehelm erstmals vorgestellt. Dabei handelt sich um die seltene Variante des sogenannten korinthischen Helmes aus dem siebten Jahrhundert vor Christus. Weltweit sind nur 20 Exemplare dieses Helmtypes bekannt. Der Archäologe Dr. Hans-Peter Schletter hat den Helm bei Arbeiten im Depot der Archäologischen Sammlung zufällig wieder entdeckt. Eine Vielzahl von Indizien sprechen inzwischen dafür, dass er aus Olympia stammt und dort als symbolische Opfergabe dargebracht wurde, so Schletter. Olympia war das Heiligtum des Gottes Zeus und der Austragungsort der Olympischen Spiele in der Antike.

Keine Kommentare

12.08.2016
Forschung, Funde & Befunde
Die neu entdeckte Kreisgrabenanlage La Loma del Real Tesoro II (nahe Carmona). Bild: SFB 1070 RessourcenKulturen, Javier Escudero Carrillo und Helmut Becker

Kupferzeitliche Kreisgrabenanlage in Südspanien entdeckt

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen an der Universität Tübingen haben in Südspanien eine Kreisgrabenanlage entdeckt, die aus der Zeit von 2.600 bis 2.200 v. Chr. aus der sogenannten Glockenbecherkultur stammt. Der Name dieser Periode in der späten Kupferzeit wird von der charakteristischen Form der damals hergestellten Gefäße hergeleitet. Die Stätte könnte rituellen Zwecken gedient haben. Ähnliche Kultstätten waren bislang nur aus Nordeuropa bekannt.

Keine Kommentare

12.08.2016
Denkmalschutz
Der überdachte Basar von Aleppo soll als 3D-Modell rekonstruiert werden. Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2011, vor der Zerstörung. Foto: (Ergo), <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/legalcode" target="_blank">CC BY 2.0</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank">Kurzfassung</a>), Ausschnitt. Originaldatei: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Old_covered_suq_in_Aleppo.jpg" target="_blank">Old covered suq in Aleppo</a>

Was wird aus Aleppos historischem Erbe?

Gerda Henkel Stiftung stellt knapp 750.000 Euro für Grundlagenforschung zur Gestaltung des Wiederaufbaus bereit

Hunderttausende Menschen sind derzeit in der syrischen Stadt Aleppo eingeschlossen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nennt die humanitäre Lage »katastrophal«. Auch wenn die Kampfhandlungen andauern, gilt es aus Sicht syrischer und internationaler Experten bereits jetzt, Szenarien für die Zeit nach dem Ende des Bürgerkriegs zu entwickeln: Wie kann die UNESCO-Welterbestätte Aleppo wieder aufgebaut werden? Was soll mit den zerstörten oder noch erhaltenen historischen Bauten geschehen? Syrische und deutsche Wissenschaftler haben sich nun zusammengeschlossen, um wesentliche Informationen zu sammeln und zukünftigen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit als Planungsgrundlage zur Verfügung zu stellen.

Keine Kommentare

12.08.2016
Veröffentlichungen
Die Philippinen-Insel Bohol ist bekannt für die Chocolate Hills und für einen Schatz, der nie gefunden wurde, obwohl schon seit langem Legenden darüber kursieren. Foto: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/User:RamirBorja" target="_blank">Ramir Borja</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode" target="_blank">Creative Commons CC-by-sa-3.0 de</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">Kurzfassung</a>). Originaldatei: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chocolate_Hills.jpg" target="_blank">Chocolate Hills.jpg</a>

Auf der Suche nach dem vermeintlichen Schatz

Die Jagd nach Kriegsbeute auf den Philippinen hat versteckte Bedeutungen

In der Hoffnung auf Reichtum zerstören illegale Schatzsucher immer wieder bedeutende archäologische Fundstätten auf den Philippinen. Dabei hat der berühmte Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg, den japanische Soldaten hinterlassen haben sollen, wahrscheinlich nie existiert. Stattdessen ist die gerne erzählte Geschichte die Fortsetzung einer wesentlich älteren volkstümlichen Überlieferung, erläutert Piers Kelly vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena in einer neuen Studie, die im Journal of Folklore Research veröffentlicht wurde.

Keine Kommentare

12.08.2016
Forschung

VolkswagenStiftung fördert museale Forschungen mit 3,9 Mio. Euro

Sammlungen neun deutscher Museen im Fokus

Innerhalb der Förderinitiative "Forschung in Museen" hat das Kuratorium der VolkswagenStiftung neun kooperative Forschungsvorhaben von Museen und Hochschulen bewilligt, darunter auch zwei archäologische Projekte.

Keine Kommentare

12.08.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Islandpony im Passschritt während einer Weltmeisterschaft. Foto: Monika Reissmann

Wikinger setzten die weltweite Verbreitung der Gangpferde in Gang

Einige Pferde verfügen über spezielle Gangarten, die für den Reiter komfortabler sind als Schritt, Trab oder Galopp. Wie nun ein internationales Forscherteam unter Leitung des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) herausgefunden hat, liegt der Ursprung der Gangpferde höchstwahrscheinlich im mittelalterlichen England des 9. Jahrhunderts, von wo aus sie durch die Wikinger nach Island kamen und sich später in ganz Europa und Asien verbreiteten. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des wissenschaftlichen Fachmagazins »Current Biology« veröffentlicht.

Keine Kommentare

03.08.2016
Forschung
Ausgräber Dr. H. Thieme erklärt Speer VI in Fundlage. Foto: Foto: <a href="http://www.denkmalpflege.niedersachsen.de" target="_blank">P. Pfarr NLD</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode" target="_blank">Creative Commons CC-by-sa-3.0 de</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">Kurzfassung</a>). Originaldatei: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sch%C3%B6ningen_Speer_VI_%C2%A9_P._Pfarr_NLD.jpg" target="_blank">Schöningen Speer VI © P. Pfarr NLD.jpg</a>

Schöninger Speere: Forschungskooperation in der Kritik

Die altsteinzeitliche Fundstelle von Schöningen, Fundort der ältesten Jagdspeere der Menschheit, ist Niedersachsens bedeutendste archäologische Stätte. Seit über 20 Jahren lag deren Erforschung in der Verantwortung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD). Das soll sich jetzt ändern: Am Freitag vergangener Woche unterzeichneten Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) und Vertreter der Frankfurter Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung einen Kooperationsvertrag, in dem dieser die alleinige Forschungskompetenz für die Fundstelle übertragen wird. Auch die Universität Tübingen ist an der Kooperation beteiligt. Das NLD soll dabei hingegen künftig keine wesentliche Rolle mehr spielen. Der Vorgang wird von Archäologen aus ganz Deutschland heftig kritisiert.

3 Kommentar(e)

01.08.2016
Ausgrabungen

Keltische Viereckschanze im Blick

Eine archäologische Baugrunduntersuchung im Herbst des vergangenen Jahres 2015 hat gezeigt, dass im Erweiterungsbereich die Gewerbegebiets »Riedwiesen« der Stadt Markdorf in spätkeltischer Zeit eine sogenannte »Viereckschanze« lag. Mit einer Ausgrabung wird das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) diesem Befund weiter nachgehen. Die Rettungsgrabung im Vorfeld der Erschließungsmaßnahmen zum Gewerbegebiet »Riedwiesen IV« beginnt heute und dauert voraussichtlich rund drei Monate.

Keine Kommentare

29.07.2016
Ausstellungen
Die Bestattungen liegen in unmittelbarer Nähe der Bauernkirche in Iserlohn. Die Ausgrabungen begleiteten Bauarbeiten für eine Neugestaltung des angrenzenden Platzes. Foto: LWL/Baales

Bauarbeiten förderten Skelette zutage

LWL-Archäologen untersuchen Bestattungen an der Bauernkirche in Iserlohn

Ein Verstorbener hatte einen Knochenfortsatz am Oberschenkel - vermutlich von einem Bruch oder einer Krankheit. Einem anderen war ein Menschenschädel auf die Brust gelegt worden. Ein weiterer hatte kaum noch Zähne im stark zurückgebildeten Unterkiefer. Die Bauarbeiten auf dem Fritz-Kühn-Platz in Iserlohn mit der sogenannten Bauernkirche gaben den Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) jetzt interessante Einblicke in die Gesundheit und in das Alltagslebeben der Iserlohner im 18. Jahrhundert. Die Skelette werden demnächst anthropologisch näher untersucht.

Keine Kommentare

29.07.2016
Forschung
Elemente der römischen Siphon-Wasserleitung bei Patara: Jeder Stein wiegt rund 800 Kilogramm (Foto/©: Cornelis Passchier, JGU)

Kalkablagerungen geben Aufschluss über Klima zu Zeiten Neros

Kalkablagerungen von einem Aquädukt, der die antike Hafenstadt Patara im Südwesten der Türkei mit Wasser versorgte, geben Aufschluss über das Klima während der Herrschaft des römischen Kaisers Nero. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben die Ablagerungen in zerbrochenen Keramikleitungen untersucht, die neben der Brücke gefunden wurden. Die zwei Zentimeter dicken Kalkschichten bildeten sich demnach im Laufe von 17 Jahren.

Keine Kommentare

29.07.2016
Ausgrabungen
Der älteste Balinger (Quelle: LAD)

Überreste des bisher »ältesten Balingers« gefunden

Bei Ausgrabungen in Balingen (Zollernalbkreis), die wegen der Umverlegung eines Parkplatzes notwendig wurden, fanden Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg erstmals frühmittelalterliche Siedlungsbefunde. Bisher waren von dort nur Grabfunde aus dieser Zeit bekannt. Außerdem stießen die Ausgräber bei den Untersuchungen auf die bisher ältesten menschlichen Überreste am Ort: eine Bestattung aus der Zeit zwischen 3.500 und 2.000 v. Chr.

Keine Kommentare

29.07.2016
Veröffentlichungen
Die vermutete Fundstelle des eiszeitlichen Löwenmenschen im 3D-Modell der Vogelherdhöhle im Lonetal. © LAD

Die »Höhlen der ältesten Eiszeitkunst« in 3D

In Höhlen der Schwäbischen Alb wurden die weltweit ältesten Nachweise von figürlicher Kunst und Musik gefunden. Sechs dieser Fundstellen und ihr Umfeld in Ach- und Lonetal sollen aufgrund der weltweit einzigartigen archäologischen Fundlandschaft auf die Welterbeliste der UNESCO gesetzt werden. Im Zusammenhang mit dem Welterbeantrag werden die Höhlen dreidimensional dokumentiert. Sozusagen als Nebenprodukt der Dokumentationsarbeiten können bisher vier der Höhlen auch online virtuell begangen werden. Seit der Erstpräsentation vor zwei Jahren sind 3D-Modelle der Sirgensteinhöhle und des Vogelherds neu hinzugekommen.

Keine Kommentare

29.07.2016
Denkmalschutz

Zwölf weitere Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste

Das UNESCO-Welterbekomitee hat auf seiner 40. Sitzung in Istanbul am 17.7.2016 zwölf weitere Stätten in die Liste des Welterbes aufgenommen. Dazu zählt auch das Werk Le Corbusiers mit zwei Häusern der Stuttgarter Weissenhofsiedlung.

Keine Kommentare

23.07.2016
Funde & Befunde
Mit diesem Werkzeug aus Mammutelfenbein stellten die modernen Menschen vor 40.000 Jahren Seile und Schnüre her. Foto: © Universität Tübingen

Menschen nutzten schon vor 40.000 Jahren spezielles Werkzeug zur Seilherstellung

Archäologen der Universität Tübingen präsentieren gut erhaltenen Fund aus Mammutelfenbein – Test an der Universität Lüttich bestätigt Funktion

Schon vor 40.000 Jahren haben Menschen ein spezielles Werkzeug zur Herstellung von Seilen genutzt. Wie Professor Nicholas Conard und seine Grabungsmannschaft von der Universität Tübingen am Freitag berichteten, wurde bei Ausgrabungen im »Hohe Fels« auf der Schwäbischen Alb ein gut erhaltenes Exemplar dieses Werkzeugs gefunden. Das sorgfältig geschnitzte Stück aus Mammutelfenbein ist 20«4 Zentimeter lang und diente dazu, Pflanzenfasern zu Seilen zu drehen, wie Tests an der Universität Lüttich in Belgien zeigten.

Keine Kommentare

23.07.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Der Eingang zur Yoram Höhle liegt in einer fast senkrecht aufragenden Felswand rund vier Meter oberhalb eines schmalen Pfades. Foto: Ehud Weiss / Credit: Nature genetics, DOI: 10.1038/ng.3611

Steinzeitliches Getreide: Gerstengenom aus 6.000 Jahre alten Samen entschlüsselt

Erstmals ist es einem internationalen Forschungsteam gelungen, das Genom uralter Gerstensamen zu entschlüsseln. Die Samen wurden aus einer Höhle in der Nähe des Toten Meers geborgen und sind rund 6.000 Jahre alt. Es handelt sich damit um das älteste bislang rekonstruierte Pflanzengenom. Genetisch unterscheidet sich die steinzeitliche Gerste kaum von heutigen, lokalen Gerstensorten in Ägypten und der südlichen Levante. Damit stützen die neuen Ergebnisse die Hypothese, dass die Domestikation der Gerste im Oberen Jordantal ihren Ursprung hat.

Keine Kommentare

23.07.2016
Ausgrabungen
Die Ausgrabungsfläche aus der Luft: Viel Stadtgeschichte auf kleinem Raum. Foto: EggensteinExca

Ein 400-Quadratmeter-Zeitfenster zur Stadtentwicklung in Hamm

Spuren aus der Zeit der Stadtgründung, der ersten Häuser, einer verheerenden Brandkatastrophe und von bürgerlicher Wohnbebauung dokumentieren die wechselvolle Entwicklung der Stadt Hamm. Mit den Untersuchungen an der Königstraße 39, die jetzt beendet wurden, haben die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Hammer Stadtgeschichte um einige Aspekte ergänzt.

Keine Kommentare

23.07.2016
Ausgrabungen
Überblick über die Grabungsfläche: Im Vordergrund ist der Keller eines Hauses aus dem 15. Jahrhundert zu sehen, darüber liegt die ehemalige Klostermauer aus dem 17. Jahrhundert. In der Mitte der Betonbau eines Bier- bzw. Eiskellers einer Gastwirtschaft, die bis zur unmittelbaren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hier gestanden hat. Foto: LWL/Manz

Blick in 2.000 Jahre Stadtgeschichte zum Volksfest

Ausgrabung am Landeshospital fördert zum Libori-Fest 2.000 Jahre Paderborner Geschichte zu Tage

Pünktlich zu Libori, einem der ältesten und größten Volksfeste in Deutschland, haben die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) jetzt die Ausgrabungen auf einem Grundstück am ehemaligen Landeshospital beendet und können das historische Festtreiben mit 2.000 Jahren Paderborner Siedlungsgeschichte ergänzen. Bis in die vorrömische Eisenzeit reichen die Spuren der ältesten Bewohner an dieser Stelle zurück. Gewerbetreibende, Schmiede, die Entwicklung der Wohnbebauung vom ersten bürgerlichen Steinhaus über das Kapuzinessen-Kloster bis zur Gastwirtschaft: An der Ecke Kisau/Spitalmauer spielte sich die ganze Bandbreite des städtischen Alltags ab.

Keine Kommentare

23.07.2016
Denkmalschutz
Neben den Parteienantworten im Wortlaut sowie in einer knappen Synthese hat die DGUF getrennt davon auch eine Einordnung und Bewertung dieser Positionen vorgenommen. Eine schnelle Übersicht über die fachliche Einschätzung der DGUF bietet diese stark vereinfachende Grafik. Quelle: DGUF

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Die Archäologie-Wahlprüfsteine

Welche Position vertreten die Parteien in Sachen Archäologische Landesmuseum, Verursacherprinzip und Personalausstattung?

Am 8. Juni baten die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V. (DGUF) und ihre Partner die für den Landtag kandidierenden Parteien um Stellungnahmen zu fünf drängenden Fragen zur Zukunft der Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt sind die Reaktionen eingegangen und ausgewertet.

Keine Kommentare

15.07.2016
Funde & Befunde
Auf den ersten Blick unscheinbar, aber mit wichtigem archäologischen Inhalt: Dieser Levallois-Kern ist ein Produkt des Neandertalers. Foto: LWL/H. Menne

Neandertaler im Kreis Olpe

Heimatforscher findet den ersten Nachweis für den Neandertaler

Für ungeübte Augen sieht er aus wie ein schlichter dunkelgrauer Stein. Bei den Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sorgt er jetzt für mehr als bloße Begeisterung. Das gerade einmal acht Zentimeter lange Stück Kieselschiefer trägt eine kleine Sensation in sich, ist es doch ein Werkzeug des Neandertalers. Damit ist dieser Stein, den die Fachleute als »Levallois-Kern« bezeichnen, der erste Nachweis für den Neandertaler im Kreis Olpe. Entdeckt haben ihn weder hochmoderne Techniken noch die bei »Schatzjägern« aktuell besonders gefragten Metallsonden, sondern schlicht die geübten Augen von Heimatforscher Gilbert Schmelter.

Keine Kommentare

15.07.2016
Denkmalschutz

Neun neue Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute auf seiner 40. Sitzung in Istanbul neun neue Stätten in die Liste des Welterbes aufgenommen. Dazu gehören die Ausgrabungsstätte von Nalanda Mahavihara in Indien, die antike Stätte von Philippi in Griechenland, das persische Qanat-Bewässerungssystem im Iran und die archäologische Stätte von Ani in der Türkei. Erstmals auf der Welterbeliste vertreten sind die Föderierten Staaten von Mikronesien mit Nan Madol, einem zeremoniellen Zentrum in Ostmikronesien.

Keine Kommentare

15.07.2016
Veröffentlichungen
Das kostenlose Download-Angebot der Publikations-Reihe »Archäologie in Westfalen-Lippe« ist besonders gefragt. Foto: LWL

Große Resonanz für Open Access Publikationen

Zugriff auf Online-Version der LWL-Archäologie-Publikationen übertrifft Erwartungen

Forschung dient immer auch der Allgemeinheit. Deshalb sollten Forschungsergebnisse für alle schnell, frei und unkompliziert zugänglich sein. Die neuen Medien bieten hier auch für die Archäologie ganz neue Möglichkeiten, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als eines der ersten Landesämter wahrgenommen hat. Die Resonanz auf die Publikationsangebote im Internet übertrifft seitdem alle Erwartungen.

Keine Kommentare

14.07.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Der fruchtbare Halbmond (schattiert) vor dem Hintergrund einer politischen Karte. Angezeigt sind die archäologischen Fundorte der neolithischen Periode im Iran (blau), aus denen prähistorische Genome gewonnen wurden, sowie Fundorte aus der nördlichen Ägäis (rot), deren Bewohner die Vorfahren der ersten europäischen Bauern waren, die aber nicht mit der iranischen Gruppe verwandt waren. Abb. © Joachim Burger, JGU

Steinzeit-Genome aus Zagrosgebirge zeigen verschiedene Abstammungslinien für Europäer und Südasiaten

Prähistorische Genome der weltweit ersten Bauern analysiert: Neolithische Zagros-Siedler waren Vorfahren heutiger Menschen in Südasien, jedoch nicht der ersten Bauern in Europa

Eine der ersten steinzeitlichen Kulturen, die Ackerbau betrieben, lebte im Zagrosgebirge, einer Region im heutigen Iran, die im östlichen Teil des Fruchtbaren Halbmondes liegt. Diese bislang unbekannte Bauernpopulation gehört jedoch nicht zu den Vorfahren der ersten Bauern Europas und ebenso wenig zu den Ahnen moderner Europäer. Allerdings zählen diese Steinzeitmenschen aus dem Zagrosgebirge zu den Vorfahren der meisten modernen Südasiaten. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Palaeogenetikern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) anhand von Genomanalysen. Demnach zeigen sich vor allem Ähnlichkeiten der Zagros-Population mit der heutigen Bevölkerung Pakistans und Afghanistans, ganz besonders aber zu iranischen Zoroastriern.

Keine Kommentare

12.07.2016
Forschung, Veröffentlichungen
Der fossile Fußabdruck eines Homo erectus ist von dem einen modernen Menschen kaum zu unterscheiden. Foto © Kevin Hatala

Homo erectus ging wie wir

1,5 Millionen Jahre alte Fußabdrücke geben Einblicke in das Leben von Frühmenschen

Fossile Knochen und Steinwerkzeuge verraten uns viel über die menschliche Evolution. Doch wie sich unsere Vorfahren zum Beispiel fortbewegten oder miteinander interagierten lässt sich daraus kaum ableiten. Unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of Washington entdeckte ein internationales Forscherteam im Norden Kenias Fußspuren von Homo erectus, die die Fortbewegungsmuster und Gruppenstrukturen dieser Urmenschen hervorragend dokumentieren. So fanden die Forscher mithilfe neuester Analysemethoden heraus, dass die Gangart vom Homo erectus der des modernen Menschen stark ähnelt. Darüber hinaus belegen die Forscher anhand der Fußabdrücke ein Sozialverhalten, das mit dem moderner Menschen vergleichbar ist.

Keine Kommentare

12.07.2016
Veröffentlichungen
Die Inventarbücher des RGZM sind online zugänglich. Bild: Screenshot der RGZM-Webseite

Inventarbücher des Römisch-Germanischen Zentralmuseums jetzt online zugänglich

Transparenz durch unmittelbaren Einblick in die Museumsarbeit des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) erhält die interessierte Öffentlichkeit über eine Datenbank auf der Webseite des am RGZM angesiedelten Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie. Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung ist der Onlinezugang zu den seit Mitte des 19. Jahrhunderts geführten und nahezu vollständig erhaltenen Inventarbüchern gesichert.

3 Kommentar(e)

09.07.2016
Forschung
Die unterschiedlichen Kategorien menschlicher Bearbeitung an den Knochen aus den Goyet-Höhlen: Femur I (links) zeigt Schlagspuren und Femur II (rechts) Schnittmarken. Femur III zeigt zudem Spuren, die bei der Bearbeitung von Steinwerkzeugen entstehen. (Foto: Royal Belgian Institute of Natural Sciences)

Kannibalismus unter den späten Neandertalern?

Ein Forscherteam unter Tübinger Beteiligung entdeckt an Funden aus den Höhlen von Goyet in Belgien zudem Hinweise auf Gebrauch der Menschenknochen als Werkzeuge.

Keine Kommentare

08.07.2016
Ausgrabungen
Hochmittelalterliches Steinwerk während der Ausgrabung in Schmalkalden, im Hintergrund eine frühneuzeitliche Zisterne. Foto: Ch. Bickel, TLDA, Römhild

Neue archäologische Erkenntnisse zur Stadtentwicklung Schmalkaldens

800-jährige Siedlungskontinuität

Seit April 2016 finden in Schmalkalden archäologische Untersuchungen auf dem ca. 1800 m² großen Grundstück Hoffnung 3–5 durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) statt. Die Lage im Altstadtbereich und im Umfeld des Judenviertels bzw. der 2015 entdeckten Mikwe in der Hoffnung 38 waren von Anfang an vielversprechend – und wurden nun sogar noch übertroffen.

Keine Kommentare