17.08.2017 - 19:27:47

Von A bis Z

Alphabetisches Register
Für den schnellen Überblick: Das Schlagwortverzeichnis der Artikel und Rezensionen (nur für Clubmitglieder)
Samstag, 28.07.2007 - Sonntag, 27.01.2008
Kategorie: Ausstellungen, - (Deutschland)

Schönheit im alten Ägypten - Sehnsucht nach Vollkommenheit

Auf die Suche nach Glanz und Vollkommenheit im Reich der Pharaonen begibt sich die Sonderausstellung "Schönheit im Alten Ägypten"im Karlsruher Schloss. Das Badische Landesmuseum ergänzte die vom Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim übernommene Ausstellung und präsentiert sie in neuer Form. Mehr als 400 Originalobjekte, u.a. aus den Ägyptischen Museen Berlin, Hannover und Hildesheim, beleuchten das Thema "Schönheit" mit seinen vielfältigen Aspekten. Einige der eindrucksvollen Leihgaben wurden zuvor noch nie öffentlich gezeigt oder waren Jahrzehnte lang in den Magazinen verborgen.

Statuen und Büsten sowie Wandmalereien lassen das Streben nach idealer Schönheit im Alten Ägypten lebendig werden. Bildnisse, Skulpturen und Reliefs spiegeln wider, dass die altägyptischen Menschendarstellungen einem festen Formenkanon unterworfen war, der die Ordnung der Welt repräsentierte.

Um "Schönheit" zu erlangen und einen vollkommenen Eindruck auf andere zu machen, bedienten sich die Ägypter vieler Mittel: Dazu zählen Kleidung, Frisuren, Schmuck und Körperpflege, aber auch medizinische Rezepte, um Falten und graue Haare zu verhindern. Diese Schönheitspflege veranschaulichen in der Ausstellung kostbarer Schmuck wie bunte Ketten und goldene Ohrringe, aufwändig verzierte Schminkutensilien aus Gold und Alabaster, Parfumflacons und wertvolle Bronzespiegel. Doch war "Schönheit" für die Ägypter ein Idealzustand, der sich nicht in Äußerlichkeiten erschöpfte, sondern auch die innere Vollkommenheit des Menschen umfasste.

"Schönheit" war auch nicht auf das diesseitige Leben beschränkt. Aus Sehnsucht nach ewiger Vollkommenheit auch im Jenseits entwickelten die Ägypter die Mumifizierung, die den Körper für immer erhalten sollte. Mumien, wertvolle Grabbeigaben und Götterstatuen zeigen, dass geistige "Schönheit" die wichtigste Voraussetzung war für ein "schönes", d.h. vollkommenes, ewiges Leben, das nur erlangt werden konnte, wenn der Tote beim Totengericht nachweisen konnte, im Diesseits nach den Gesetzen der Wahrheit und Gerechtigkeit gelebt zu haben.

Eine vom Badischen Landesmuseum konzipierte Zusatzausstellung widmet sich dem Thema "Ägypten, die Moderne, die Beuroner Kunstschule". Anhand ausgewählter Beispiele aus Malerei und Skulptur werden die Einflüsse des altägyptischen Formempfindens auf Künstler aufgezeigt, darunter Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Horst Antes und A.R. Penck.

Ein umfassendes Begleitprogramm mit täglichen öffentlichen Führungen, Workshops, Ferienaktionen, einer "Ägyptischen Nacht" am 10.11.07 und exklusiven Events runden die Ausstellung ab. Ein wissenschaftliches Kolloquium zum Thema "Ägypten, die Moderne, die Beuroner Kunstschule" findet am 6./7.10.2007 im Karlsruher Schloss statt.

Zurück