13.02.2012 - 22:49:30

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Varus und seine Universallegionäre.

von Alexander Zimmermann -

Im Projekt GENERATIONES wird versucht, eine Hilfestellung für Verlage, Schulen, Ausstellungsdesigner, Museumsleute, Filmemacher, Römergruppen und andere Interessierte zu geben, damit diese sich ein realistischeres Bild des römischen Militärs in der jeweiligen Epoche machen können. Wir sind uns bewusst, dass es sich bei den präsentierten Ausstattungen im Projekt GENERATIONES nur um „Möglichkeiten" handelt, die bei aktualisiertem Forschungsstand eventuell schon wieder korrigiert werden müssen.

Als Beitrag zum Varusjahr, im Auftrag für das Archäologische Museum Freiburg und als Exponate in der Ausstellung „GENERATIONES – die Soldaten Roms", die derzeit auf der Saalburg zu sehen ist, haben wir mehrere Ausstattungen recherchiert und gebaut, die Soldaten aus der Zeit um die Zeitenwende zeigen – also „varustaugliche" Römer.

Kettenhemd
Segmentata
  • Helm vom Typ Hagenau, nach Funden aus Haltern/Xanten
  • Kettenpanzer mit Schulteraufdoppelung, Brustschließhaken nach einem Fund aus Kalkriese
  • Militärgürtelgarnitur nach einem Fund aus Kalkriese.
  • Dolch (Pugio) nach einem Fund vom Titelberg/Luxemburg
  • Wurfspeer (Pilum) nach Funden aus Oberaden/Kalkriese
  • Schild (Scutum) vom Übergangstypus mit Schildbuckel nach einem Fund aus Mainz
  • Kurzschwert (Gladius) nach einem Fund aus Mainz
  • Helm vom Typ Weisenau der frühen Variante, nach einem Fund aus Nijmegen
  • Schienenpanzer mit Beschlägen nach Fundstücken aus Kalkriese
  • Militärgürtelgarnitur wie 1. Soldat
  • Dolch (Pugio) nach einem Fund aus Dangstetten
  • Wurfspeer (Pilum) wie 1. Soldat
  • Schild (Scutum) wie 1. Soldat
  • Kurzschwert vom Typ Mainz nach einem Fund aus Mainz

Beide Fotos von Michael Böttler, Projekt GENERATIONES

Man muss bedenken, dass man bei der römischen Armee nur bedingt von einer Uniformität ausgehen darf. Komplette Einheiten in derselben Ausrüstung waren wohl die Ausnahme. In der Ausstellung GENERATIONES ist der Thematik „Uniformität?" ebenso ein wichtiger Platz eingeräumt wie der „Evolution/Revolution" in der Ausrüstungsentwicklung. Im Klartext: Ein und dieselbe Ausrüstung, sozusagen eine Standardausstattung des römischen Soldaten, hat es weder durch die verschiedenen Epochen, noch zeitgleich gegeben!

Das Fundmaterial zeigt ein großes Spektrum an Varianten - natürlich auch deshalb, weil die Bezeichnung „römischer Soldat" sowohl einen Angehörigen der Legionstruppe als auch einen angeworbenen Provinzbewohner in einer Hilfstruppe meinen kann. Auf Spezialtruppen, wie die syrischen Bogenschützen, Hilfstruppenreiter, Schleuderer von den Balearen, Germanen in ihrer einheimischen Bewaffnung in römischen Diensten oder gar Panzerreiter aus dem Osten möchten wir gar nicht eingehen, da dies den Rahmen des Projekts GENERATIONES – und im Übrigen die Möglichkeiten einer privat finanzierten, sich semiprofessionell in der Geschichtsvermittlung betätigenden Gruppe von interessierten Geschichtsbegeisterten sprengen würde.

Es wird auch zukünftig Anlässe für „Jubiläen" wie das Varusjahr 2009 geben, die ein großes Publikum ansprechen – das mit realistischen Darstellungen und fundiertem Wissen versorgt werden möchte.

VEX.LEG.VIII.AVG

GENERATIONES – die Soldaten Roms

Eine Ausstellung der VEX.LEG.VIII.AVG im Saalburgkastell Bad Homburg v.d.H. vom 25. April 2009 bis 31. Januar 2010

Infoseiten zur Ausstellung im Saalburgkastell

Vorstellung des Projektes GENERATIONES mit interaktiver Galerie der Legionäre im Wandel der Zeiten

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