26.05.2012 - 13:32:33
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Als Legionär über die Alpen.

von Hans-Christian Dirscherl -

Eine Tagesetappe war im Schnitt 25 bis 30 Kilometer lang, in den Bergen etwas weniger. Am Brenner wurde es kritisch:

 

Das Vorbild
Markus Junkelmann

In Römerrüstungen über die Alpen - das ist nicht neu. Bereits 1985 marschierte der Archäologe Dr. Marcus Junkelmann mit einigen Mitstreitern von Verona nach Augsburg. Seine Ausrüstung unterschied sich allerdings von den Regensburgern, weil seine Truppe rund 200 Jahre früher, also in augusteischer Zeit angesiedelt war. So marschierten die ‚Junkelmänner' durchwegs in Kettenhemden statt in Schienenpanzern, trugen einen anderen Helmtyp mit Helmbusch und leichte Militärsandalen statt schwere Stiefel.

"Auf der Brennerstraße war kein Randstreifen zum Marschieren. Wenn uns in einer engen Kurve ein LKW entgegen gekommen wäre, dann hätte es neun Mal ‚Klong' gemacht und die Exkursion wäre beendet gewesen", erklärt Himmler. Also wich die Truppe auf den Wipptaler Wanderweg aus, der sich aber als unbezwingbar erwies. Teilweise nur 20 Zentimeter breit, stürzten einige Marschierer um ein Haar. Entnervt legten die Studenten den Rest der Strecke dann doch auf der Brennerstraße zurück.

Am 11. September erreichten sie schließlich Trient, das Unternehmen war gelungen. Die seit 2001 vorbereitete Aktion war Werbung für die Antike, doch in diversen Internet-Foren und in Expertenkreisen gab es auch Kritik. So bezweifeln einige den wissenschaftlichen Wert der Unternehmung, weil sich die Truppe erhebliche Marscherleichterungen gönnte, das antike Schuhwerk durch moderne Treter ersetzte und zeitweise ohne Panzer marschierte. Zudem wurde das fehlende Schanzen und das nicht sehr realistische Lagerleben kritisiert.

Auch an der Ausrüstung fanden sich Kritikpunkte, nicht alle Ausrüstungsteile stammten aus der gleichen Epoche. Zudem verkalkulierten sich die Marschierer gleich auf der zweiten Etappe mit der Marschdauer und mussten die verlorene Zeit unantik auf vier Rädern wieder reinholen. Löffl lässt das jedoch kalt: "Wir haben hier nach bestem Wissen und Gewissen mit bescheidensten finanziellen Mitteln gearbeitet. Keiner dieser Kritiker ist jemals eine derartige Strecke marschiert." Und Himmler ergänzt: "Einige Kettenhemden erreichten uns zu spät, zudem hielten sich die tschechischen Handwerker nicht immer an unsere Vorgaben, wie man beispielsweise an den zu schwer geratenen Helmen sieht."

 

Zum Thema

Auf der Website des Projektes finden Sie weitere Informationen zu dem Marsch, der Ausrüstung und den Teilnehmern:
www.legion-regensburg.de

Die Firma Deepeeka, der Hersteller der Schwerter, bietet einige mehr oder weniger gelungene Nachbildungen historischer Waffen und Rüstungen:
www.deepeeka.com

Zum Marsch von Marcus Junkelmann 1985 ist ein Buch erschienen:
Marcus Junkelmann, Die Legionen des Augustus. Der römische Soldat im archäologischen Experiment (Mainz 2000)

 

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