- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.2.1: Ausstellungen.
- 1.2.2: Ausgrabungen.
- 1.2.3: Forschung.
- 1.2.4: Sonstiges.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 2: Guide.
- 3: Digger.
- 4: Bibliothek.
- 5: Mediathek.
- 6: Forum.
- 7: Club.
- 8: Autoren.
- 9: FAQ.
Von A bis Z

Um die Bebauung der Tempelumgebung zu untersuchen, wurden in der zweiten Kampagne 2002 großräumige Flächen geöffnet. Nur vom "Flugsand" bedeckt, erschienen bereits in geringer Tiefe regelmäßig die obersten Lagen von Schlammziegelmauern. Aber erst in einem zusammenhängenden Planum von ca. 2000 m² Ausdehnung offenbarten sie ihre Struktur: Kleine Räume mit zugehörigen Innenhöfen reihten sich zu Häuservierteln, die von engen, sich kreuzenden Straßen durchzogen wurden.
Vor dem Tempel ließ dazu ein breiter, befundleerer Streifen eine in Richtung Nil führende Prozessionsstraße erkennen. Damit war eine anscheinend regelhaft geplante Stadt freigelegt worden, in die sich das Heiligtum wie selbstverständlich einfügte.
Des öfteren fanden sich in den Innenräumen Spuren von rotem, seltener von weißem Wandputz. Einstige Schwellen oder Durchgänge gaben sich durch rot gebrannte Ziegel zu erkennen. Die fast bis auf die Grundmauern erodierten Räume waren nun mit Sand, Schutt und Ascheablagerungen gefüllt, die zahlreiche Kleinfunde bargen.
Die virtuelle Rekonstruktion erweckt die Vorstellung von engen, schattenspendenden Gässchen, gesäumt von Lehmbauten, die sommers wie winters eine angenehme Atmosphäre garantierten.
Diese Rekonstruktion entstand übrigens innerhalb des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojektes "Antikes Niltal VR", an dem die Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts und die ixl-AG unter der Leitung der Berliner Firma für Medientechnologie Art+Com AG teilnehmen.
Im Sommer 2001 wurde Hamadab in dieses von Steffen Kirchner initiierte Projekt integriert, um hier den Prototyp eines 3D-basierten Echtzeit-VR-Dokumentationssystems für archäologische Ausgrabungen zu entwickeln.
Die von Art+Com entwickelte 3D-basierte Virtual-Reality-Software ermöglicht dabei die Kombination, Darstellung und Auswertung der archäologischen Daten in einem virtuellen dreidimensionalen Raum in Echtzeit .
Unter den Funden sind große Mengen an Keramik hervorzuheben, darunter die feine meroitische Kaolinware, die häufig mit filigranen Stempelmustern und polychromen Bemalungen versehen wurde. Sie diente als Ess- und Trinkgeschirr, während grobe Drehscheibenware Vorratsgefäße u.ä. lieferte. Importierte Amphoren zeugen vom Kontakt zur mediterranen Welt, während verzierte, handgemachte Gefäße in einer nordostafrikanischen Tradition stehen.



