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Von A bis Z

In Verhandlungen zwischen den zwei Augusti wurde noch im Frühjahr 293 beschlossen, zur Wahrung der herrschaftlichen Symmetrie einen weiteren Caesar zu berufen, der Diokletian zur Seite stehen sollte: Galerius Valerius Maximianus, kurz Galerius genannt, war ein aus dem späteren Romuliana im südöstlichen Serbien stammender Offizier, der sich anscheinend im Heer bis in hohe Dienststellungen emporgedient hatte. Er wurde wohl von Diokletian selbst zur neuen Würde erhoben, doch ob dies am 21. Mai 293 bei Nicomedia geschah, ist ungeklärt. Damit war diejenige Regierungsform geschaffen, für die sich in der Forschung der Begriff "Tetrarchie" (Viererherrschaft) eingebürgert hat.
Als Aufgabengebiet wurde Galerius zuerst der Balkan zugewiesen, wo er Feldzüge gegen Karpen und Sarmaten führte, die sich wie alle Erfolge der Kaiser in deren Siegerbeinamen niederschlugen, welche aufgrund ihrer großen Zahl über immer gleiche Feinde jeweils einzeln fortgezählt wurden, so daß die Herrschertitulatur neben den traditionellen, auf Augustus zurückgehenden Titeln eine überreiche Menge solcher cognomina ex virtute aufwies, die zur Selbstdarstellung der Kaiser als stets siegreiche Feldherrn ein Gutteil beitrugen.
Nach der antiken Überlieferung waren alle militärischen Unternehmungen der vier Herrscher erfolgreich; freilich führten die meisten nicht zu einer dauerhaften, auf Jahrzehnte gesicherten Situation an den jeweiligen Grenzen, denn die wiederholten Kriege gegen dieselben Gegner erwiesen, daß die Probleme nur gedämpft, nicht jedoch gelöst werden konnten. Immerhin vermochten die beiden Caesares zwei bemerkenswerte Siege zu erringen:
Constantius eroberte mit Flotte und Heer Britannien zurück, wodurch mit Allectus der letzte Rivale ausgeschaltet werden konnte - eines der schönsten römischen Goldmedaillons zeigt symbolisch die Rückgewinnung der Insel zum Ruhme des Siegers.[3]
Am anderen Ende des Reiches, im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, konnte Galerius im Jahre 297 nach anfänglichem Mißerfolg einen großangelegten Vorstoß der Perser unter Großkönig Narses zurückschlagen, wobei neben dem Kronschatz auch einige weibliche Familienangehörige des Feindes in Gefangenschaft gerieten - prächtiges Denkmal dieses nachdrücklichen Erfolges ist die noch erhaltene eine Hälfte des Siegesbogens, den Galerius in seiner Palastanlage im makedonischen Thessalonica (Saloniki) errichten ließ.
Der Friede von Nisibis 298 brachte Rom beträchtlichen Gebietszuwachs in Mesopotamien, so daß die Perser jahrzehntelang stillhielten und erst nach dem für sie erfolgreichen Ende des Feldzuges von Kaiser Iulianus 362 eine Revision erreichten.[4]
[3] Das Medaillon aus dem großen Schatzfund von Beaurains bei Arras wurde vielfach erörtert (Kuhoff, Diokletian 161 Anm. 443); in den Zusammenhang des Gesamtfundes ordnen es ein Pierre Bastien - Cathérine Metzger, Le trésor de Beaurains (dit d'Arras), Wetteren 1977, 94 f. Nr. 218.
[4] Die umfassende Analyse des Galerius-Bogens legte Hans Peter Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki, Berlin 1975, vor; siehe jetzt auch Kuhoff, Diokletian 598-627. Die deutlichen Verluste im Erhaltungszustand konnte auch eine kürzlich abgeschlossene Restaurierung nicht aus der Welt schaffen.


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