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Ein neues Museum für einen alten Fundplatz. Das Alamannenmuseum in Weingarten

von Constanze Cordes - 5.12.2007

Eine der 16 großen Texttafeln an den Wänden der jetzigen Ausstellung (Foto: Stadtmuseum Weingarten)
Eine der 16 großen Texttafeln an den Wänden der jetzigen Ausstellung (Foto: Stadtmuseum Weingarten)

Um so umfangreicher sind die Wandtexte: 16 große Texttafeln in kleiner Schrift erzählen von der Geschichte der Stadt Weingarten, der Geschichte der Alamannen, von Chronologie, Bestattungssitten bis hin zu Kunsthandwerk, Kleidung, Recht und Gesetz und zahlreichen weiteren Themen.

Den heutigen Besuchern fällt neben den altmodischen Farben des Raumes vor allem die fehlende Struktur auf. So sind Vitrinen und Texte zwar nummeriert, stehen aber nicht immer in richtiger Reihenfolge. Besonders die Trennung von Textinformation und Objekten führt dazu, dass viele Betrachter unsicher zwischen Vitrinen und Wänden pendeln in der Hoffnung Verbindungen zu erstellen.

Seit den 1980ern hat sich wenig in der Ausstellung verändert. Die bedeutendste Erneuerung besteht in zwei Grabrekonstruktionen in der Mitte des Raumes. Knochen und Originalfunde aus den zwei besonders gut ausgestatten Gräbern 615 und 619 sind dort seit 1997 in ihrer Befundlage arrangiert, so dass die Besucher eine Vorstellung erhalten können, auf welcher Grundlage die Forschung arbeitet.

Im Zentrum der Ausstellung stehen seit 1997 zwei Grabrekonstruktionen. Die Gräber 615 und 619 sind sehr gut ausgestattet, so dass verschiedene Arten von Waffen, Trachtteilen, Schmuck und Werkzeug in Befundlage gezeigt werden können (Foto: Stadtmuseum Weingarten)
Im Zentrum der Ausstellung stehen seit 1997 zwei Grabrekonstruktionen. Die Gräber 615 und 619 sind sehr gut ausgestattet, so dass verschiedene Arten von Waffen, Trachtteilen, Schmuck und Werkzeug in Befundlage gezeigt werden können (Foto: Stadtmuseum Weingarten)

Während diese Rekonstruktion sehr anschaulich ist und vor allem bei Führungen von Schulklassen gute Dienste leistet, ist der Rest der Ausstellung aus heutiger Sicht mit einigen Nachteilen behaftet. Nicht nur der veraltete Forschungsstand und das unmoderne Design, sondern vor allem die Schwierigkeiten der Didaktik führten dazu, dass Anfang des Jahres 2007 die Idee aufkam, das Museum zu renovieren.

Seitdem sind verschiedene Personen und Institutionen mit diesem Projekt beschäftigt: Die Stadt Weingarten unter Oberbürgermeister Gerber ist Eigentümerin der Funde des Gräberfeldes. Sie finanziert die neue Ausstellung und bildete einen Arbeitskreis, der die Neukonzeption begleitet. Die wissenschaftliche Betreuung vor Ort übernimmt Constanze Cordes in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Theune-Vogt von der Universität Wien. Die Mitarbeiter des Stadtmuseums in Weingarten, Uwe Lohmann und Rolf Schaubode, die ebenfalls für das Alamannenmuseum zuständig sind, bringen ihre didaktische Erfahrung ein, während das Designbüro Bertron.Schwarz.Frey die Gestaltung übernimmt. Bereits bei der Einrichtung des Stadtmuseums im Jahre 2001 haben sie erfolgreich mit der Stadt Weingarten zusammengearbeitet.

Seit dem Frühsommer diesen Jahres feilen die beteiligten Gruppen an einer neuen Konzeption, die der Bedeutung des Gräberfeldes gerecht werden soll. Dieser spannende Prozess soll hier in mehreren Etappen vorgestellt werden.

 

Stadtmuseum im Schlössle

Scherzachstr. 1
D - 88250 Weingarten

Tel.: 0751/405255
Fax: 0751/5681909
museen(at)weingarten-online.de

www.weingarten-online.de

 

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