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Von A bis Z

Die Uferrandbefestigung
Trotz des zum Zeitpunkt der Ausgrabung hohen Wasserstandes der in unmittelbarer Wallnähe fließenden Schwinge war es möglich, die Strukturen vor dem Wall schwingeseitig zu dokumentieren. Dort wurde auf einer Länge von vier Metern eine Uferrandbefestigung aus senkrecht eingeschlagenen, unten angespitzten Kanthölzern ergraben. Diese gut erhaltenen Hölzer sind durch den Erddruck mittlerweile in Richtung Schwinge verschoben. An der nördlichen Grabungskante konnte nachgewiesen werden, dass die Oberkante dieser Konstruktion durch einen horizontal liegenden Balken gesichert war. Die Holzbohlen sind angespitzt und 1,5 bis 1,7 m lang, sie befinden sich allesamt derzeit in der Nassholzkonservierung.
Direkt hinter dieser Uferrandbefestigung schließt sich zum Wall hin eine weitgehend ebene Fläche an. Dieser Abschnitt zwischen Wall und Schwinge weist eine Breite von 2,20 m bis 2,50 m auf. Er besteht aus übereinander gelegten Holzbrettern und –bohlen. Bei dieser Konstruktion wurden sekundär verbaute Schiffsbauteile verwendet. Insgesamt wurden weit über 30 Hölzer in diesem Bereich verbaut, darunter auch die gesägten Spanten und ein Knieholm eines Schiffes. Ob es sich um die Hölzer eines oder mehrerer Schiffe handelt, kann erst nach weitergehender wissenschaftlicher Auswertung bestimmt werden. Diese Hölzer sind nicht einfach auf die alte Oberfläche gelegt, sondern weisen eine massive Fundamentierung durch tiefgründig verbaute Eichenbohlen auf. Die Struktur dieser Konstruktionen zeigt die idealisierte Zeichnung.
Ob es sich bei der beschriebenen Konstruktion (Uferrandbefestigung und waagrechter Lauffläche) um eine Schiffsanlegestelle handelt, kann nach den bisherigen Ergebnissen noch nicht abschließend beurteilt werden. Es ist durch das Grabungsprofil gesichert, dass diese Konstruktion ursprünglich nicht vom Wall überdeckt worden ist. Diese Konstruktion kann folglich eindeutig nicht dem Burgwall zugeordnet werden.
Der homogen mit Flusssediment aufgefüllte Bereich zwischen der beschriebenen Uferrandbefestigung und dem heutigen Schwingeverlauf konnte in einem kleineren Ausschnitt dokumentiert werden. Der Sedimentaufbau zeigt, dass die Schwinge ursprünglich bis an die Uferrandbefestigung heranreichte. Der heutige Verlauf der Schwinge entspricht folglich nicht dem Lauf der Schwinge im Frühmittelalter.
Bemerkenswert ist der Fund eines hölzernes Steuerruders aus diesem Bereich. Das Ruder weist eine Länge von 1,30 m Länge auf und wurde in das Flusssediment eingeschwemmt. Eventuell ist in diesem Bereich noch mit weiteren Schiffsbauelementen zu rechnen, weitere Details können allerdings nur nachfolgende Untersuchungen erbringen.
Die Innenfläche
Im Innenbereich der Wallanlage zeigten sich analog den Grabungsergebnissen von 2006 wiederum dichte Besiedlungsspuren. Lediglich in einem Schnitt nahe des vermuteten Torbereiches ließen sich keine Befunde lokalisieren. Die Befunde in den anderen Schnitten umfassen Siedlungsgruben, Pfostengruben und Feuerstellen. Leider war mit den ausgegrabenen Pfostengruben kein Hausgrundriss zu rekonstruieren.
In Schnitt 4 konnten die Reste eines U-förmigen Ofens dokumentiert werden, ein diesem Schnitt konnte ebenfalls eine ovale, unregelmäßige Grube (Bef. 148) aufgenommen werden. In dieser Grube fanden sich neben frühmittelalterlicher Keramik auch Keramik mit Glasschlacke und eines tönernen Gusstiegels. Das Fundstück legt die lokale Verarbeitung von Bunt- oder Edelmetall nahe und untermauert die Annahme, dass im Innenbereich der „Schwedenschanze“ ehemals ein handwerkliches Areal existiert hat.
Das Fundmaterial
Das Fundmaterial wies vor allem Keramikscherben und Metallfragmente auf. Neben neuzeitlicher Keramik, die sich in Porzellan und glasierte Irdenware unterteilen lässt, konnten diverse frühmittelalterliche Keramikscherben aus den Befunden geborgen werden. Nach den Randformen und der Verzierung ist diese Gefäßkeramik dem frühen Mittealter, sprich dem 7. bis 9. Jh. zuzuordnen.
Die Metallfunde bestanden hauptsächlich aus neuzeitlichen Eisenfragmenten und einigen Münzen des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine der Gruben enthielt in ihrer Verfüllung einen bronzenen Ring, der wahrscheinlich in das Frühmittelalter datiert werden kann. Weitere Funde aus Buntmetall waren u.a. ein bronzener Beschlag, der funktional aber nicht weiter angesprochen werden kann.



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