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Von A bis Z

Am 15. August 1519 gründete Pedrarias Dávila die erste spanische Stadt am Pazifik. Man wollte damit einen Zugang zum sogenannten "Südmeer" schaffen, an dem es Gerüchten zufolge reiche Goldschätze geben sollte. Erst wenige Jahre zuvor hatte Vasco Nuñez de Balboa als erster Europäer den Pazifik gesehen. In seiner Begleitung war Francisco Pizzarro, der die neue Stadt Panamá zum Ausgangspunkt seiner Expeditionen in den Süden machte.
Panama City liegt an der engsten Stelle der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, wo sich Atlantik und Pazifik auf etwa 70 km einander annähern. Heute verbindet der Panama-Kanal die beiden Meere.
Mit der Eroberung Perus seit 1531 wurde Panamá dank dieser Lage tatsächlich zum Umschlagplatz von Goldtransporten. In der Festung der Stadt wurde das Gold gelagert, ehe es über den Isthmus nach Nombre de Dios bzw. Portobelo weitertransportiert und von dort nach Spanien verschifft wurde.
Die Stadt wurde Bischofssitz, entwickelte sich zu einem Verwaltungszentrum mit etwa 10.000 Einwohnern. Entlang der Hauptstraße, die parallel zur Küste verlief, reihten sich mehrere Klöster auf. In den Randbereichen lebten die Angehörigen der sozialen Unterschichten in eher armseeligen Hütten. Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt war die Plaza Mayor mit einer Kathedrale, der Residenz des Bischofs sowie repräsentativen Bürgerhäusern.
Nicht weit von der Plaza lagen die Casas Reales (Gebäude der königlichen Verwaltung) innerhalb einer Holz-Erde-Festung, die durch einen schmalen Kanal von der Stadt getrennt war. Diese Festung war - abgesehen von einer kleineren Bastion an der Westseite der Stadt - die einzige militärische Sicherung der Stadt.
Bei einem Überraschungsangriff englischer Piraten wurde die Stadt 1671 vollständig zerstört. Henry Morgan nahm sie nach einer Schlacht ein und brannte sie nieder.
1673 erfolgte ein Wiederaufbau an anderer, besser gesicherter Stelle. Die damals neu angelegte Stadt bildet den Kern des modernen Panamá City. Panamá la Vieja ist seitdem eine Stadtwüstung.
Das Ruinengelände, das vor hundert Jahren noch weitgehend von Urwald bedeckt war, geriet seit den 1960er Jahren in die Wachstumszone des modernen Panamá City, der Hauptstadt der mittelamerikanischen Republik Panamá.
Grosse Teile des rund 10 km östlich des Stadtzentrums gelegenen Vorortes Panamá Viejo sind damals auf Staatsland - dem ehemaligen Stadtgebiet - illegal entstanden.
Der Streifen entlang der Küste, in dem sich auf eine Länge von rund 800 m die teilweise noch sehr eindrucksvollen Ruinen befinden, blieb jedoch von der modernen Bebauung ausgespart.
Der Kernbereich der alten Kolonialstadt mit der Kathedrale sowie einigen Klöstern wurde als Park gestaltet. Seit einigen Jahren laufen verstärkte Bemühungen um den Erhalt und die Erforschung der Stadt.
Die denkmalpflegerische Betreuung und Erforschung der Ruinenstadt liegt in den Händen der 1995 gegründeten Stiftung "Patronato Panamá viejo", die vor Ort ein Museum unterhält und über eine architekturgeschichtliche sowie eine archäologische Abteilung mit Arbeitsräumen und Restaurierungswerkstätten verfügt. Im Juli 2003 wurde Panamá la Vieja in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.





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