Irak-Krieg

Der Krieg im Irak bedroht nicht nur die Bewohner des Landes, sondern auch ein reiches Kulturerbe. Seit Beginn des Konflikts warnen Wissenschaftler mit dramatischen Appellen vor der Zerstörung und Plünderung der Kunstschätze Mesopotamiens. Artikel von Bernhard Zand im SPIEGEL vom 3.4.2003. Sprache: deutsch

Schon nach dem ersten Golfkrieg wurden Tausende Kunstwerke außer Landes geschmuggelt. Sie tauchten noch Jahre später auf dem internationalen Kunstmarkt wieder auf. Zum Teil verstümmelt und beschädigt, damit sie besser in Koffern transportiert werden konnten. Vor allem die Grabräuber und die illegalen Gräber in den antiken Stätten, nicht die Bomben, richteten die größten Schäden bei den Kunstschätzen an. So einfach wird es mit dem Verkauf der Beute aus dem Irak-Museum in Bagdad natürlich nicht. Trotzdem gehen Kunstmarktexperten davon aus, dass die Auktionen im kommenden Jahr voller irakischer Kunstschätze sein werden. Artikel in der WELT vom 14.4.2003. Sprache: deutsch

in Jahr nach den Plünderungen im irakischen Nationalmuseum in Bagdad werden noch immer zwischen 9000 und 10 000 Kunstwerke vermisst. Von etwa zwei Dritteln der 14 000 gestohlenen archäologischen Schätze fehle noch immer jede Spur. Das sagte der irakische Kulturminister Mufid el Dschasairi in einem Presse-Gespräch im Mai 2004 in Berlin. Die instabile politische Lage erschwere die Rückkehr der Schätze in das Museum. «Wir haben die Diebstähle gestoppt und bekommen jetzt wieder einige Schätze zurück», sagte der Minister. Sprache: deutsch

Der jordanische Zoll hat nach einem Zeitungsbericht 42 aus dem irakischen Nationalmuseum gestohlene Gemälde beschlagnahmt. Die Kunstwerke seien am Grenzübergang El Karama zu Irak sichergestellt worden, sagte der Leiter der jordanischen Zollbehörde, Mahmud Koteischat, der arabischsprachigen Zeitung "El Dustur". Grenzbeamte seien angewiesen worden, jegliche gestohlenen Gegenstände aus dem Irak zu beschlagnahmen. Artikel im STANDARD vom 19.4.2003. Sprache: deutsch

Die UNESCO Konvention, die den illegalen Handel mit Kulturgütern verhindern soll, wurde 1970 verabschiedet und seither von 97 Staaten ratifiziert - auch von den USA und Großbritannien. Sprache: englisch

Was ist das für ein seltsamer "gesetzloser" Zustand im Irak: Ausgerechnet Gesetzestafeln, die berühmten des "Codex Hammurabi", wurden (zugegeben: neben allem anderen) aus dem Museum in Bagdad geplündert. Fast viertausend Jahre hatte dieses älteste geschriebene Recht der Welt überdauert, auch verschiedenste Besatzungsmächte. Doch kaum kommen die Amerikaner, ist das Gesetz weg. Artikel von Richard Reichensperger im STANDARD vom 15.4.2003. Sprache: deutsch

Infografik im STANDARD vom 13.4.2003. Sprache: deutsch

Die Internationale Konföderation der Kunst- und Antiquitätenhändler mit Sitz in Brüssel ersucht ihre Mitgliedsgesellschaften in 22 Ländern im Zusammenhang mit den Museumsplünderungen im Irak, der Provenienz angebotener oder ausgestellter mesopotamischer Kunstwerke "besondere Aufmerksamkeit" zu schenken. Artikel im STANDARD vom 16.4.2003. Sprache: deutsch

Eine neue amerikanische Organisation soll die Interessen von Kunst- und Antiquitätensammlern vertreten und gegen "zu strenge" Gesetze schützen. Artikel von David D’Arcy aus THE ART NEWSPAPER (New York) von 2002. Sprache: englisch

Offener Brief mehrerer englischer Archäologie-Organisationen, veröffentlicht im GUARDIAN (London) vom 14.4.2003. Sprache: englisch