Thema mit vielen Antworten

Chancen Klassische Archäologie


Autor Nachricht
Verfasst am: 11. 01. 2013 [10:47]
Senerya
Novize
Dabei seit: 11.01.2013
Beiträge: 2
Als klassische Archäologin kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen.

Das Studium hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber die Jobsituation ist alles andere als rosig. Ich empfehle, sich einfach mal auf den einschlägigen Seiten nach den aktuellen Jobangeboten, den Konditionen (Bezahlung, Befristung, Stundenzahl) und den verlangten Skills umzusehen.

Die Standardstelle für Archäologen und Kunsthistoriker ist heute leider die auf 1 Jahr befristete halbe Stelle, die mit irgendeiner fadenscheinigen Konstruktion auch noch 2 bis 3 Tarifstufen herunter gedrückt wird. Gleichzeit braucht man eine herausragende Promotion und eine ganze Latte von Fähigkeiten, die man so im Studium nie lernt. Das sich die Situation hier bessert, ist eher unwahrscheinlich.

Ich selbst komme aus NRW, habe in Rheinland-Pfalz studiert, mein Volontariat in Brandenburg (befristet) gemacht und wohne jetzt in Hessen, während ich gleichzeitig befristet in BaWü arbeite (das Thema Privatleben wurde hier ja schon angesprochen, Gruß an alle Wochenendpendler). Wer - warum auch immer - an einen Ort oder eine Region gebunden ist, hat als Archäologe in der Archäologie wenig Aussichten.

Ich würde niemandem davon abraten, Archäologie zu studieren. Die Nebenfächer sollten aber mit Bedacht gewählt werden und es kann nicht schaden, sich schon während des Studiums breit aufzustellen, wie man so schön sagt.
Durch den Stelleneinsparungszwang im Öffentlichen Dienst, der immer noch ein Hauptarbeitgeber ist, muss immer mehr Arbeit von immer weniger Leuten erledigt werden. Kenntnisse in Öffentlichkeitsarbeit, Redaktionstätigkeit, diverse Bildbearbeitungs- und Layoutprogramme und ein bißchen Marketing und/oder Rechnugswesen können da nicht schaden. Ich sah auch schon mal eine Stelle, da wurde jemand gesucht, der Archäologie und Informatik studiert hat.... oO

Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass die Chancen gut stehen, sich Zeit seines Lebens von einem befristeten Vertrag zum nächsten quer über den ganzen Kontinent zu hangeln.
Verfasst am: 11. 01. 2013 [13:46]
GreenGlaux
Novize
Themenersteller
Dabei seit: 26.12.2012
Beiträge: 2
erstmal danke, dass so viele geantwot haben 04-icon_cheesygrin.gif  aber ich hätt noch eine frage: was ist mit dem ausland? ist der markt international genauso schlimm?

~GreenGlaux~
Verfasst am: 11. 01. 2013 [14:08]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 147
Ein internationaler Markt ist vorhanden, doch auch hier lauern Gefahren. Ich werde mal auf einige eingehen:

In den USA solltest du als Classics Dozent nachweisbar Altgriechisch und Latein unterrichten können.
In GB solltest du über weitreichende Kenntnisse im Bereich Grabung verfügen.

Du solltest für beide Länder schon frühzeitg auf Englisch publiziert haben.

Die Jobs in den NL sind toll, doch solltest du dort stets mit einem Crossover zu den Naturwissenschaften rechnen und in denen nachweisbar fit sein.

Für die Schweiz ist gerade eine Assistenz in Bern ausgeschrieben. Leider ist die sehr tolle Stelle etwas Janusköpfig, da man von dem Gehalt in der Schweiz, bei diesen Lebenshaltungskosten, nur bedingt gut leben kann.

Österreich hat ähnliche Schwierigkeiten wie Deutschland, wobei dort in den letzten Jahren viele Deutsche untergekommen sind.

Über andere Länder kann ich dir Nichts sagen.

Unterm Strich ist die Konkurrenz überall hoch und das Gehalt niedrig. USA und NL scheint es NOCH anders, doch wirken dort die Anforderungen an die Stelleninhaber recht happig.



Hinweis: Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um hier im Forum Beiträge schreiben zu können, müssen Sie sich zunächst einloggen. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie hier ein neues Benutzerkonto anlegen.