Kooperation
Thema mit vielen Antworten

erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sondengängern


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Verfasst am: 23. 07. 2005 [18:30]
odo
Novize
Themenersteller
Dabei seit: 23.07.2005
Beiträge: 1
In England gibt es ein wirklich sehenswertes Projekt. http://www.finds.org.uk
Die Stiftung hat inzwischen 2 Dutzend Archaeologen eingestellt. Etwa 50.000 Funde wurden aufgenommen, bis zu 500 Schatz/Hortfunde registriert. Ein Grossteil der Sondengängerclubs macht mit und die Museen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und öffentlicher Aufmerksamkeit.
Ein auffälliger Gegensatz zu dem hier auch in der Presse problematisierten Hobby des Sondengehens.
Die Ergebnisse können hier angesehen werden: http://www.finds.org.uk/news/reports.php
Warum hier in der Republik die Verhältnisse so kompliziert werden erschliesst sich mir nicht.
Vielleicht liegts am Königreich.

Viel Spass bei der Lektüre
Odo
Verfasst am: 22. 10. 2005 [18:26]
loenne
Amateur
Dabei seit: 28.05.2005
Beiträge: 26
Genau genommen ist das relativ einfach zu erklären. Betrachten wir doch einmal den Werdegang der Archäologie. Im vorletzten Jahrhundert hat sich kein Mensch für Archäologie interessiert. Wenn Funde gemacht wurden (das gab es schon immer), dann wurden diese meistens dem ortsansässigem Pfarrer oder Lehrer übergeben und blieben auch dort. Dann kam die große Zeit der Raubgräber - Schliemann und Konsorten. Es wurden Gräber und Kulturdenkmale auf der ganzen Welt geplündert und zerstört. Alles im Namen der entstehenden "Wissenschaft" Archäologie. Sicherlich gab es auch einige ernsthaftere Forscher, die aber größtenteils aus Laien bestand. Das Ganze plätscherte aber nur so vor sich hin. Dann kamen die Nazis. In dieser Zeit wurde mit gewaltigem Aufwand "Archäologie" betrieben. Mit bis dahin niemals da gewesenem Aufwand wurde gegraben und gewühlt um dem "Germanentum" eine Grundlage zu schaffen. Während und nach dem Krieg war es völlig normal, dass ein Dorfschullehrer mit seiner Klasse mal eben in den Wald gelaufen ist, um einen Grabhügel zu öffnen und auszuplündern.

Aus dieser Zeit sind hunderte und tausende von "Steinzeitsammlern" übrig geblieben, die innerhalb der Wissenschaft auch akzeptiert wurden, weil sie mit ihnen zusammen "groß" geworden sind. Wer einmal so eine "Lesefunde"-Veranstaltung besucht hat, weiß, dass das Durchschnittsalter der Teilnehmer irgendwo zwischen 70-80 Jahre liegt. Als dann die Metalldetektoren in den 70iger- 80iger Jahren populär wurden, ist dies von den Archäologen einfach verschlafen worden. Man war viel zu sehr mit sich und den seinigen beschäftigt.

Aus diesem Umstand haben sich im Laufe der Zeit zwei "Lager" gebildet - auf der einen Seite die (jungen) Detektorgänger, die (teilweise) keine Akzeptanz bei den Wissenschaftlern gefunden haben und ein Heer von verknöcherten und verhärmten Steinzeitsammlern.

Durch die eigene Blind- und Borniertheit hat man sich schließlich in eine Sackgasse manövriert, aus der man heute kaum noch herauskommt. Durch den anstehenden Generationswechsel stehen wir aber gerade vor einem großen Umschwung und immer mehr Archäologen laufen auch mit einem Detektor herum und versuchen Sondengänger in ihre Arbeit mit einzubeziehen, weil sie um die großen Vorteile wissen.

Die Zeit der Arroganz und Intoleranz ist langsam aber sicher vorbei und auch die Altgebliebenen werden dies irgendwann erkennen müssen. Es ist also einfach nur eine Frage der Zeit, bis wir ähnlich Verhältnisse wie in England, Holland, Dänemark usw. auch bei uns bekommen werden. Das die Deutschen in punkto Fortschritt nicht die schnellsten sind, ist nicht nur bei den Archäologen so.

Also immer schön entspannt bleiben - die Zeit arbeitet für uns!

Herzliche Grüße
Loenne
Verfasst am: 14. 09. 2008 [21:36]
rein_fei
Novize
Dabei seit: 14.09.2008
Beiträge: 2
Ach, was ist es doch so einfach, mit Klischees zu arbeiten: Scheint nichts von Archäologie zu verstehen, der oder die Loenne! Halt ein simpler Sondengänger. Dass es vor den Metallzeiten, in denen man unsachgemäß herumzuwühlen glaubt sich erdreisten zu müssen, auch noch eine Archäologie gibt, die der Steinzeiten nämlich, wird von Loenne als Ding von vergreisten Deppen bezeichnet. Schade, aber so wird das nichts Loenne! Bin ehrenamtlich in der archäologischen Denkmalpflege auf Ausgrabungen tätig und benutze dabei mein Metallsuchgerät (und nur dort!): Da werden keine Löcher fundgeil gegraben, da wird nicht herumgewühlt, da werden die Funde nicht am illegalen Markt verhökert: Da wird das Gerät verantwortungsvoll benutzt, im Aushub nachzusuchen oder im Boden befindliches zu orten, damit der Spaten nichts zufällig zerstört.

Auf Äckern herumzulaufen und mit der Sonde Metall zu suchen ist im harmlosesten Fall so bedeutend wie Pilze suchen. Erst kürzlich aber habe ich einen im Grabungsschutzgebiet erwischt, der davon natürlich nichts wußte und sich schleunigst wegen seines guten Gewissens verzog. Das ist kriminell: Habe mir vorgenommen, von nun an jeden anzuzeigen, den ich mit der Sonde antreffe. Sollen sich die Behörden mit seiner Argumentation auseinander setzen.

Um allen Vorurteilen Vorschub zu leisten. Bin stolz in Baden Württemberg zu leben, das diese Art der im besten Fall fahrlässigen Raubgräberei streng verurteilt. Das wird wohl auch noch so bleiben: Die Hoffnung, da wüchse eine junge Archäologengeneration heran, die der Sondengängerei positiv gegenübersteht ist lachhaft und reines Wunschdenken: Sehe weit und breit keinen Jungarchäologen, der auf die Hilfe von Sondengängern bauen würde.

Nicht traurig sein, neues Hobby suchen, vielleicht mal mit Pilzen probieren?
Verfasst am: 14. 09. 2008 [22:45]
loenne
Amateur
Dabei seit: 28.05.2005
Beiträge: 26
Hallo der/die/das Rein_frei

schön das Du so verantwortungsvoll mit dem Detektor umgehst! Nützlich wäre jetzt noch der deutschen Sprache mächtig zu sein und lesen lernen. Du solltest anderen Leuten nicht unterstellen etwas gesagt oder geschrieben zu haben, was sie nicht getan haben. Trägt nicht gerade zu Deiner Glaubwürdigkeit bei. Was nicht bedeutet, dass es solche "vergreisten Deppen" z. B. in BW nicht gibt. 05-icon_wink.gif

Zum Glück triffst Du mich gerade best gelaunt an, nachdem wir gestern mit jungen Archäologen zusammen ca. 40 bis 50 Fibeln u. ä . von einem zerpflügten Gräberfeld gerettet haben. Machte einmal wieder sehr viel Spaß freudig erregte Archäologen um sich zu haben und zu sehen, wie sie sich über jedes Stück gefreut haben. Daher kann ich über Deinen Beitrag nur müde lächeln.

Mein Beitrag ist schon etwas älter und mein "Wunschdenken" ist zum Glück mittlerweile Realität und nicht mehr aufzuhalten. Übrigens gibt es demnächst in der AiD (ist eine Zeitschrift zum Thema Archäologie 05-icon_wink.gif) wieder einen netten Beitrag über uns (da findest Du auch unsere Namen).

Nebenbei bemerkt bin ich zwar nicht stolz darauf, dass Du in BW wohnst, aber sehr glücklich darüber. 05-icon_wink.gif So, und nun schlafe schön weiter und träume von Deinem Dornröschen-Schloss Baden-Württemberg. Auch dort wird man irgendwann erwachen.05-icon_wink.gif

Dann noch zwei Fragen:
Du schreibst "Auf Äckern herumzulaufen und mit der Sonde Metall zu suchen ist im harmlosesten Fall so bedeutend wie Pilze suchen."

Bist Du sicher, dass Du irgend etwas von Archäologie verstehst?

Wenn es so sinnlos ist, warum hast Du dann etwas dagegen, dass man dort sucht?

Gruß
Michael
Verfasst am: 15. 09. 2008 [08:02]
digs-online.de
Routinier
Dabei seit: 12.05.2005
Beiträge: 59
05-icon_wink.gif Wenn rein_fei uns hier erklärt er würde in BW mit Detektor auf Grabungen mithelfen > Kann er uns doch direkt auch sagen wie er zu seiner schriftlichen Nachforschungsgenehmigung gekommen ist.

Oder gibt es die gar nicht ?

Oder wenn > für wen ? Ist er studierter Archäologe ? Wohl kaum.


Ich glaube rein_fei will uns hier wieder ein X für ein U verkaufen.


Freiwillig auf Detektoreinsatz zu verzichten ist als wenn man als Arzt das Röntgen generell ablehnt !

In meinen Augen > Sträflich ! Unverantwortlich ! Unklug !
Verfasst am: 15. 09. 2008 [16:14]
pfaelzer
Amateur
Dabei seit: 21.10.2006
Beiträge: 41
Hi

Wer oder was ist denn eigentlich ein rein_fei ???????03-icon_lol.gif


Gruß
Jürgen

the truth is out there


meldendersondengängerbaden-württemberg
Verfasst am: 15. 09. 2008 [17:07]
masterthief
Amateur
Dabei seit: 07.09.2002
Beiträge: 34
Hallo Pfälzer,

hat so nicht einmal ein Waschmittel geheißen?

Keiner wäscht reiner, für blütenweiße Archäologie.
Es gibt nicht einmal den Grauschleier, es wird nur schwarz/weiß gemalt.
Man sollte in BW einmal nachdenken (DENK MAL), warum der Fundtourismus gerade nach Bayern so schwungvoll ist.
Kann das an den Denkmalschutzgesetzen und dem restriktiven Schatzregal in BW liegen?

Ich möchte ja keine Gehirnwäsche anregen (keine Weißmacher für die grauen Zellen), aber ein wenig Weichspüler fürs Hardliner-Hirn könnt vielleicht nicht schaden.

Gruß

masterTHief
Verfasst am: 15. 09. 2008 [22:41]
pfaelzer
Amateur
Dabei seit: 21.10.2006
Beiträge: 41
Hi Clementine 07-cool.gif

Antwort auf:
Zitat:
[b]fahrlässigen Raubgräberei


[/b]Immerhin kreiert er einen neuen Straftatbestand.crazy1.gif22-unimpressed.gif


Rudolf, ich glaube nicht das er aus B-W stammt und dort ehrenamtlicher Mitarbeiter ist. Das Lettengeschwätz von ihm tut einfach nur weh und man sollte sich nicht weiter damit beschäftigen.


Gruß
Jürgen

the truth is out there


meldendersondengängerbaden-württemberg
Verfasst am: 16. 09. 2008 [06:07]
masterthief
Amateur
Dabei seit: 07.09.2002
Beiträge: 34
Nun ja,

zur herrschenden Meinungsbildung sollten diese Leute nicht kritiklos beitragen.

masterTHief
Verfasst am: 16. 09. 2008 [21:41]
rein_fei
Novize
Dabei seit: 14.09.2008
Beiträge: 2
Na aber Hallo, das freut einen aber! Herzlichen Dank für die vielen aufschlußreichen Reaktionen zu meinen Beitrag.

Habe nicht damit gerechnet, in ein solches Wespennest zu stochern.

Aber nochmal ganz im Ernst und ohne Häme, kein ernsthafter Archäologe braucht die Sondengängerszene. Aber von mir aus, glaubt was ihr wollt und träumt schön weiter!

Und einen Namen wollt Ihr auch? Könnt Ihr haben:

Reinhold



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