24.05.2012 - 15:36:56
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Aktuelle AiD


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Verfasst am: 19. 11. 2007 [11:44]
Schaufelsklave
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Beiträge: 53
In der Aktuellen AiD wird das Thema illegaler Grabungen behandelt. Ich habe den Threat nicht hier eingestellt, weil alle Sondengänger illegal unterwegs sind, sondern weil sich mir beim lesen der Artikel zwei Fragen gestellt haben, von denen sich zumindest eine ausschließlich auf Dedektorprospektion bezieht.

1. Bsp. Dänemark: In einem Artikel wird angegeben, dass in Dänemark mittlerweile über 80% aller Funde von Ehrenamtlichen getätigt UND gemeldet werden. Wie ist denn die Gesetzeslage in Dänemark ? Wird hier vom Staat angekauft ?

2. Es werden zwei Fallbeispiele aus Deutschland genannt, bei denen ursprüngliche Ehreanamtliche Sondengänger "auf die Schiefe Bahn" geraten und beginnen ihre Funde nicht mehr zu melden, sondern illegal zu verkaufen. Mag jetzt naiv klingen, aber wie kommt so etwas zustande ?
Verfasst am: 19. 11. 2007 [16:04]
daniel
Routinier
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Beiträge: 83
Zu Frage 1 könnte ich daß liefern.

Das Museumsgesetz von Dänemark

Kapitel 9

Danefä

§ 30. Gegenstände der Vergangenheit, hierunter Münzen, die in Dänemark gefunden sind, und wozu niemand sein Recht als Besitzer nachweisen kann, ist Danefä, sofern sie verarbeitet sind, aus wertvollen Materialien sind oder besonderen kulturhistorischen Wert haben.
Stk. 2. Danefä gehört dem Staat. Wer Danefä findet, und wer Danefä in sein Besitz bekommt, muss dieses sofort an das Nationalmuseum abgeben.
Stk. 3. Das Nationalmuseum zahlt eine Vergütung an den Finder aus. Die Vergütung wird von dem Nationalmuseum bemessen mit Rücksicht auf das Materialienwert und die Seltenheit des Gefundenen, sowohl als die Sorgfalt mit der der Finder den Fund gesichert hat.

Dann gibt es noch zwei Unterparagraphen die sagen, dass wenn ein Stück Danfä bei öffentlich finanzierten Grabungen gefunden worden ist, wird nicht Vergütung ausbezahlt.
Und dass ein Danefä-Fund vom Nationalmuseum an ein Regionales Museum ausdeponiert werden kann.

So weit das Gesetz !!!

Was ist Danefä?

Hier mal eine Zusammenstellung der Kriterien für die Auswertung von Danfä:

Gruppe 1: unbedingt Danefä:

Funde aus Gold, Silber, Bernstein, Elfenbein und edle Steine, Münzen und Medaillen, die mehr als 100 Jahre alt sind.

Gruppe 2: gewöhlicherweise Danefä:

Funde aus Kupfer, Zinn, Bronze und Eisen, und auch Gegenstände aus Glas. Schmuck,
Waffen, Geräte, Kesseln, Statuetten usw. aus solchen Metallen oder Glas hergestellt, werden in der Regel Danefä sein, wenn ihr Alter und Seltenheit dafür sprechen.

Gruppe 3: nur in seltenen Fällen Danefä:

Funde aus organisches Material wie Knochen, Geweih, Holz oder Leder, oder aus unorganisches Material sowie Flint, Stein oder Ton. Diese Funde treten in sehr grossen Mengen auf und werden nur in den Fällen als Danefä gesehen, wo geschätzt wird das die Form, die Grösse oder die Dekoration des Gegenstandes, es unter dem Aussergewöhnlichen platziert.


(Habe diesen Gesetzesauszug aber auch nur aus dem Internet,jetzt frag mich keiner,was "Danefä" übersetzt bedeutet.12-angelic.gif)

Die Frage 2 werden Dir wohl nur die Betreffenden selbst beantworten können.
Irgendetwas muß die "Ehrenamtlichen" wohl dazu bewegt haben weshalb er diese Richtung eingeschlagen hat.
Solange diese keine Gründe liefern bleibt alles nur Spekulation!

Gruß Daniel
Verfasst am: 19. 11. 2007 [17:12]
Schaufelsklave
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Beiträge: 53
Danke. Am interessantesten finde ich ja das :
Antwort auf:
Zitat:Stk. 3. Das Nationalmuseum zahlt eine Vergütung an den Finder aus. Die Vergütung wird von dem Nationalmuseum bemessen mit Rücksicht auf das Materialienwert und die Seltenheit des Gefundenen, sowohl als die Sorgfalt mit der der Finder den Fund gesichert hat.
Das bedeutet also nicht zwingend nach dem Marktwert, oder ?
Verfasst am: 19. 11. 2007 [18:10]
daniel
Routinier
Dabei seit: 23.04.2003
Beiträge: 83
Keine Ahnung ob es daß bedeutet.
Wonach richtet sich eigentlich der "Marktwert" von einem Fundstück?
Nach den Katalogpreisen von irgendwelchen Münz- und Antiqitätenhändlern? 11-tongue2.gif
Ich denke mal,wenn jemand ernsthaft an seiner Heimatgeschichte interessiert ist,gibt er sich auch mit dem zufrieden,was er vom Museum bekommt und richtet sich nicht nach irgendwelchen dubiosen "Marktwerten".
Verfasst am: 20. 11. 2007 [10:25]
Schaufelsklave
Routinier
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Beiträge: 53
Antwort auf:
Zitat:Nach den Katalogpreisen von irgendwelchen Münz- und Antiqitätenhändlern?
Denke ich mal schon. In der AiD wird zumindest auch berichtet, dass der Markt die Raubgräber macht und dass zum Teil auch die Museen die ankaufen eine gewisse Mitschulkd tragen.
Verfasst am: 21. 11. 2007 [16:12]
hns
Experte
Dabei seit: 23.08.2006
Beiträge: 370
Antwort auf:
... als die Sorgfalt mit der der Finder den Fund gesichert hat.
Das finde ich einen sehr interessanten marktwirtschaftlichen Ansatz.

Letztendlich hat die Öffentlichkeit (Staat, Wissenschaft) vertreten durch die Denkmalämter ja das Interesse Funde möglichst unbeschädigt, sorgfältig und gut dokumentiert zu bekommen. Insofern ist m.E. eine "Qualitätsprämie" ein sehr interessanter Ansatz und Anreiz genau das zu tun.

Das einzige Dilemma ist dass jegliche Prämie das Ausbuddeln an sich födert was im Widerspruch z.B. zur Bayerische Philosphie ist: Bodendenkmäler gehören an Ort und Stelle für die Nachwelt erhalten.

Das Ziel ist sie nur dann auszugraben wenn es unvermeidbar wird. Daher bleibt statt Ausgrabeprämie konsequenterweise nur eine Ausgrabestrafe mit allen bekannten Problemen...

-- hns
Verfasst am: 22. 11. 2007 [00:13]
digs-online.de
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Dabei seit: 12.05.2005
Beiträge: 59

Das einzige Dilemma ist dass jegliche Prämie das Ausbuddeln an sich födert was im Widerspruch z.B. zur Bayerische Philosphie ist: Bodendenkmäler gehören an Ort und Stelle für die Nachwelt erhalten.

Das Ziel ist sie nur dann auszugraben wenn es unvermeidbar wird. Daher bleibt statt Ausgrabeprämie konsequenterweise nur eine Ausgrabestrafe mit allen bekannten Problemen...

-- hns
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Guten Abend

"unvermeidbar" sollte sodann aber auch heißen > Überall wo es Plünderer einfach haben dran zu kommen =>
prophylaktisch und vorausschauend mit einer guten und ausgebildeten Mannschaft die Funde VOR EINEM MÖGLICHEN RAUB zu sichern .

Wegzuschauen und darauf zu hoffen das Alles im Boden unberührt bleibt ist fahrlässig !

Hoffen und harren.......

Wer war das noch ?? 05-icon_wink.gif



Besten Gruß
Verfasst am: 22. 11. 2007 [00:41]
digs-online.de
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Beiträge: 59
Antwort auf:
Zitat:Zitat:Antwort auf ...
Zitat:Zitat:Zitat:Zitat:Nach den Katalogpreisen von irgendwelchen Münz- und Antiqitätenhändlern?
Denke ich mal schon. In der AiD wird zumindest auch berichtet, dass der Markt die Raubgräber macht und dass zum Teil auch die Museen die ankaufen eine gewisse Mitschuld tragen.
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Die Raubgräber bedienen einen Markt der seit Jahrhunderten besteht.
Was selten ist wird gesammelt.

Konsequenter Weise sollte man jede Museumsleitung auswechseln die
Funde aus ungeklärter Quelle einkaufen läßt.
Schon viel zu lange wird so der Antikenmarkt und die Raubgräberei unterstützt.

Ehrenamtliche sollten für die Ehre suchen gehen. Für die Heimatforschung.
Jede Entschädigung für Fundabgaben ist da fehlplaziert !
Entweder oder.........crazy1.gif


Oh es gäbe Einiges sinnvoll zu ändern.

Aber wollen wir das ? 05-icon_wink.gif


Wie sieht es allein schon mit der Kommunikation zwischen den einzelnen Interessengruppen aus ?

Vermutlich recht dürftig. Kein runder Tisch......

Schade. So wird viel verspielt.










Verfasst am: 22. 11. 2007 [01:32]
digs-online.de
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Beiträge: 59
Antwort auf:
Antwort auf ...In der Aktuellen AiD wird das Thema illegaler Grabungen behandelt. Ich habe den Threat nicht hier eingestellt, weil alle Sondengänger illegal unterwegs sind, sondern weil sich mir beim lesen der Artikel zwei Fragen gestellt haben, von denen sich zumindest eine ausschließlich auf Dedektorprospektion bezieht.

1. Bsp. Dänemark: In einem Artikel wird angegeben, dass in Dänemark mittlerweile über 80% aller Funde von Ehrenamtlichen getätigt UND gemeldet werden. Wie ist denn die Gesetzeslage in Dänemark ? Wird hier vom Staat angekauft ?

2. Es werden zwei Fallbeispiele aus Deutschland genannt, bei denen ursprüngliche Ehreanamtliche Sondengänger "auf die Schiefe Bahn" geraten und beginnen ihre Funde nicht mehr zu melden, sondern illegal zu verkaufen. Mag jetzt naiv klingen, aber wie kommt so etwas zustande ?

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Die Frage ist gar nicht naiv.
Aber eine Antwort ist leicht gefunden: Gelegenheit macht Diebe.
Was viele nicht wissen: Seit vielen Jahren schon werden unsere Auktions-
häuser kontinuierlich "überwacht". Käufer und Verkäufer von Antiken notiert. Sicher fällt auch so der ein oder andere irgendwann unangenehm auf . Als Fundortverfälscher, als Raubgräber, als Plünderer oder Unterschlager von Kulturgut.
Gemessen an der Zahl der leider verlorenen Funde durch Untätigkeit, durch restruktive Gesetzgebung und verschreckter Laienhilfe ist dieser
durch kriminelle Energie erlittene Verlust aber fast unerheblich.

Nicht schön. Aber menschlich. Und in jeder Sparte des Lebens vertreten.

Immer wollen Einige einfach "mehr" haben.


Verfasst am: 01. 12. 2007 [19:19]
digs-online.de
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Dabei seit: 12.05.2005
Beiträge: 59
So ist das woanders :

http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/visual_arts/article2926302.ece


Kleine Übersetzung > Metalldetektorgänger sind ein nationaler Schatz (TimesOnline)


Britisches Museum: Durch unsere Kooperation werden wir unsere Geschichte neu schreiben.....07-cool.gif



Ps: Gute Nacht Deutschland !?? crazy1.gif



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