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Thema mit vielen Antworten

Ich will nur mal meinen Frust kundtun ....


Autor Nachricht
Verfasst am: 16. 07. 2007 [13:53]
Schaufelsklave
Routinier
Themenersteller
Dabei seit: 08.05.2007
Beiträge: 53
Fakt ist dass ich meinen Frust kundtun wollte über illegale Sondengänger und das auch gemacht habe. Komisch nur dass dann gerade aus den Reihen derer die für ehrliches Sondeln stehen so heftige Kritig kommt.

Ich habe nie gesagt dass DIGS nur aus Raubgräbern besteht und das DIGS verboten gehört oder ähnliches. Hätte jeder so reagiert wie Lojoer oder Jochim gäbs kein Problem.
Aber nein, stattdessen gehts gleich wieder los "Hey du hast was gegen Sondengänger und somit auch gegen DIGS ...."

So ein Blödsinn.

Verfasst am: 16. 07. 2007 [21:31]
digs-online.de
Routinier
Dabei seit: 12.05.2005
Beiträge: 59
Liebe Leute laßt uns Frieden schliessen !

Irgendwie sind wir uns längst einig.

Unsere wahren Gegner sind da draußen > Plündern lustig vor sich her.


Werte Archäologen, seht euch eure Sondengänger (auch die Lesesucher...) gut an !
Und schaut ihnen auch zwischendurch immer mal auf die Finger.
Aber bitte: Wenn ihr die Möglichkeit habt und die Leute etwas taugen > Nutzt deren
KnowHow. > Nutzt dann deren ehrliches Interesse für Geschichte.
Nutzt deren Gleichgesinntheit mit euren Anliegen.

Eine Sonde macht nicht automatisch einen schlechten Charakter.
Viele gute Leute verstehen sich auf diese Prospektion-Technik.

Und wenn man sich vehement dagegen sträubt ist es als ob ein Arzt grundsätzlich z.B Röntgen oder Ultraschall ablehnt.
Auch das wäre kaum zeitgemäß.

In diesem Sinne : Auf gute Zusammenarbeit !
Verfasst am: 16. 07. 2007 [21:47]
Schaufelsklave
Routinier
Themenersteller
Dabei seit: 08.05.2007
Beiträge: 53
Antwort auf:
Zitat:
Zitat: Liebe Leute laßt uns Frieden schliessen !

Irgendwie sind wir uns längst einig.

Unsere wahren Gegner sind da draußen > Plündern lustig vor sich her.


Werte Archäologen, seht euch eure Sondengänger (auch die Lesesucher...) gut an !
Und schaut ihnen auch zwischendurch immer mal auf die Finger.
Aber bitte: Wenn ihr die Möglichkeit habt und die Leute etwas taugen > Nutzt deren
KnowHow. > Nutzt dann deren ehrliches Interesse für Geschichte.
Nutzt deren Gleichgesinntheit mit euren Anliegen.

Eine Sonde macht nicht automatisch einen schlechten Charakter.
Viele gute Leute verstehen sich auf diese Prospektion-Technik.

Und wenn man sich vehement dagegen sträubt ist es als ob ein Arzt grundsätzlich z.B Röntgen oder Ultraschall ablehnt.
Auch das wäre kaum zeitgemäß.

In diesem Sinne : Auf gute Zusammenarbeit !






Das würde ich so jetzt auch unterschreiben.

Danke

Verfasst am: 17. 07. 2007 [10:04]
lojoer
Routinier
Dabei seit: 24.09.2004
Beiträge: 82
Hi Zusammen,
was ich der ganzen Diskussion entnehme ist vor allem, dass Frust offenbar keine gute Grundlage für eine fruchtbare Diskussion ist.
Na nachdem jeder nun so richtig seinen Frust losgeworden ist, scheint es offenbar doch einen gemeinsammen Nenner zu geben.
Und auf diesem gemeinsammen, vielleicht kleinsten Nenner sollte man aufbauen.
Den Archäologen und auch angehenden Archäologen sei nur noch soviel gesagt; auch der ernsthafte Sondengänger, bzw. Feldbegeher mit Sonde, ärgert sich über illegale Aktivitäten auf einer Fundstelle oder einem Bodendenkmal, in das er selbst viel Zeit und Arbeit investiert hat.
Interessant ist wie der Begriff "Sondengänger" doch gleich negative Assoziationen hervorruft. Viele dieser sehen sich nämlich gar nicht als "Sondengänger", sondern als Feldbegeher unter Verwendung eines MDs als Hilfsmittel. leider ist dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch mittlerweile so etabliert, dass man diesen, um die entsprechende Klientel anzusprechen, auch verwenden muss.
Grüße
Jörg Lotter
Verfasst am: 11. 08. 2007 [13:09]
masterthief
Amateur
Dabei seit: 07.09.2002
Beiträge: 34
Doch, Herr Schaufelsklave,

es kann etwas bringen, wenn man sich bemüht auf einander zuzugehen, Toleranz zu üben und die Grundlagen für die verhärteten Fronten verarbeitet.
Auch Beiträge wie Deiner sind wichtig.
Die Sondengänger sollen sich im rechtlichen Rahmen bewegen, ihre Rechte wahrnehmen können, aber sich auch ihrer Pflichten bewußt sein und ihnen nachkommen, soweit es Grabungen nach oder Funde von Bodendenkmälern betrifft (Genehmigungs- und Meldepflichten).

Wenn die Pflichten aus acht(!) verschiedenen Schatzregal-Anwendungen in 13 Bundesländern abgeschafft (oder zumindest auf die eine optimalste Form vereinheitlicht) würde, hingegen die Rechte aus § 984 BGB erhalten blieben, wäre viel erreicht.
Die Fundunterschlagungen würden um ein Vielfaches reduziert und der Archäologie viele Funde zufließen, auch wenn der Finder/Entdecker auf seine
Ansprüche aus dem Entedeckerrecht verzichtet, weil der Fund archäologisch wissenschaftlich wertvoll, aber für den Sondengänger keinen oder nur unbedeutenden Wert hat.
Ich denke, es sei auch förderlich, wenn die gutwilligen Sondengänger von den gutwilligen Archäologen im Blick für archäologisch wertvolle Dinge geschärft werden könnten (ich denke an Workschops für Sondengänger, die dann auch nicht in der Anonymität blieben).
Beim Fund eines Knochens könnte ich nicht erkennen, ob - im Falle von "Ötzis Frau" - der Archäologe zu benachrichtigen sei oder die KriPo, weil ein vermißtes Mordopfer statt eines vorzeitlichen Kult-Opfers vorliegt.

Wenn theoretisch wegen jeden gefundenen Hufnagels (der zu einem Hufeisen gehört haben könnte, das vermutlich auch einen vorzeitllichen Fahrweg indizieren könnte) die Archäologie bemüht werden muß - an Wochenenden ersatzweise zur Sicherung der Fundsituation die Polizei - bei Mitnahme des Hufnagels der dringende Tatverdacht der (Fund-)Unterschlagung gegeben ist und der Staatsanwalt und die Gerichte zu bemühen sind, gleicht das Thema "Raubgräberei" eher eine "Schildbürgerei".
Das kann und sollte es nicht sein oder bleiben.

Habe die Ehre

masterTHief
Verfasst am: 13. 08. 2007 [16:01]
hns
Experte
Dabei seit: 23.08.2006
Beiträge: 370
Wenn ich mich mal als "Laie" einmischen darf...

Nach meiner Beobachtung interessiert den modernen Archäologen gar nicht so sehr der gefundene Gegenstand (vulgo "Schatz"05-icon_wink.gif, sondern der Zusammenhang! Für den Archäologen ist auch eine Erdschichtung interessant - die ein Sondengänger nicht "finden" würde, weil es kein Schatz ist und er gar nicht auf die Idee käme das als wertvoll zu bezeichnen.

Die gefundenen Gegenstände dienen dann der zur zeitlichen und kulturellen Einordnung der Schichten die man vorfindet. Und daraus läßt sich eine Besiedlungsgeschichte einer Fundstelle erschließen. Und darin steckt der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn.

Ich habe den Eindruck daß man daher bei dieser Thematik so aneinenader vorbeiredet: weil der eine Gegenstände finden will und damit die Zusammenhänge zerstört die der andere finden wollte. Da hilft es nichts wenn der eine dem anderen die Gegenstände gibt und vielleicht sogar zurückbekommt.

-- hns
Verfasst am: 15. 08. 2007 [10:32]
lojoer
Routinier
Dabei seit: 24.09.2004
Beiträge: 82
Hallo hns,
Du schreibst:
"Nach meiner Beobachtung interessiert den modernen Archäologen gar nicht so sehr der gefundene Gegenstand (vulgo "Schatz"05-icon_wink.gif, sondern der Zusammenhang!"
Das hast Du richtig erkannt.
Die Beweggründe für die Suche bei Sondengänger sind jedoch vielfälltig. Um nach meiner Erfahrung nur einige der Beweggründe zu nennen, gibt es
1. die Sucher, die einfach nur etwas finden wollen, unabhängig davon, ob der Gegenstand oder die Münze jetzt 100 oder 2000 Jahre alt ist. (wahrscheinlich ein Großteil der Sucher)
2. die Sucher, die sich speziell auf Hinterlassenschaften der beiden Weltkriege spezialisiert haben. (ebenfalls ein großer Teil der Sondengänger)
3. die Sucher die gezielt nach "Schätzen" suchen. Sprich die kommerzielle Schatzsuche, wie z.B. die vom TV her bekannte Wracksuche oder auch die Raubgräber, die nicht davor zurückschrecken gezielt Bodendenkmäler zu plündern. Diese nutzen auch die Sonde, sind aber eigentlich nicht darauf festgelegt. (Der Anteil dieser Sucher bewegt sich in eine Grauzone, die schlecht abzuschätzen ist)
4. die Sucher, die wirklich an Geschichte und Archäologie interessiert sind und auch die Zusammenarbeit mit den Fachleuten anstreben (ein oft unterschätzter Anteil der Sondengänger).

Hinsichtlich der bestehenden Problematik des Sondegehens möchte ich zuerst auf die letzt genannte Gruppe eingehen.

- Die geschichtsinteressierten Sucher lernen, je nach Betreuung durch die Archäologen, sehr schnell worauf es bei der gezielten Nachforschung ankommt. Ebenso wie bei den langjährigen ehrenamtlichen Feldbegehern, wird die Bedeutung des Befundes bald über den Fund selbst gestellt. Die Dokumentation ist größtenteils durch den Einsatz von techn. Hilfsmittel (wie GPS)sehr genau.
Bei diesen in die Archäologie eingebundenen Sondengängern gehört zu einer der Grundregeln, dass die Suche auf wenig gestörten Flächen nur im Rahmen von archäologischen Projekten unter Anleitung von Fachkräften durchgeführt wird. Da selbstständig also nur auf Flächen gesucht wird, die durch landwirtschaftliche Aktivitäten gestört sind, ist die Gefahr einer Befundzerstörung äußerst gering, Die Lokalisierung von Funden durch einen Metalldetektor (MD) bewegt sich zu 99,9 % im Bereich des gestörten A-Horizont der Böden. Obwohl in diesem Horizont ein Fund in situ nicht zu erwarten ist, ergeben sich in der Gesamtheit der Funde (Metall- und auch Oberflächenfunde) bei entsprechender Dokumentation Erkenntnisse, die durchaus Befundcharakter haben.
Wenngleich von einigen Archäologen die Gefahr der möglichen Befundzerstörung immer wieder in den Vordergrund gestellt wird, werden von anderen Archäologen die durch die Nutzung von MDs gewonnenen Erkenntnisse als weitaus höher als der theoretisch mögliche Schaden bewertet.

Um nun auf die anderen Beweggründe von Sondengängern einzugehen, bedarf es eigentlich keiner Diskusion, dass die unter die Gruppe 3. fallenden Raubgräber aufs schärfste bekämpft werden müssen.

Eine wirklich nicht weg zu leugnete Problematik liegt bei dem gro der zahlreichen Sondengänger, die unter die ersten beiden Gruppen fallen.
Von diesen wird größtenteils frisch, fröhlich, frei ohne von irgendeiner Sachkenntnis getrübt durch die Landschaft getappert - um dies mal salopp zu formulieren. Diese sind sich der Problematik und dem Schaden der durch Sie verursacht werden kann oft gar nicht bewusst. Vielerorts wird selbst von Seiten der Denkmalpflege immer wieder festgestellt, dass die Neuzeitsuche und die Suche nach Relikten der Weltkriege keiner Genehmigung bedarf. Dies mag rein formal auch so richtig sein, wobei man jedoch eindeutig feststellen muss, dass hier tatsächlich ein immenser Schaden auftreten kann.
Diese Sucher die weder geschult, noch archäologisch betreut werden, sind oftmal gar nicht in der Lage die Bedeutung eines Fundes zu erkennen.
Eine Lösung dieses Problems sehe ich nur ansatzweise durch Aufklärungsarbeit. Hier ist wirklich ein Diskussionsbedarf vorhanden.
Dies ist nur ein kleiner Ausflug in die bestehende Problematik gewesen, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit besitzt.

Viele Grüße
Jörg Lotter



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