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Verfasst am: 22. 08. 2011 [21:23]
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Heydenarchaeologie
Experte
Themenersteller
Dabei seit: 29.03.2011
Beiträge: 170
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Hallo an alle Leser...
Wieder einmal höre ich auf einem Historienmarkt von Schaukämpfern, dass Schwerter stets stumpf gewesen seien, worauf ich mit ihnen eine heftige Diskussion geführt habe. Vorab: Ich bin in einer Fechgruppe, die historisches Kämpfen trainiert und interpretiert und habe mit originalgetreuen Repliken erfolgreiche Schnitttests durchgeführt. Desweiteren habe ich mir Literatur und Infos von Kundigen Zurate gezogen. Zudem habe ich mir zeitgenössische Berichte von Richtkämpfen rausgesucht. Auch in Museen bin ich gewesen und fand bereits abgestumpfte, doch mit Schleifspuren versehene Klingen. Doch bevor ich mich ins nächste Wortgefecht stürze: Gab es doch aus irgendeinem noch so rätselhaften Grund stumpfe Schwerter? Ich bin vom Gegenteil überzeugt, doch vllt kann mir jmd anhand von Funden oder Fachwissen ein Gegenbeispiel nennen? Wäre gespannt. Auch wenn man mir meine Meinung bestätigt... ^^
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Verfasst am: 22. 08. 2011 [22:33]
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utnapischtim
Routinier
Dabei seit: 15.12.2010
Beiträge: 52
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Hallo,
ich kenne mich mit diesem Thema zwar nicht aus, kann mir aber kaum vorstellen, dass Schwerter stumpf gewesen sein sollen.
Möchte ich meinem Gegner Verletzungen zufügen, so stelle ich mir dies mit einer scharfen Klinge doch wesentlich einfacher vor.
In meinem Kopf schwirren zwar Bilder von irgendwelchen Ritterkämpfen, wobei die Gegner immer wild "Klinge an Klinge" kämpften (Klinge stumpf?), um dann nach schweißtreibendem Kampfe, dem Gegner den Todesstoß (Spitze scharf) zu versetzen - aber sah so auch die Realität aus?
War man nicht in Wirklichkeit froh, dem Gegner nicht auch eine noch so kleine (mit scharfer Klinge) Verletzung zuzufügen?
Bei uns im Nachbarort ist übrigens in einer Kirche ein Stein mit "Kratzspuren" eingelassen, von welchem behauptet wird, dass man an diesem in "alter Zeit" die Schwerter geschärft hätte.
Grüße
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Verfasst am: 22. 08. 2011 [22:49]
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Heydenarchaeologie
Experte
Themenersteller
Dabei seit: 29.03.2011
Beiträge: 170
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Sehe ich auch so, zudem wurde ja nicht aufeinander eingeprügelt sondern Klinge an Klinge gewunden und nicht nur gerüstet...
In einer Kirche? müssen ja besonders Gläubige Schleifer gewesen sein ^^
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Verfasst am: 22. 08. 2011 [23:04]
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utnapischtim
Routinier
Dabei seit: 15.12.2010
Beiträge: 52
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Zitat: In einer Kirche? müssen ja besonders Gläubige Schleifer gewesen sein ^^
Kirche und Schwert - war schon immer eine nützliche Verbindung
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Verfasst am: 22. 08. 2011 [23:16]
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Heydenarchaeologie
Experte
Themenersteller
Dabei seit: 29.03.2011
Beiträge: 170
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Stimmt, man muss eigtl sagen, dass im Namen der Kirche so oft das Schwert erhoben wurde, dass es zwei unzertrennliche Begriffe geworden sind
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.2011 um 23:16.]
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Verfasst am: 23. 08. 2011 [12:05]
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arsakes
Amateur
Dabei seit: 08.12.2004
Beiträge: 28
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Auch wenn ich mich eigentlich mit älteren Schwertern beschäftige, kann ich nicht bestätigen, dass ich jemals in der Fachliteratur gelesen hätte, das mittelalterliche Schwerter (abgesehen von ausschließlich zu Turnier- oder Übungszwecken gefertigten) stumpf gewesen wären.
Natürlich darf man sich auch keine hollywoodmäßigen Kämpfe mit funkensprühenden Paraden und gekreuzten Klingen vorstellen. Hätten die Kämpfer ständig mit scharfen Klingen Schneide auf Schneide geschlagen, wäre dies wohl teuer bis selbstmörderisch gewesen, da Klingen im Normalfall darauf nicht ausgelegt sind. Dafür gab es dann eher Schilde und spezielle Parierdolche.
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Verfasst am: 23. 08. 2011 [12:29]
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kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1243
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Hallo zusammen,
nur eine kleine Zwischenbemerkung zu der Skepsis von Heydenarchäologe.
@utnapischtim
Bei uns im Nachbarort ist übrigens in einer Kirche ein Stein mit "Kratzspuren" eingelassen, von welchem behauptet wird, dass man an diesem in "alter Zeit" die Schwerter geschärft hätte.......
@Heydenarchaeologie
In einer Kirche? müssen ja besonders Gläubige Schleifer gewesen sein ^^ ENDE
Das geht auf die Missionspolitik von Papst Gregor I. zurück. Dieser kluge Mann plädierte dafür heidnische Tempel und Kultstätten in christliche Kirchen umzubauen.
Bonifatius fällte z.Bsp. "Donareichen" und ließ das Holz in einer Kirche verbauen. Man konnte also seine alten Bräuche wie z.Bsp. "Schwertschleifen" jetzt an oder in der Kirche vollziehen, nur jetzt war es Jesus Christus den man um einen Sieg mit diesem Schwert bat und nicht Donar oder Pumuckel.
Die Köpfe mussten rollen egal ob mit der Hilfe Donars oder dem Segen von Christus.
Gruß
Kurti
Brief von Papst Gregor I. an Abt Melitus :
"Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass die heidnischen Tempel in England nicht unter allen Umständen vernichtet werden sollten. Die Götzenbilder müssen zerstört werden, die Tempel aber sollen mit Weihwasser geheiligt und Altäre mit Reliquienschreinen errichtet werden ... Ich hoffe, das Volk lässt von seiner Götzenverehrung ab, wenn es sieht, dass seine Tempel nicht zerstört wurden, und besucht fürdarhin die Stätten, an denen es nun den einzig wahren Gott kennen und verehren lernt, so häufig wie früher."
( Beda Hist. Eccl. I. 30 S.110-112 )
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.2011 um 12:37.]
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Verfasst am: 23. 08. 2011 [18:07]
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Germanius_24
Amateur
Dabei seit: 15.02.2011
Beiträge: 20
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Hallo zusammen,
Ich glaube wenn die Schwerter stumpf gewesen
wären, würde ich mir echt Gedanken machen wie
die Kreuzritter, Römer, usw jemals eine Schlacht verlieren
konnten?
Ich glaube mit Schildern haben die sich früher nicht geprügelt, um den Gegner etwas anzutun 
Liebe Grüße
Germanius_24
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Verfasst am: 23. 08. 2011 [22:15]
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utnapischtim
Routinier
Dabei seit: 15.12.2010
Beiträge: 52
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Doch wie scharf/stumpf waren Schwerter? Sicher nicht so scharf wie eine Rasierklinge, vielleicht wie ein heutiges Frühstücksmesser? 
Natürlich muss man auch die jeweilige Epoche berücksichtigen, denn mit den Jahrhunderten haben sich auch die Schwerter gewandelt...
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Verfasst am: 23. 08. 2011 [22:35]
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Heydenarchaeologie
Experte
Themenersteller
Dabei seit: 29.03.2011
Beiträge: 170
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Aber es gab sogar eine eigene Berfusgruppe, die Schwertfeger... ein Schwert zu schleifen ist etwas gänzlich anderes als Äxte, Messer etc.... Das zeigt sich schon, weil heutige Schaukampfschwerter nicht schadlos geschliffen werden können, Fazit: Schwertschleifen war eine Kunst, weshalb ich es durchaus für möglich halte, das ein guter Feger eine rasiermesserscharfe Klinge zustande brachte... zumindest so scharf, dass Berichten zufolge Körperteile usw. mit einem Hieb abgetrennt werden konnten (Bsp. der Cuttest den ich mit dem historischen Replik gemacht habe, die Matte ensprach etwa dem Widerstand eines Armes)
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